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Gesundheit
13.10.2021

Bei Wasser im Ohr rechtzeitig zum Arzt gehen

Wasser im Ohr kann zu Entzündungen führen. Betroffene sollten daher nicht zu lange mit einem Besuch beim Arzt warten.
Foto: Christin Klose, dpa (Symbolbild)

Das Wasser im Ohr geht nicht raus? Ein Experte erklärt, was Betroffene tun können und wann sie zum Arzt sollten.

Wasser sollte nach dem Baden nicht tagelang im Ohr bleiben. Hilft kein Schütteln oder Hüpfen, ist ein Arztbesuch angebracht, rät Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Freiburg.

Wasser im Ohr: Wann zum Arzt?

"Wenn das Ohr zu ist, sollte man nach einem oder zwei Tagen hineingucken lassen", so Deeg. Es komme allerdings vor, dass manche Urlauber erst nach 14 Tagen mit Wasser im Ohr zu ihm kämen. "Das ist zu lang", sagt der Experte. "Das kann die Haut stark irritieren, sie weicht auf und kann sich entzünden."

Grundsätzlich gelten die bewährten Tricks: "Kräftig den Kopf schütteln oder auf einem Bein hüpfen - dann kriegt man es raus." Nur bei hartnäckigen Wasserrückständen im Ohr empfiehlt Deeg, ein Chiffon- oder Papiertaschentuch zu einer Tülle zu formen und damit die Flüssigkeit aufzusaugen. Der Verbandssprecher warnt allerdings vor Experimenten: "Büroklammern oder Haarnadeln - das ist alles schon zum Einsatz gekommen." Wenn man bei solchen Versuchen abrutscht, könne es leicht zu Verletzungen im Gehörgang oder im schlimmsten Fall zu Schäden am Trommelfell kommen.

Zwei Ursachen für Wasser im Ohr

Für das Wasser im Ohr gebe es zwei Ursachen, erklärt der HNO-Arzt. Einerseits sei es ein anatomisches Problem: Die Gehörgänge hätten zum Teil eine Schlitzform und seien dadurch sehr eng. Außerdem gebe es zwischen Trommelfell und Gehörgang einen spitzen Winkel, so dass eingedrungenes Wasser nicht so leicht zurückfließen könne. Dafür sei auch ein physikalischer Effekt am Trommelfell - die sogenannte Adhäsionskraft - verantwortlich. "Sie kennen das, wenn Wassertropfen an der Unterseite einer Glasplatte hängenbleiben", erklärt Deeg.

In einem anderen Fall quellen Ohrschmalzreste durch das Wasser auf und verstopfen dadurch das Ohr. Beim Arzt werde entweder das Ohr ausgespült oder der Rückstand mit einem kleinen Haken oder einer Zange beseitigt. "Das lässt sich nahezu immer schmerzfrei beheben", sagt Deeg. "Es sei denn, es ist schon entzündet." (dpa, tmn)

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Gesundheit.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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