Aufruhr in Gruppenchats: WhatsApp: KI-Kettenbrief ist Panikmache - keine Änderung
Aufruhr in Gruppenchats
WhatsApp: KI-Kettenbrief ist Panikmache - keine Änderung
Angst vor KI-Spionage auf WhatsApp - oder sogar auf dem ganzen Smartphone? Warum ein aktueller Kettenbrief Quatsch ist und wie sicher Ihre Chats wirklich sind.
Von dpa|
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Panik im Gruppenchat? Ruhig bleiben. Kettenbriefe zu «KI liest alles mit» sind frei erfunden – Verbraucherzentralen raten: löschen, nicht weiterleiten.Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa/dpa-tmn
Im Messenger WhatsApp kursiert vor allem in Gruppenchats ein Kettenbrief, in dem fälschlicherweise behauptet wird, dass „ab Samstag KI auf WhatsApp verfügbar“ sei und dann „Zugriff auf alle Unterhaltungen“ habe.
Tatsächlich ist:
die KI „Meta AI“ hierzulande schon seit Ende März 2025 in WhatsApp verfügbar und
kann nur einzelne Nachrichten verarbeiten, die an sie weitergeleitet werden oder in denen sie mit dem Kommando „@Meta AI“ dazugeholt wird; sie hat aber nie Zugriff auf ganze Chats.
Das hebt Meta in seiner WhatsApp-Hilfe auch deutlich hervor: „Nur Nachrichten, in denen @Meta AI erwähnt wird oder die Personen mit Meta AI teilen, können von Meta gelesen werden. Meta kann keine anderen Nachrichten in deinen persönlichen Chats lesen.“ Denn die sind nämlich wie auch Gespräche durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.
Lassen Sie sich nicht verunsichern - löschen Sie Kettenbriefe
Auch die Kettenbrief-Behauptungen, dass die KI Telefonnummern sehen könne oder sogar Zugriff auf persönliche Informationen und private Gespräche habe, ist völlig aus der Luft gegriffen - und verfolgt nur ein Ziel: Panik schüren und Angst verbreiten.
Deshalb raten die Verbraucherzentralen grundsätzlich in solchen Fällen: „Löschen Sie Kettenbriefe - auch die ungefährlichen -, ohne sie weiterzuleiten.“
Als „Heilmittel“ gegen den frei erfundenen, globalen KI-Zugriff empfiehlt der Kettenbrief die Einstellung „erweiterter Datenschutz“, die es schon seit April 2025 gibt.
Was hat es mit dem „erweiterten Datenschutz“ auf sich?
Was hat es mit der Einstellung auf sich, die sowohl für Gruppen- als auch für Einzelchats getroffen werden kann? - Sie
blockiert das Exportieren des jeweiligen Chats in Gänze - etwa zu Sicherungszwecken,
verhindert das automatische Speichern von Fotos und Videos aus dem Chat in der Geräte-Galerie und
deaktiviert KI-Anfragen an Meta AI durch Teilnehmer im jeweiligen Chat (was aber nichts mit dem im Kettenbrief fälschlicherweise behaupteten globalen, aktiven KI-Zugriff zu tun hat).
„Erweiterter Datenschutz“ kann also erschweren, dass Inhalte den jeweiligen Chat verlassen, es aber nicht komplett verhindern, weil Kopien oder Screenshots einzelner Inhalte weiter möglich sind. Ob und wie sinnvoll die Einstellung für Einzelne oder Gruppen ist, müssen diese selbst entscheiden. Die Kettenbrief-Argumentation für diese Einstellung entbehrt aber jeder Grundlage.
Wie weit geht der Datenschutz?
Bei der Einführung des „erweiterten Datenschutzes“ vor mehr als einem Jahr hatte Meta als mögliches Anwendungsbeispiel Settings genannt, in denen man nicht alle Personen genau oder persönlich kennt, aber wo es dennoch um sensible Themen geht - etwa Gespräche über gesundheitliche Herausforderungen in einer Selbsthilfegruppe.
„Netzpolitik.org“ kritisierte in diesem Zusammenhang „den halbherzigen Ansatz von Whatsapp in Sachen Datenschutz und Privatsphäre“. Der Messenger ermögliche zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation, speichere aber aussagekräftige Metadaten.
Kurz durchatmen, dann weg damit: Wer so einen KI-Kettenbrief bekommt, muss nichts «ab Samstag» einstellen – am besten einfach löschen.Foto: Till Simon Nagel/-/dpa-tmn
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