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EMS-Training

12.01.2018

Zu viel EMS-Training kann schädlich für Gesundheit sein

Bei der Elektro-Muskel-Stimulation (EMS) führen Menschen langsam Übungen mit verstärkenden Stromstößen aus und das in Einheiten von 20 Minuten.
Bild: Frank Leonhardt/dpa (Archivbild)

Das EMS-Training verspricht eine Grundfitness mit wenig Aufwand. Tatsächlich ist es sehr effektiv. Zu häufig sollte die Elektro-Muskel-Stimulation aber nicht genutzt werden.

Kleiner Zeitaufwand und große Wirkung: Damit werben Fitnessstudios, die das sogenannte EMS anbieten. Gerade jetzt zum Jahreswechsel hoffen sie auf neue Kunden mit guten Vorsätzen. Nur etwa 20 Minuten dauert die Elektro-Muskel-Stimulation. Der geringe Zeitaufwand kann allerdings dazu verleiten, es zu übertreiben.

EMS-Training: Höchstens zwei Mal pro Woche

Mehr als ein- oder maximal zweimal pro Woche sollten Sportler ihrem Körper das EMS aber nicht zumuten, warnt die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN).

Der Grund: Bei EMS schüttet der Körper sehr viel mehr Creatin-Kinase (CK) aus als bei herkömmlichem Training. CK ist ein Enzym, das die Muskeln mit Energie versorgt, im Extremfall aber auch Nierenschäden verursachen kann. Deshalb sollten EMS-Sportler auch darauf achten, dass es zwischen den Trainingseinheiten genug Erholungsphasen gibt. Wer nach dem Training Schmerzen oder Herzrasen hat, sollte außerdem unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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EMS-Training: Wie funktioniert dieses Fitnessprogramm?

EMS arbeitet, wie der Name schon sagt, mit elektrischen Impulsen. Im Grunde tut der menschliche Körper das auch, erklärt Personal Trainer Sebastian Authenrieth, der einen EMS-Leitfaden für Trainer verfasst hat. Bewegt der Mensch einen Muskel, wird zuvor ein elektrischer Impuls über die Nerven an den Muskel weitergegeben. Beim EMS werden diese Impulse verstärkt, um das Training zu intensivieren. Eine 20-minütige Einheit pro Woche reicht deshalb aus, um eine Grundfitness zu erreichen.

Es sei sinnvoll, daneben anderen Sport zu treiben, ergänzt Rainer Beck, Vertriebsleiter bei Miha Bodytec, einem deutschen Hersteller von EMS-Geräten. So sieht es auch Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. "EMS kann eine gute Ergänzung sein", sagt er.

Wer unter Strom trainieren will, sollte das in jedem Fall nur unter professioneller Anleitung tun - darin sind sich die Experten einig. "Strom kann Muskeln und Gewebe nachhaltig schädigen, wenn er falsch eingesetzt wird", warnt Froböse. Dass EMS mittlerweile auch als Gruppentraining und sogar für zu Hause angeboten wird, sieht er deshalb mit großer Sorge. Ein Trainer sollte sich auf maximal zwei Trainierende konzentrieren. Ideal ist Froböse zufolge eine Eins-zu-Eins-Betreuung. (dpa/tmn/sh)

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