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Winter
07.04.2020

Beschlagene Scheiben im Auto: Das hilft Autofahrern für freie Sicht

Was tun, wenn die Autoscheibe beschlagen ist? Durch die beschlagene Scheibe eines Autos ist der Weihnachtsbaum am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu sehen.
Foto: Stephanie Pilick, dpa (Symbol)

Sobald die Temperaturen sinken, ärgern sich Autofahrer wieder häufiger über von innen beschlagene Scheiben im Auto. Hier erfahren Sie, woran das liegt und was hilft.

Beschlagene Autoscheiben sind im Winter oft ein Problem. Der Blick durch die Scheibe ist dann wie durch dichten Nebel - und muss dringend klarer werden, bevor ans Losfahren zu denken ist. Was man tun sollte, wenn die Scheibe im Auto von innen beschlägt, und warum das im Winter so häufig geschieht.

Beschlagene Scheiben im Auto: Hilft warme oder kalte Luft?

Ist die Scheibe im Auto von innen beschlagen, sollten Autofahrer die Lüftung einschalten. Viele fragen sich: Hilft warme oder kalte Luft? Am besten ist, die Lüftung auf die wärmste Stufe zu stellen. Außerdem sollte das Gebläse so eingestellt werden, dass es die Luft direkt zur Windschutzscheibe leitet. Einen weiteren Tipp gibt der ADAC: "Schalten Sie die Klimaanlage ein", rät ein Sprecher des Automobilclubs auf Nachfrage unserer Redaktion. "Sie ist nicht nur zur Kühlung von heißer Sommerluft da, sie trocknet die Luft auch. Und das ist gerade im Winter von Vorteil." Idealerweise nutzen Autofahrer die "Defrost"-Einstellung der Lüftung und schalten die Klima-Anlage zum Trocknen der Luft zu. "Hier lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung", rät der Sprecher.

Wichtig ist, erst loszufahren, wenn die Sicht gut ist. Es ist keine gute Idee, nur einen kleinen Bereich mit dem Schwamm frei zu wischen. "Wer nur durch ein Guckloch schaut, also mit eingeschränkter Sicht fährt, riskiert ein Bußgeld von 10 Euro", warnt der Sprecher. Bei einem Unfall droht außerdem eine Mithaftung.

Warum die Autoscheibe im Winter so häufig beschlagen ist

Der Grund für beschlagene Autoscheiben ist Kondensation. Warme Luft kann deutlich mehr gasförmiges Wasser aufnehmen als kalte. So können in einem Kubikmeter 0 Grad kalter Luft gerade einmal 5 Gramm Flüssigkeit gelöst sein. Wenn die Luft 30 Grad warm ist, können es schon 30 Gramm sein. Das entspricht dann jeweils einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent. Nun ist gerade im Winter die Oberfläche der Scheibe deutlich kälter als die Luft im Auto. Wenn die wärmere Luft dann an der Scheibe abkühlt, kann sie schlagartig weniger Wasser aufnehmen – die Flüssigkeit kondensiert, die Scheibe beschlägt.

Das passiert umso eher, je feuchter die Luft im Auto ist. "Autofahrer tragen durch nasse Kleidung und Schnee an den Schuhen Feuchtigkeit ins Wageninnere", erklärt der ADAC-Sprecher. Dadurch würden nicht nur Polster nass, sondern auch Fußmatten, die bei niedrigen Temperaturen nicht richtig trocknen können. Teilweise bilden sich sogar kleine Pfützen unter den Matten. Auch beim Beladen des Kofferraums bei Regen oder Schnee kann sich leicht Feuchtigkeit im Wagen sammeln.

Wenn das Auto bereits feucht ist, solle man "das Fahrzeug gut durchlüften und die Heizung stark aufdrehen", sagt der Sprecher. "Bei nassen Fußmatten gilt: herausnehmen und trocknen lassen." Generell sei es sinnvoll, im Winter auf Gummimatten zurückzugreifen.

So beugt man beschlagenen Scheiben im Auto vor

Saubere Scheiben beschlagen nicht so leicht wie verschmutzte. "Deshalb ist es sinnvoll, die Scheiben des Autos auch innen regelmäßig mit Glas- oder Scheibenreiniger zu säubern", sagt der Experte. Das gilt vor allem für Raucher – die sollten ihre Scheiben wegen des Nikotinbelags häufiger säubern.

Im Handel gibt es auch Anti-Beschlag-Sprays, die beschlagfreie Scheibe versprechen. Es sei aber nicht nötig, dafür Geld auszugeben, heißt es vom ADAC. "Moderne Fahrzeuge verfügen in der Regel über eine leistungsfähige Klimaanlage oder Lüftung. Sprays, die das Beschlagen einer Scheibe verhindern sollen, sind heute schlicht nicht notwendig." (jako)

Lesen Sie dazu auch: Klassischer Eiskratzer hilft Autofahrern oft am besten

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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