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Sicherheit

12.12.2019

So wichtig ist es, den Erste-Hilfe-Koffer im Auto zu erneuern

Die Neu-Ulmer BRK-Bereitschaftsleiterin Verena Czasch mit einem abgelaufenen Verbandskasten aus dem Auto.
Bild: Alexander Kaya

Das Verbandsmaterial im Auto muss regelmäßig kontrolliert und erneuert werden. Damit nur weggeworfen wird, was weggeworfen gehört, gibt es hier ein paar Tipps.

Nicht nur Milch und Käse werden schlecht, auch der Verbandskasten im Auto hat ein Verfallsdatum. „Danach kann nicht mehr gewährleistet werden, dass das Material steril ist“, sagt Verena Czasch, Leiterin der BRK-Bereitschaft Neu-Ulm. Was also tun mit dem alten Erste-Hilfe-Koffer? Das Bayerische Rote Kreuz im Kreis Neu-Ulm beispielsweise nimmt ihn als Spende an. Verwendet wird das Material für Übungen der Bereitschaftsjugend oder für die Teddyklinik – Kinder können ihre Kuscheltiere in einen Rettungswagen bringen, wo diese versorgt werden.

Nicht nur das BRK nimmt abgelaufene Verbandskästen als Spende an

Der BRK-Kreisverband Neu-Ulm ist keine Ausnahme. „Beim Üben und in der Ausbildung ist die Verwendung von sterilem Verbandsmaterial verschwenderisch“, sagt Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher beim Bayerischen Roten Kreuz in München. Eine allgemeine Handhabe gebe es zwar nicht, aber die Kreisverbände nähmen abgelaufenes Material aus Verbandskästen immer gerne an – vor allem für Erste-Hilfe-Kurse. Das Material solle nicht unbenutzt im Müll landen, da sei ein Einsatz als Übungsmaterial zu begrüßen. Auch dem Kreisverband Neu-Ulm geht es darum, nichts wegzuwerfen, was noch verwendet werden kann.

Etwa ein Verbandskasten im Monat wird in Neu-Ulm abgegeben, laut DIN-Norm 13164 muss er insgesamt drei Verbandpäckchen in zwei Größen beinhalten. Doch allein bei Übungstreffen der Ehrenamtlichen verbraucht das BRK Neu-Ulm jährlich mehr als 200 solcher Päckchen.

So wichtig ist es, den Erste-Hilfe-Koffer im Auto zu erneuern

Nicht nur das BRK nimmt abgelaufene Verbandskästen als Spende an. Auch Kreisverbände des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) verwenden sie zu Ausbildungszwecken, berichtet Moritz Wohlrab, Pressesprecher des Landesverbands. Sylvia Rohrhirsch vom ASB-Kreisverband Neu-Ulm erklärt, warum die Spenden so hilfreich sind: „Wir arbeiten viel mit Fallbeispielen und drücken den Teilnehmern den Verbandskasten in die Hand.“ Die Spenden kämen oft von den Firmen, bei denen der ASB Erste-Hilfe-Kurse anbietet. Daneben sammeln etliche Initiativen abgelaufenes Verbandsmaterial – sei es für Erste-Hilfe-Kurse an Schulen im westafrikanischen Sierra Leone oder für die Versorgung von verletzten Straßenhunden in Rumänien.

Zeit für einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe?

Wer mit abgelaufenem Verbandsmaterial im Auto unterwegs ist, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro. Für Johanna Graf, Sprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten, steckt dahinter eher ein Servicegedanke als eine Strafe: Den Autofahrern soll bewusst gemacht werden, wie wichtig es ist, steriles Material im Erste-Hilfe-Koffer dabeizuhaben. Weil immer mehr Leasing- und Firmenautos auf den Straßen unterwegs seien, sei das Problem nicht so groß wie vielleicht manche dächten, sagt Graf. „Es kommt vor, aber eklatant ist es nicht“, sagt die Polizeisprecherin, die bis vor einem halben Jahr noch selbst auf Streife unterwegs war und aus eigener Erfahrung berichten kann. Abgelaufenes Verbandsmaterial hätten vor allem Autofahrer dabei, die fünf, zehn oder fünfzehn Jahre lang mit dem gleichen Wagen unterwegs seien.

Die Neu-Ulmer BRK-Bereitschaftsleiterin Verena Czasch hat auch einen Tipp für alle, die ihren abgelaufenen Verbandskasten nicht spenden wollen: Auspacken und überlegen, was wofür gedacht ist – und ob nicht vielleicht Zeit ist für einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe.

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