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Vitamin-B12-Mangel
19.10.2020

Vegan in der Schwangerschaft: Ist das ungesund für das Kind?

Bei Veganerinnen ist in der Schwangerschaft große Vorsicht geboten. Denn der Verzicht auf tierische Produkte kann Mangelerscheinungen beim Ungeborenen hervorrufen.
Foto: Ralf Lienert (Symbolbild)

Lassen sich vegane Ernährung und Schwangerschaft vereinbaren? Experten sehen dies meist kritisch - zu hoch sei die Gefahr, dass dem Kind dann wichtige Nährstoffe fehlen.

Die vegane Ernährungsweise liegt im Trend. Immer mehr Erwachsene verzichten bei ihren Mahlzeiten auf tierische Produkte. Allerdings kann eine vegane Ernährung mit einem Mangel an wichtigen Nährstoffen wie etwa Vitamin B12 und Eisen einhergehen. Dieser kann bei werdenen Müttern beziehungsweise ihren ungeborenen Kindern zum Problem werden. Viele Ernährungsorganisationen beschäftigen sich deshalb mit dem Thema Veganismus und Schwangerschaft und versuchen, Handlungsempfehlungen zu geben.

Schwanger und vegan: Ist Verzicht auf Tierisches schlecht fürs Kind?

Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen, ob die veganische Lebensweise mit einer Schwangerschaft vereinbar ist oder nicht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin zum Beispiel kann eine vegane Lebensweise schwerwiegende Defizite in der Nährstoffversorgung des Kindes verursachen und ist mit hohen Risiken für seine Entwicklung und Gesundheit verbunden.

Weitere Meinungen hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zusammengetrangen. Das Netzwerk "Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie" besitzt laut diesem etwa die Meinung, dass eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft sowie für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet ist, da sie die Nährstoffversorgung nicht sichern könne. Die Academy of Nutrition and Dietetics glaubt, dass eine gut geplante vegane Ernährung allen Ernährungsempfehlungen gerecht werden kann, wenn sie Nährstoffpräparate und angereicherte Lebensmittel einschließt. Damit sei sie einschließlich für Schwangerschaft und Stillzeit angemessen.

Die DGE selbst empfiehlt Schwangeren den Verzicht auf jegliche tierische Lebensmittel nicht. Das Risko für Nährstoffdefizite sei zu groß. In einem Papier hat die Gesellschaft ihre generellen Empfehlungen zum Veganismus zusammengefasst. Darin listet sie unter anderem alle Nährstoffe auf, die bei einer veganen Ernährung eventuell fehlen könnten. Sie macht dabei deutlich, dass Schwangere und Stillende zum Beispiel bei nachgewiesenem Eisenmangel ein Eisenpräparat einnehmen sollten. Zudem sollten "nach Abschätzung der individuellen Versorgung und Rücksprache mit dem Arzt" Jodtabletten eingenommen werden.

Vitamin B 12: Mangel kann in der Schwangerschaft Gefahr sein

Besonders schwangere Veganer sollten laut der DGE ihre Vitamin-B12-Versorgung überprüfen lassen. Denn ungeborene Babys seien von einer ausreichenden Vitamin-B12-Zufuhr der Mutter abhängig. Die DGE berichtet, dass es erste Hinweise darauf gebe, dass ein Vitamin-B12-Mangel ein Risikofaktor für Komplikationen während der Schwangerschaft sowie für negative Auswirkungen auf das Neugeborene haben könnte. Dies seien etwa ein niedriges Geburtsgewicht oder ein Neuralrohrdefekt. Darüber hinaus sei bereits bei Säuglingen, die eine sich vegan ernährende Mutter haben und ausschließlich gestillt wurden, ein Vitamin-B12-Mangel mit Folgen wie neurologische Störungen beobachtet worden.

Veganismus und Schwangerschaft bleibt weiter im Fokus vieler Organisationen. Ohne ärztliche Unterstützung ist es für Veganerinnen schwierig, einzuschätzen, inwieweit sich ihre Ernährungsweise mit einer Schwangereschaft vereinbaren lässt. Oftmals wissen sie nicht um die möglichen Folgen für den Nachwuchs. Deshalb hatte die CDU-Fraktionsvize Gitta Connemann kürzlich gefordert, dass werdende Mütter verpflichtend eine Ernährungsberatung erhalten sollten.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Ernährung und in unserem Ratgeber zum Thema Familie.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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