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Finanzen

08.10.2018

Warum man Kontoauszüge nicht wegwerfen soll

Aus Kontoauszügen lassen sich viele persönliche Daten auslesen. Einfach wegwerfen sollte man sie nicht.
Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

Obwohl Online-Banking immer häufiger genutzt wird, sind in den meisten Haushalten noch gedruckte Kontoauszüge zu finden. Die sollte man nicht wegwerfen.

Die persönlichen Daten online zu schützen ist für viele ein wichtiges Thema. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass wir auch in der Offline-Welt sorgsam mit Daten umgehen sollten - zum Beispiel mit Kontoauszügen. Über die Jahre sammeln sie sich in Ordnern und Regalen an, nehmen Platz weg und werden doch eher selten angeschaut. Da liegt es nahe, einfach mal auszumisten und die ganzen "Altlasten" loszuwerden. Laut dem Bundesverband deutscher Banken sollten Verbraucher dabei aber mit Vorsicht handeln. Denn die Kontoauszüge geben sehr viel über uns preis.

Welche Informationen können andere aus meinen Kontoauszügen herauslesen?

Auf den ersten Blick sind die Kontodaten selbst zu erkennen - wie etwa Kontonummern, IBAN, Name und Anschrift des Kontoinhabers. Das ist nicht alles, wie Sylvie Ernoult, Pressesprecherin des Deutschen Bankenverbands erklärt: "Die Kontoauszüge sagen auch etwas über unsere Lebensführung aus. Wie oft und wo heben wir Geld ab? Wo kaufen wir ein? Was sind unsere Kaufgewohnheiten? Das ist alles aus dem Dokument ersichtlich." Diese Informationen können für Unternehmen oder Betrüger sehr wertvoll sein.

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Was können Kriminelle mit diesen Informationen anfangen?

Laut Sibylle Miller-Trach, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, können die Daten genutzt werden, um zum Beispiel einen Lastschrifteinzug einzurichten. "Beim SEPA-Lastschrifteinzug benötigt man zwar die Einwilligung des Kontoinhabers, aber die kann gefälscht werden", sagt sie. Sylvie Ernoult meint dazu: "Wenn jemand meine Kontoauszüge findet, droht mir Identitätsdiebstahl. Man könnte zum Beispiel in meinem Namen im Internet einkaufen."

Wie entsorge ich Kontoauszüge richtig?

Die Sprecherin des Bankenverbands meint: "Schreddern ist eine gute Methode, wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, kann die Papierschnipsel dann noch mit Wasser übergießen." Verbrennen ist ihrer Meinung nach nicht notwendig. "Bei uns bringen einige Mitarbeiter ihre geschredderten Auszüge ins Büro und entsorgen sie dort in Containern, in die auch geschredderte Büroabfälle kommen", erzählt Ernoult.

Wie lange sollte ich Kontoauszüge aufbewahren?

Bis auf eine Ausnahme sind Privatpersonen nicht verpflichtet, Zahlungsbelege aufzubewahren. Rechnungen für Dienstleistung am eigenen Grundstück, wie zum Beispiel für Handwerker und Gärtner müssen zwei Jahre archiviert werden. "Ich empfehle Kontoauszüge fünf Jahre lang aufzuheben", erklärt Ernoult. Damit ist man meist auf der sicheren Seite. Laut Maximilian Kall, Sprecher des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, verjähren Alltagsgeschäfte nach drei Jahren, dann können Zahlungsnachweise auch nicht mehr eingefordert werden.

Welche Alternative gibt es für ausgedruckte Kontoauszüge?

Viele Banken bieten Kontoauszüge digital an. Wer Online-Banking nutzt, hat auf diesen Service meist kostenlos Zugriff. Der Vorteil dabei: Die digitalen Dokumente nehmen keinen Platz mehr im Büroregal weg. Ganz nebenbei hilft man auch noch der Umwelt. Weniger Papier bedeutet auch, dass weniger Bäume gefällt werden müssen. Laut Miller-Trach ist die digitale Archivierung von Kontoauszügen ausreichend. "Die digitalen Auszüge sind eine gute Alternative zu ausgedruckten Auszügen. Viele Banken helfen ihren Kunden auch bei der Einrichtung vom Online-Banking", sagt sie.

Kann ich Kontoauszüge bei der Bank nachfordern?

Laut Kristina Wogatzki, Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, müssen Banken Kontoauszüge für mindestens zehn Jahre aufheben. Diese können jederzeit nachgefordert werden. Das ist in den meisten Fällen mit einer Gebühr verbunden. In der Regel gilt: Je älter der Kontoauszug, desto teurer wird die Nachforderung. Sibylle Miller-Trach schätzt die Gebühr auf ein bis fünf Euro. "Das kann von Bank zu Bank unterschiedlich sein, die genauen Zahlen stehen im Preis-Leistungs-Verzeichnis der Bank", erklärt sie.

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