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Tierkolumne

29.06.2020

Wieso Menschen im Homeoffice ihrer Katze auf die Nerven gehen

In Corona-Zeiten rücken Menschen ihren Tieren noch mehr auf die Pelle. Mancher Katze geht das zu weit. Sie wird zur Problem-Katze.
Bild: Jens Schierenbeck, dpa

Wegen Corona verbringen noch immer viele Menschen mehr Zeit daheim. Das birgt ein gehöriges Konfliktpotenzial – auch für die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Seit es Corona gibt, führe ich viele Gespräche darüber, wie wichtig Tiere gerade jetzt als Sozialpartner für alleinlebende Menschen sind. Hunde sind wunderbare Begleiter für Spaziergänge und die vielleicht beste Motivation, das Haus zu verlassen. Sie werden tageweise an einsame Omas oder Opas verliehen und bringen Abwechslung in den Alltag. Katzen sind plötzlich Bürokollegen, die heimlich an Videokonferenzen teilnehmen, Stress abfangen und für das ein oder andere Lächeln sorgen, wenn alles zu viel wird.

Katzen lieben Routine - wird diese gestört, können sie aggressiv werden

Zahllose schöne Geschichten habe ich darüber gehört, wie gut Haustiere vielen Menschen im Lockdown getan haben. Doch vergangene Woche brachte eine Katzenbesitzerin, die derzeit im Homeoffice arbeitet, eine neue Perspektive ins Spiel. Sie wollte von mir wissen: "Kann es eigentlich sein, dass ich meiner Katze auf die Nerven gehe?"

Wie sie auf die Idee komme, wollte ich wissen. Dann sprudelte sie los: "Wenn Emma beim Arbeiten auf meinem Schoß sitzt, dann streichele ich sie. Neuerdings dreht sie sich häufig urplötzlich um, faucht, spreizt die Krallen und beißt sogar. Alles ohne Vorwarnung. Dann gibt es Tage, an denen sie offenbar nichts mit mir zu tun haben will. Nicht einmal zum Spielen kann ich sie motivieren. Sie weicht mir regelrecht aus. Und sie hat schon zweimal neben das Katzenklo gemacht. Vor Corona gab es das nie."

Wieso Menschen im Homeoffice ihrer Katze auf die Nerven gehen

Interessante Verhaltensweisen, die durch die neue Nähe ausgelöst worden sein können. Katzen lieben Routine über alles. Wenn es immer um sieben Uhr das Futter gibt, der Mensch um acht Uhr das Haus verlässt und nachmittags eine Spieleinheit stattfindet, dann finden die meisten Katzen das hervorragend – und keineswegs langweilig. Ist die Routine gestört, wird die Katze aus der Bahn geworfen. Dann gehören Aggressivität und Unsauberkeit zu den häufigsten Problemen.

Wenn Hunde und Katzen sich abwenden, dann möchten sie ihre Ruhe

Emma ist ein Stubentiger wie aus dem Lehrbuch. Sie braucht Zeit, bis sie sich umgestellt hat. Baldrian oder Katzenminze können die Laune überforderter Stubentiger heben. Außerdem hilft es, zu fixen Zeiten zu füttern, zu fixen Zeiten mit der Katze zu spielen, zu fixen Zeiten Streicheleinheiten zu gewähren. Gerade jetzt ist es für Tierbesitzer nicht immer leicht, das richtige Maß zwischen Ruhe und Beschäftigung zu finden. Dem Tier sollte keinesfalls langweilig sein, aber überfordern sollte man es eben auch nicht.

Sowohl für Hunde wie für Katzen gilt: Wenn die Tiere sich abwenden und auf diese Weise vermitteln, dass sie ihre Ruhe haben wollen, dann akzeptieren Sie das unbedingt, um Folgeprobleme zu vermeiden.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

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