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Test

23.07.2020

Amerika lässt grüßen: der neue Ford Explorer im Test

In den USA nur so mittelgroß, bei uns riesengroß: der Ford Explorer, der in der nächsten Generation sogar mit einem Hauch von Klimafreundlichkeit antritt. Ansonsten ist er ein typisches US-Car.
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In den USA nur so mittelgroß, bei uns riesengroß: der Ford Explorer, der in der nächsten Generation sogar mit einem Hauch von Klimafreundlichkeit antritt. Ansonsten ist er ein typisches US-Car.
Bild: Ford

Ford erfindet den Explorer neu – mit Strom. Er ist der wuchtige Anfang einer großen Elektro-Offensive. Unser Autor ist ihn schon gefahren.

Sie waren sogar Nachbarn. Zumindest im Winter. Auto-Papst Henry Ford und Elektro-Pioneer Thomas Alva Edison pflegten in der kalten Jahreszeit im feinen Fort Myers zu residieren. Direkt nebeneinander. Knapp ein Jahrhundert später rücken ihre Erfindungen näher zusammen. Ford steckt weltweit zehn Milliarden Euro in die Verstromung seiner Flotte. Schon Ende 2022 sollen mehr elektrifizierte Autos als reine Verbrenner verkauft werden. Allein in Europa sind 18 unterschiedliche Modelle bis Ende 2021 geplant. Den Auftakt macht jetzt das Flaggschiff, der Ford Explorer.

Der Ford Explorer hat zwölf Cupholder und ein WLAN für zehn

Aus welchem Land soll dieses Fahrzeug schon stammen? Es hat zwölf Becherhalter, einen WLAN-Hotspot für bis zu zehn Geräte und im Notfall knapp 2300 Liter Kofferraumvolumen. So ein Auto kommt aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten - aus den USA.

30 Jahre nach seiner Geburt und acht Millionen verkaufter Fahrzeuge später weht um den amerikanischen Ur-SUV sogar ein Hauch von Klimafreundlichkeit. Als Plug-In-Hybrid verfügt er über zwei Antriebsarten und leistet dabei natürlich Gewaltiges: Der konventionelle Verbrenner, ein drei Liter großer V6-Benziner, bringt zusammen mit einem 102 PS starken Elektromotor 457 PS und ein Drehmoment von sagenhaften 825 Newtonmetern auf die Straße.

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Eine Geräuschkulisse wie in einem 70er-Jahre-Cadillac

Es macht wirklich Spaß, dieses tonnenschwere Flaggschiff leichtfüßig durch die Kurven zu jagen. Wenn die mächtige Motorhaube exakt um die Kurven zirkelt, wenn die vier Auspuffrohre blubbern, als würde man in einem 70er-Jahre-Cadillac sitzen. Und selbst bei den Emissionen kann der Zwitter-Antrieb überzeugen. Mit 71 Gramm CO2 pro Kilometer (WLTP) ist der Explorer ein echter Saubermann. Das wäre er auch in der Praxis, läge der Verbrauch tatsächlich nur bei den angegebenen 3,1 Litern. Dieser Wert ist aber rein rechnerischer Natur. Niemand lädt seinen Explorer nach 42 Kilometern elektrischer Reichweite konsequent auf. Unser Testfahrzeug zeigte deshalb realistische zehn Liter an.

Der Ford Explorer fasst bis zu 2274 Liter an Gepäck

Angetrieben wird der Explorer von einem intelligenten Allradsystem. Heckbetont, wenn es dynamisch sein soll, frontgetrieben, wenn es der Straßenzustand erfordert. Das ganze läuft natürlich mit Automatik. Und weil der Explorer Maßstäbe setzen will, gibt es sogar zehn Gänge. Damit noch nicht genug mit den Superlativen: Der US-Koloss bietet Platz für sieben Passagiere. Dazu hat er eine dritte Sitzreihe an Bord. Außerdem passt auch richtig Ladung rein. Exakt 2274 Liter. Zum Vergleich: Ein 5er Kombi von BMW schluckt „nur“ rund 1700 Liter.

Das digitale Innenleben des Ford Explorer sieht nach Tesla aus

Zur Komfortzone gehört das digitale Innenleben. Tesla lässt grüßen: Die Instrumententafel, früher Tacho genannt, misst eine Bildschirm-Diagonale von 31,2 Zentimetern, der Infotainment-Touchscreen immerhin von 25,7 Zentimetern. Voll digital sind auch die Fahrzeugassistenten, die teilautonomes Fahren möglich machen. Allerdings greift das System teilweise ziemlich ruppig in das Geschehen ein.

Der Ford Explorer ist ein sanfter Riese

Aber zurück zu den uramerikanischen Tugenden. Laufruhe und Dämmung verdienen Bestnoten. Auch wenn digital nachgeholfen wird. Bei der aktiven Geräuschkompensation (ANC) lokalisieren Mikrofone im Innenraum störende Laute wie etwas Reifen- und Windgeräusche. Mit gegenläufigen Schallwellen, die über das Audiosystem übertragen werden, neutralisiert das ANC diese akustischen Begleiterscheinungen. Auch bei Hifi-System ist America great again. 14 Lautsprecher und 980 Watt sorgen für einen wahren Soundgarden.

Ford Explorer 2020: Technische Daten

  • Spezifikation: Ford Explorer Plug-In-Hybrid ST-Line
  • Hubraum: 3.000 ccm
  • Leistung: 363 PS
  • E-Motor 102 PS
  • max. Systemleistung: 457 PS bei 5.750 U/min
  • max .Drehmoment: 825 Nm bei 2.500 U/min
  • Antrieb: 10-Gang-Automatik, Allrad
  • Länge/ Breite/ Höhe: 5,05 / 2,28 / 1,78 Meter
  • Leergewicht/ Zuladung: 2.466 kg/ 694 kg
  • Anhängelast gebremst: 2500 kg
  • Kofferraumvolumen: 240 - 2274 l
  • 0-100 km/h: 6,0 Sekunden
  • Top-Tempo: 230 km/h
  • Akkukapazität: 13,1 kWh
  • Reichweite elektrisch: 42 km
  • Benzinverbrauch (WLTP): 3,1 l/100 km
  • Stromverbrauch: 20,5 kWh/100 km
  • CO2-Emission (WLTP): 71 g/km
  • Effizienzklasse: A+
  • Preis: ab 76.000 Euro

Der Preis des Explorers, der in einer Liga mit BMW X7, Mercedes GLS oder Volvo XC90 spielt, ist heiß. In Deutschland gibt es ihn in zwei Ausstattungsvarianten. Als ST-Line ab 76.000 Euro und als Platinum-Ausgabe ab 77.000 Euro. Dafür steckt schon so viel Schnickschnack im Auto, dass man fast nicht mehr bestellen will. Eine Kampfansage an Premium-Hersteller.

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