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Energie

31.03.2021

Wann sich eine Solarzellenanlage für Verbraucher lohnt

Wer seine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Batteriespeicher betreibt, muss auf dessen Standortbedingungen achten.
Foto: Uwe Anspach, dpa

Lohnt sich eine Anlage für Solarstrom? Eine gute Rechnungsgrundlage für die Entscheidung bietet das Solarpotenzialkataster. Das steckt dahinter.

Ist mein Dach für eine Solarstromanlage (Photovoltaikanlage) geeignet? Und wenn ja, mit welchen Erträgen kann ich rechnen? Antworten darauf, aber auch Auskünfte über Amortisationszeiten der Investition erhalten Hausbesitzer kostenlos per Mausklick mit dem Online-Solarpotenzialkataster. Für viele Kommunen in der Region gibt es bereits solche digitalen Karten, auf denen man einfach sein Haus sucht und unter Eingabe weniger Informationen wie Haushaltsgröße und Stromverbrauch seine potenzielle Solarstromanlage im Internet konfigurieren kann.

Mit diesen Onlinetools können Sie ausrechnen ob Solarstrom sich für Sie lohnt

Unter www.solare-stadt.de findet man beim Menüpunkt Sozialpotenzialkataster eine Übersicht der teilnehmenden Landkreise, Städte und Gemeinden. Das Online-Tool ist ein hervorragendes Instrument, um jedem Einzelnen aufzuzeigen, wie sich die Potenziale der klimafreundlichen Solarenergie für ihn persönlich nutzen lassen. In eine Photovoltaikanlage zu investieren ist dabei nicht nur gut fürs Klima, sondern für den Hausbesitzer wirtschaftlich sehr interessant.

Denn die eigene Anlage produziert Strom deutlich günstiger, als es der Strom aus dem Netz ist, was den Eigenverbrauch besonders interessant macht. Darüber hinaus gibt es aber auch für jede ins Netz abgegebene Kilowattstunde Strom eine Einspeisevergütung. Diese fließt ebenfalls in die Rentabilitätsrechnung des Solarkatasters ein. Die Erfahrung zeigt, dass viele Nutzer des Solarpotenzialkatasters überrascht sind, wie lukrativ die Investition in eine Photovoltaikanlage ist – gerade in Zeiten niedriger Sparzinsen.

Lohnt sich Solarstrom? Ein Programm kann das abschätzen

Und so funktioniert das Solarpotenzialkataster: Basis sind Laserscannerdaten, die von einem Flugzeug aus gewonnen werden. Daraus entstehen interaktive Karten für das Internet, auf denen für jedes Gebäude verzeichnet ist, wie geeignet es für die Gewinnung von Solarenergie ist. Die nutzbare Sonneneinstrahlung und die individuelle Verschattungssituation werden zu einer leicht verständlichen Einschätzung kombiniert. Zudem berücksichtigt das Programm die Verschattung durch Bäume und Sträucher, aber auch durch Nachbargebäude und die Topografie.

Eine Solaranlage lohnt sich oft für Hausbesitzer.
Foto: Marina Lohrbach, Adobe Stock

Für jedes Objekt liegen damit Einstrahlungswerte bei freiem Himmel vor. Um das an die örtlichen Wetterbedingungen anzupassen, werden die Werte anschließend mit empirischen Daten aus einer Einstrahlungsdatenbank abgeglichen. Auf der Grundlage dieser detaillierten Informationen gibt das Solarpotenzialkataster für jedes Hausdach an, welcher Stromertrag dort mit welcher Zahl, Art und Platzierung von Modulen erzielt werden kann. Man kann verschiedene Varianten eingeben, für die auch die ungefähren Kosten ermittelt werden.

Zugleich schätzt das Programm unter Angabe des eigenen Stromverbrauchs grob ab, wie viel des selbst produzierten Solarstroms im eigenen Haushalt verbraucht werden kann, aber auch wie sich mithilfe eines Stromspeichers der Eigenverbrauch erhöhen lässt. Eine Solarthermieanlage zur Wärmegewinnung lässt sich mithilfe des Solarkatasters ebenfalls simulieren.

Für Solarstrom sind regionale Unternehmen am besten

Die Ergebnisse des Solarpotenzialkatasters dienen dem Hausbesitzer als erste Einschätzung, auf deren Grundlage die nächsten Schritte eingeleitet werden können. Wer sich für eine Photovoltaikanlage entscheidet, sucht sich dann am besten ein regionales Unternehmen, das über Erfahrung mit Photovoltaikanlagen verfügt, lässt sich beraten und gegebenenfalls ein Angebot machen. Es schadet sicher auch nicht, von einer anderen Firma ein zweites einzuholen.

Vorsicht ist bei Anbietern angesagt, die per Telefon, E-Mail oder an der Haustür für ihre Anlagen werben. Hausbesitzer berichten uns dabei immer wieder von unseriösen Praktiken. Auch hier liefert der Vergleich mit den Ergebnissen des Solarkatasters Hinweise dazu, ob das Angebot realistisch ist.

Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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