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Garten-Schädling

20.08.2019

So retten Sie ihre Bäume vor dem Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch die Region. Was können Gärtner dagegen tun? Wenig, meint ein Experte.
Bild: Bernd Weissbrod, dpa

In der Region betrübt der Buchsbaumzünsler viele Hobby-Gärtner. Ein Experte erklärt, wie man die Pflanzen zumindest im frühen Stadium schützen kann.

Wenn die Blätter purzeln, ist es bereits zu spät: Der Buchsbaum ist tot und mit ihm die Arbeit, die der Gärtner teils jahrelang in seine Pflanze investiert hat. Schuld an der botanischen Misere ist ein Schädling: der Buchsbaumzünsler.

Wie die Bilderbuch-Raupe Nimmersatt frisst sich das Insekt durch die heimischen Gärten, wo die Buchsbäume dann reihenweise verenden. Grünflächen-Besitzer sind verunsichert - deutschlandweit und in der Region.

Im Landkreis Neu-Ulm war der Befall in diesem Jahr beispielsweise so heftig wie nie zuvor. Weil sich Hobby-Gärtner dort nicht weiterzuhelfen wussten, gingen täglich mehrere Anrufe am Landratsamt mit der Bitte um Rat ein. Eine ähnliche Situation zeigt sich im gesamten Gebiet in und um Augsburg. Besonders betroffen waren die städtischen Friedhöfe. Hier schien der Befall schon im Juni so weit fortgeschritten, dass jedwede Maßnahme ausweglos war.

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Woher kommt der Buchsbaumzünsler?

Die Larve des Buchsbaumzünslers frisst sich erst seit etwa einem Jahrzehnt durch europäische Gärten. Bei dem Schädling handelt es sich um einen Kleinschmetterling mit dem lateinischen Namen "Cydalima perspectalis". Er gehört zu den Neozoen, also Faltern, und ist in unseren Breitengraden nicht heimisch. Stattdessen wurde er eingeschleppt. Aufzeichnungen belegen, dass er 2007 wohl über den Seeweg aus Ostasien nach Europa gelangt war.

Wie sieht das Insekt aus?

Der erwachsene Falter ist grau gefärbt und hat eine Flügelspannweite von rund drei Zentimetern. Wirklich gefährlich für den Buchsbaum ist der Schmetterling allerdings in nur einem Stadium: Es sind die kleinen Raupen, die das Gehölz mit besonders viel Appetit befallen. Wie Thomas Schuster vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium schildert, sind die Larven des Zünslers etwa vier Zentimeter lang, haben eine grünlich-gelbliche Färbung, außerdem Streifen.

Warum kann der ostasiatische Schmetterling bei uns überleben?

Laut dem Schädlingsexperten futtern sich im Jahr vier Generationen des Insekts jeweils bis zu vier Wochen durch die Buchsbaumblättchen. Bis in den Oktober hinein sind die Raupen aktiv. Dann hüllen sie sich in ein Gespinst und überwintern in den Buchsbäumen. Sie ertragen Temperaturen von bis zu zwölf Grad im Minusbereich. Dass der ostasiatische Schmetterling in Deutschland und anderen europäischen Staaten so gut zurechtkommt, führt Thomas Schuster nicht auf den Klimawandel zurück. Vielmehr liege das Vorkommen des Buchsbaumzünslers in unseren Breitengraden daran, dass hier vergleichbare klimatische Verhältnisse herrschen wie in Ostasien.

Wie erkennt man den Befall an Buchsbäumen?

Wie der Schädlingsexperte vom Landwirtschaftsministerium in Bayern erklärt, trocknet der Buchs bei einem Befall aus und seine Blätter werden braun. Wenn die Pflanze außerdem Gespinstfäden aufweist, könne man sehr sicher davon ausgehen, dass sich die Raupen des Buchbaumzünsler bereits durch das Gehölz gefressen haben.

Wie behandelt man einen Schädlingsbefall?

"Gar nicht", sagt Thomas Schuster vom Landwirtschaftsministerium in Bayern. Bemerkt der Gärtner den Befall, sei es nämlich oft schon zu spät. "Wenn die Blätter bereits braun sind, kann man nichts mehr ausrichten, weil die Pflanze ohnehin stirbt." Gegen den Schädling vorzugehen, sei nur im frühen Stadium der Larven sinnvoll. Dann aber müsse der Gärtner seine Buchsbäume regelmäßig kontrollieren.

  • Ist die Pflanze befallen, müssen die Raupen einzeln abgeklaubt werden.
  • Klopft man den Buchsbaum ab, fallen die Larven ebenfalls herunter.
  • Blätter, die abgestorben sind, müssen abgeschnitten werden. Zum Kompostieren aber eigne sich das Gehäst des Buchsbaums nicht, betont der Schädlingsexperte. Stattdessen solle man das Schnittgut als Rest- und Sperrmüll verwerten oder zum nächstgelegenen Wertstoffhof mit Grüngutannahme bringen.

Sind auch andere Maßnahmen möglich, um einem Befall vorzubeugen?

Ja. Laut Thomas Schuster können Pflanzenschutzmittel auf die Eier ausgebracht werden. Chemische Mittel scheinen zunächst effektiv, haben für die nützliche Insektenwelt aber meist tödliche Konsequenzen. Als wirkungsvoll und umweltfreundlich habe sich ein biologisches Mittel auf Basis des Bakteriums "Bacillus thuringiensis" herausgestellt, erläutert der Schädlingsexperte.

Wie sinnvoll ist die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers?

Nach Ansicht von Thomas Schuster gar nicht - denn einmal abgewehrt, werde der Buchsbaumzünsler immer wieder den Weg in den Garten finden. Hoffnungsvolle Prognosen sieht der Schädlingsexperte für die Buchsbäume in Deutschland also nicht. "Der Buchsbaumzünsler wird erst verschwinden, wenn es in Bayern keinen einzigen Buchsbaum mehr gibt." Auch wenn die Pflanze seit Jahrhunderten Teil der deutschen Gartenkunst ist, rät Thomas Schuster daher künftig zu alternativen Gestaltungselementen.

Diese Alternativen zum Buchs gibt es

  • Buchsbaumblättrige Berberitze
  • Kriechspindel
  • Heckenmyrte
  • Eibe
  • Kleinwüchsiger, buchsbaumähnlicher Rhodendendron
  • Blaue und Gelbe Scheinzypresse
  • Portugiesischer Lorbeer (AZ)

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