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Elektromobilität

07.10.2019

Warum der E-Golf jetzt 10.000 Euro billiger ist

Produktion des E-Golf in Dresden.
Bild: Monika Skolimowska, dpa

Elektroautos der ersten Generation sinken im Preis, berichtet Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Das zeige sich bei VW. Der E-Golf ist jetzt ein Schnäppchen. 

Eine neue, noch schwer einzuschätzende Technik, geringe Reichweite und vor allem: ein hoher Preis. Mit diesen Urteilen hatten Elektroautos bisher zu kämpfen. Doch gerade bei den Kosten scheint gerade viel in Bewegung zu geraten. Das haben die Automobil-Forscher Ferdinand Dudenhöffer und Karsten Neuberger von der Uni Duisburg-Essen herausgefunden. Vor allem Elektroautos der ersten Generation, die in den vergangenen Jahren auf den Markt kamen, werden günstiger, haben die Forscher beobachtet und machen dies zum Beispiel am E-Golf von Volkswagen fest.

Im Jahr 2014 kam der E-Golf als elektronische Version des VW-Golfs auf den Markt. Ein Verkaufsschlager wurde das Modell in Deutschland nie. Weniger als vier Prozent aller hierzulande neu zugelassenen VW-Golf seien im Jahr 2018 und im laufenden Jahr E-Golf gewesen. „Mit Fug und Recht kann man sagen, sowohl der E-Golf als auch die Plug-in Version GTE waren Verkaufsflops“, schreiben die Forscher. Als Grund machen sie vor allem den hohen Preis aus: Ursprünglich sei der E-Golf für 35.900 Euro angeboten worden. Jetzt gibt es das Auto aber deutlich günstiger.

E-Golf teils billiger als das preisgünstigste Serienmodell

Volkswagen habe inzwischen den Listenpreis für den E-Golf auf 31.900 Euro gesenkt. Dazu käme die staatliche Prämie für den Kauf eines Elektroautos und möglicherweise weitere Rabatte. Damit ergibt sich für den E-Golf in manchen Fällen ein Preis nur etwas über 20.000 Euro, berichten die Forscher. Dudenhöffer & Co. fanden sogar Angebote, bei denen der E-Golf günstiger war als das preisgünstigste Golf-Serienmodell mit Verbrennungsmotor. Für die Rabatte sehen sie einen ganz bestimmten Grund.

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Grund für die Rabatte: Bald kommt von VW der ID3 mit höherer Reichweite

Bald soll von VW der ID 3 auf den Markt kommen – ein kompaktes Elektroauto, das für die Breite der Bevölkerung erschwinglich sein soll. Wie aber soll man einen E-Golf mit nach offiziellen Angaben gerade mal 233 Kilometern Reichweite für 31900 Euro verkaufen, wenn der 300 Kilometer reichweitenstarke ID3 bei 30.000 Euro liegt?, fragen die Forscher. Aus dieser Sicht ist der Preisnachlass also dafür da, einen Modellwechsel vorzubereiten.

Doch auch andere Hersteller senken die Preise für Elektroautos. Skoda habe zum Beispiel angekündigt, den Citigo-E iV einschließlich Elektroprämie ab dem nächsten Jahr für 16.570 Euro zu verkaufen. „Die Preise von Elektroautos purzeln, bevor noch die strengeren CO2-Vorgaben der Kommission im Jahr 2021 in Kraft treten“, meint Dudenhöffer und erwartet in den nächsten Monaten „interessante Angebote“. Dies dürfte Start-ups wie dem Aachener Unternehmen e.Go „das Leben ganz schön schwer machen“.

Dudenhöffer: "Schlechte Wertstabilität" bei E-Autos der ersten Generation

Für die Experten sind die Rabatte aber auch ein Zeichen für eine „schlechte Wertstabilität“ von Elektroautos der ersten Generation. Die Autokonzerne sollten im Vertrieb deshalb stärker auf neue Mobilitätsangebote wie „Car-Abos“ setzen – praktisch eine Flatrate für die Nutzung eines Fahrzeugs. „Nur wenn die Risiken von den Autokäufern bei Elektroautos genommen werden, werden sich die Kunden für Elektroautos entscheiden“, heißt es in der Studie. 

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