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Interview

08.10.2019

Wie läuft eine Haustierbestattung ab?

Durch eine Tierbestattung kann ein verstorbenes Haustier verabschiedet werden: Nach der Kremierung wird die Urne dem Halter übergeben.
Bild: Markus Hibbeler, dpa (Symbolbild)

Das Haustier stirbt, für die Halter eine Tragödie. Nun wollen sie ihr Tier verabschieden - aber wo und wie? Eine professionelle Tierbestattung ist eine Möglichkeit.

Frau Buhl, wie kommen die Tiere in der Regel zu Ihrer Tierbestattungsfiliale?

Diana Buhl: Der Tierhalter kann in Absprache sein Tier zu uns in die Filiale bringen, wir nehmen es bei ihm zu Hause, direkt beim Tierarzt oder in der Tierklinik in unsere Obhut.

Sind Sie auch dabei, wenn ein Tier eingeschläfert werden muss?

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Buhl: Wenn ein Tier erlöst werden muss, kommt es zur Absprache zwischen Tierhalter, Tierarzt und uns. Falls der Tierhalter moralische Unterstützung beim Einschläfern wünscht, können wir schon hier dabei sein und das Tier anschließend mitnehmen. Wir sind keine ausgebildeten Psychologen, aber alle selbst Tierhalter. Oft hilft es Besitzern, mit jemandem zu reden, der ihren Schmerz nachvollziehen kann.

Diana Buhl ist Mitarbeiterin bei dem Tierbestattungsunternehmen "Rosengarten Tierbestattung".
Bild: Elvira Buhl

Anschließend wird der Leichnam bei Ihnen verbrannt?

Buhl: Nein, vor Ort in Augsburg haben wir kein Krematorium. Die Tiere werden zu einem unserer drei Krematorien nach Norddeutschland, in unserem Fall nach Werben, überführt und dort eingeäschert. Uns ist es wichtig, die vollständige Kontrolle über die Überführung der Tiere und den anschließenden Kremierungsprozess zu haben. Deshalb verbrennen wir uns anvertraute Vierbeiner ausschließlich in eigenen Krematorien und geben sie nie in fremde Hände.

Wie läuft eine Tierkremierung ab?

Buhl: Generell gibt es verschiedene Bestattungsarten: Bei einer Einzelkremierung wird der Körper des toten Tieres alleine verbrannt. Die Asche wird dem Tierhalter durch Abholung in unserer Filiale, persönliche Rückgabe oder Versand übergeben. Man spricht hier von der sogenannten Rückführung. Bei einer Gemeinschafts- oder Basiskremierung werden einige wenige Tiere zusammen eingeäschert.

Können Tierhalter bei der Kremierung ihrer verstorbenen Vierbeiner dabei sein?

Buhl: Grundsätzlich ja, wenn sie bereit sind, dafür zum jeweiligen Krematorium zu fahren. In diesem Fall werden die Tiere zuvor aufgebahrt, sodass sich der Tierhalter von seinem Vierbeiner verabschieden kann. Vor allem Unfallopfer sind sonst oft stark zugerichtet. Allerdings dürfen die Räumlichkeiten der Kremieranlage nur von Fachpersonal betreten werden. Halter können durch ein Fenster bei der Einführung ihres Tieres zusehen und im Anschluss an die erfolgte Kremierung die Asche mit nach Hause nehmen.

Was passiert mit der Asche nach einer Gemeinschafts- oder Basiskremierung?

Buhl: Nach der Gemeinschaftskremierung wird die Asche in einem festgelegten Streubeet in unserem Park ausgebracht. Das können Besitzer dann besuchen. Im Rahmen einer Basiskremierung wird die Asche nach der Einäscherung anonym auf den umliegenden Naturflächen des Krematoriums verstreut.

Wie viel Zeit vergeht zwischen der Ablieferung eines Tieres und der tatsächlichen Kremierung?

Buhl: Derzeit findet einmal pro Woche eine Überführung statt, bei der die verstorbenen Vierbeiner in unserer Krematorien gebracht werden. In der Regel werden die Tiere dann innerhalb von zwei Tagen eingeäschert. Wir bleiben den gesamten Prozess über mit den Tierhaltern in Kontakt und informieren auf Wunsch wann genau die Kremierung stattgefunden hat. Die Ascherückführung erfolgt nach ungefähr 14 Tagen.

Und die Haustiere bleiben bis zur Überführung bei Ihnen?

Buhl: Ja, die Vierbeiner bleiben bis zur Überführung in gekühltem Zustand in unserer Obhut. So soll der natürliche Verfallsprozess aufgehalten werden.

Wie viel kostet die Kremierung eines Haustiers?

Buhl: Das hängt von der gewünschten Kremierungsart und dem Gewicht des verstorbenen Tieres ab. Eine Einzelkremierung kostet mehr als eine Gemeinschaftskremierung, da diese mit mehr Aufwand verbunden ist. Das Gewicht bestimmt die Länge der Kremierung. Je schwerer ein Tier ist, desto länger dauert die Einäscherung. Eine längere Kremierung kostet mehr.

Wieso glauben Sie, bestatten manche Tierhalter ihre verstorbenen Haustiere nicht selbst, sondern greifen auf professionelle Bestatter zurück?

Buhl: Nicht jeder Besitzer hat einen eigenen Garten und damit die Möglichkeit. Viele Menschen ziehen, wie auch für sich selbst, eine Einäscherung der Erdbestattung vor. Man darf seine Haustiere nur auf privatem Grund begraben. Der Grund darf außerdem nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen. Generell dürfen nicht alle Tiere im Garten begraben werden. Das Ausheben der vorgeschriebenen Tiefe kann durch Wurzeln und hartes Erdreich sehr mühselig werden. Ich finde es sehr schön und wichtig, dass man als Halter die Möglichkeit bekommt, seinem Haustier und damit seinem Familienmitglied einen würdevollen letzten Weg zu bereiten.

Zum Unternehmen: "Rosengarten Tierbestattung" ist ein deutschlandweites Bestattungsunternehmen. Als Solches hat es sich der Kremierung von Haustieren verschrieben. Diana Buhl ist seit vier Jahren Mitarbeiterin in der Filiale in Augsburg-Hochzoll.

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