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Neuvorstellung

27.12.2018

615 Kilometer ohne Nachladen: Der neue Kia E-Niro

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Der bleibt so schnell nicht stehen: Der Kia E-Niro schafft mehr als 600 Kilometer ohne Nachladen.
Bild: Kia

Schaffen Elektroautos 2019 endlich den Durchbruch? Mit dem neuen E-Niro bringt Kia jedenfalls einen Reichweiten-Kracher.

Audi und Mercedes starten ihre Elektro-Offensive in der Oberklasse, VW lässt mit dem Neo noch ein bisschen auf sich warten, und von BMW ist von ein paar Studien abgesehen nichts zu hören. Eigentlich die besten Voraussetzungen, um sich als Außenseiter in die Poleposition zu manövrieren. Genau das machen Kia und Hyundai derzeit, die vom Hybrid über Plug-in und Batterie-Auto bis zum Wasserstoff-Fahrzeug alles im Angebot haben.

Ab April 2019 stehen zwei weitere Stromer in den Schauräumen der Koreaner: Der Kia Soul, der auf der Auto Show in Los Angeles Premiere gefeiert hat, und die Elektro-Version des Kompakt-SUV E-Niro. Die will mit einer Reichweite von über 600 Kilometern in der Stadt punkten und hat bei unserer ersten Ausfahrt einen ordentlichen Eindruck hinterlassen.

Der geräumige 4,40-Meter-Niro ist ein alter Bekannter, der mit E-Unterstützung und als Steckdosen-Hybrid schon seit einiger Zeit erhältlich ist. Die rein elektrische Version ist also die logische Fortschreibung, zumal die Technik bereits vorhanden ist. Bei Hyundai ist der gleiche Antrieb eine Klasse darunter im Kona Elektro verbaut. Keine Überraschung sind dementsprechend die beiden angebotenen Batteriegrößen: Wie bei der Schwestermarke haben auch die Kia-Kunden die Wahl zwischen einem 39,2 und 64 kWh großen Akku – beide trennen einerseits 166 Kilometer Reichweite, andererseits knapp 4000 Euro. Mit der kleineren Batterie ausgerüstet ist der E-Niro ab 34290 Euro zu haben und soll rund 289 Kilometer weit kommen. Um die eingangs erwähnten 615 City-Kilometer zu schaffen, muss man zum großen Stromspeicher greifen (ab 38.090 Euro), der im normalen WLTP-Mix immerhin noch 455 Kilometer schaffen soll.

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Dass das Möglich ist, steht außer Frage. Allerdings muss man den rechten Fuß dafür schon ein bisschen unter Kontrolle haben. Und das fällt schwer, schließlich geht der größere Akku auch mit einem stärkeren Motor einher (150 statt 100 kW) und macht mit seinen unverzüglich Gewehr bei Fuß stehenden 395 Newtonmetern Drehmoment richtig Laune. So viel, dass man das Strompedal beim Ampelstart gerne etwas mehr durchdrückt als nötig, was natürlich den Verbrauch in die Höhe treibt. Aber: Selbst bei unserer flott gefahrenen Testrunde standen am Ende nur 17 kWh pro 100 Kilometer auf dem Bordcomputer, was immer noch einer Reichweite von 370 Kilometern entspricht.

Kia E-Niro: Leistung, Reichweite, Preise

Wer gar nicht an sich halten kann, dem hilft der Eco-Modus beim Stromsparen. Er lässt den Kia deutlich zurückhaltender auftreten. Die zusätzliche Eco-Plus-Stufe ist als Notnagel gedacht, wenn die Energie wirklich knapp wird: Dann werden die Vmax von 155 beziehungsweise 167 km/h auf Tempo 90 gedrosselt und elektrische Verbraucher wie die Klimaanlage abgestellt. Ist der Speicher dagegen voll und will man’s richtig krachen lassen, bietet sich der Sport-Modus an, der sich durch ein deutlich knackigeres Ansprechen empfiehlt. Der tiefe Schwerpunkt prädestiniert den E-Niro zum Kurvenräuber, allerdings dürfte die Lenkung noch etwas direkter arbeiten. Und man darf nicht überrascht sein, wenn die 1,8 Tonnen Gewicht plötzlich zum Kurvenrand drängen.

Um wieder neue Stromlinge in den Tank zu bekommen, gibt’s drei Möglichkeiten. An der Haushaltssteckdose in elf beziehungsweise 18 Stunden, per 7,2-kW-Wallbox, wodurch sich die Ladezeit auf knapp vier beziehungsweise sechs Stunden reduziert, oder an einer öffentlichen Ladesäule mit 100 kW Leistung. Dann ist der Ladestand in nur 42 Minuten wieder von 20 auf 80 Prozent gebracht. Natürlich fließt auch durch Rekuperation wieder Strom in die Batterie. Mit den Schaltwippen am Lenkrad kann man in fünf Stufen einstellen, wie stark die Rückgewinnung sein soll: Vom völlig entkoppelten Segeln bis hin zur One-Pedal-Funktion, bei der der Kia bis zum Stillstand verzögert, wenn man das Fahrpedal los lässt. Praktisch: Der serienmäßige Abstandstempomat nutzt ebenfalls die Rekuperation zum Bremsen.

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