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Corona

20.11.2020

Vergünstigte FFP2-Masken für Risikopatienten: Wie gut ist der Schutz?

FFP2-Masken bieten einen besonders guten Corona-Schutz - aber nur bei richtiger Anwendung. Bei einem Bart muss besonders darauf geachtet werden, dass die Maske dicht anliegt.
Bild: Britta Pedersen, dpa (Archivbild)

Besonders gefährdete Menschen in Deutschland sollen 15 vergünstigte FFP2-Masken bekommen. Für den effektiven Schutz vor Corona muss dabei einiges beachtet werden.

Masken gehören mittlerweile fest zum Alltag in Deutschland - unter anderem beim Einkaufen oder im Bus sind sie Pflicht. Um sich besonders gut vor Corona schützen zu können, sollen Risikogruppen wie Senioren oder Menschen mit bestimmten Krankheiten ab Dezember 15 vergünstigte FFP2-Masken bekommen. Das sieht ein Beschluss von Bund und Ländern vor. Die Details dazu werden noch ausgearbeitet.

FFP-Masken schützen nicht nur andere Menschen vor einer Corona-Infektion, sondern auch den Träger selbst. Sie sind sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz aus Stoff, da sie einen Filter besitzen, der feinste Partikel aus der Luft auffangen kann. Es gibt die Kategorien 1 bis 3 - je höher die Zahl, desto besser der Schutz.

Während die erste Kategorie zum Beispiel gegen Feinstaub hilft, ist für einen effektiven Schutz vor Viren mindestens eine FFP2-Maske erforderlich. Diese müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft filtern und gelten als sehr sicher. Im medizinischen Bereich sind sie vorgeschrieben - ungeschulte Träger hingegen können viel falsch machen.

Vergünstigte FFP2-Masken gegen Corona: Auf CE-Zeichen achten

Unter anderem bei einem Test des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" hat sich gezeigt, dass in Deutschland auch minderwertige FFP2-Masken im Umlauf sind. Seit Oktober dürfen nur noch geprüfte Masken neu in den Verkauf gelangen. Da alte Bestände aber weiter angeboten werden, ist Vorsicht geboten. Käufer erkennen geprüfte und sichere Ware an einem CE-Zeichen mit vier Zahlen.

Beim Kauf einer FFP2-Maske sollte darauf geachtet werden, dass das CE-Zeichen und vier Zahlen angegeben sind.
Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa (Archiv)

Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) weist darauf hin, dass FFP2-Masken gut passen und dicht anliegen müssen. Schließlich sorgen Lücken dafür, dass doch ungefilterte Luft eingeatmet wird und der Schutz verloren geht. Männer müssen im Zweifel zum Rasierer greifen. Denn laut DGHM könne in vielen Fällen auch ein Bart verhindern, dass die Maske dicht anliegt.

Während medizinisches Personal im Umgang mit Masken geschult sei, komme es bei Privatpersonen immer wieder zu Fehlern. Das betrifft nach Angaben der DGHM schon das Auf- und Absetzen. Davor und danach müssten immer die Hände desinfiziert werden. Sonst drohe "eine Selbstinfektion von möglicherweise auf der Außenseite befindlichen SARS-CoV-2-Viren."

Auch das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass Laien FFP2-Masken oft falsch verwenden und der Schutz dadurch nicht automatisch größer als bei einem Mund-Nasen-Schutz aus Stoff sei. Vor allem Risikopatienten sollten sich bei einer Anwendung von einem Arzt beraten lassen.

FFP2-Masken sind nicht waschbar: Wie lange können sie getragen werden?

Durch den Filter fällt das Atmen schwerer, weswegen FFP2-Masken nicht lange getragen werden können. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt medizinischem Personal daher, nach maximal 75 Minuten eine halbstündige Pause einzulegen. Nach spätestens acht Stunden müssten die Masken ausgetauscht werden.

Die meisten Experten empfehlen, FFP2-Masken nicht mehrere Tage zu tragen. In der Regel sind sie darauf ausgelegt, nur einmal verwendet zu werden. Sie sollten nicht gewaschen oder im Backofen sterilisiert werden, da dadurch der Filter beeinträchtigt wird. Das RKI rät aus diesem Grund auch davon ab, sie mit Desinfektionsmittel zu reinigen.

Da sie nicht wiederverwertbar sind, werden die von Bund und Ländern vorgesehenen 15 Masken für besonders gefährdete Menschen nicht lange reichen. Zumindest ist der Vorrat aber mittlerweile wohl groß genug, um die Risikopatienten zu versorgen. Am Anfang der Corona-Pandemie gab es noch die Empfehlung, FFP2-Masken wegen knapper Verfügbarkeit dem medizinischen Personal zu überlassen. Laut RKI sei es aber nicht ausgeschlossen, dass es bei anhaltend hohen Infektionszahlen wieder zu Engpässen kommen könne.

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