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Neuvorstellung

17.07.2019

Audi A4 Facelift: Was kann die neue Premium-Mittelklasse?

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5 Bilder
Kann sich sehen lassen: die überarbeitete Version des Audi A4. Bei deutschen Kunden besonders beliebt ist der „Avant“ genannte Kombi, gerne auch mit Dieselmotor.
Bild: Audi AG

Mild-Hybrid, frisches Design, modernes Infotainment: Audi hat den A4 tüchtig überarbeitet. Wir sind ihn schon gefahren.

Volkswagen erneuert seine Mittelklasse: Die Stamm-Marke VW hat den Bestseller Passat aufgefrischt, Skoda das Mehr-Auto-für-weniger-Geld-Modell Superb überarbeitet und in der Premium-Klasse zieht nun Audi mit dem A4 nach. Das Facelift kommt gerade recht; der Ingolstädter schwächelt und soll beim Ertrag hinter der Planung zurück liegen. Dementsprechend umfangreich fällt die Produktaufwertung nach vier Jahren Bauzeit aus: Das Design-Team durfte nicht nur Marginalien wie Scheinwerfer, Rückleuchten oder Schürzen anfassen, sondern sogar teure Eingriffe ins Blech wagen. Sichtbar wird das bei Limousine, Avant und dem auf dem Kombi basierenden, offroadig-angehauchten Allroad vor allem an den Türen: Die Schulterlinie läuft hier jetzt tiefer an den Radhäusern, die dadurch betont werden sollen und mit ihnen die Allrad-Tradition.

Audi A4 Facelift: Der Basis-Benziner kostet 33.600 Euro

Der Quattro-Antrieb ist freilich auch zukünftig für die stärkeren Modelle erhältlich, und die meisten A4-Modelle schalten automatisch. Zum Start fährt lediglich der 150-PS-Basisbenziner 35 TFSI (mit Frontantrieb ab 33600 Euro) als Handschalter vor. Interessant: Die beiden stärkeren Diesel, der 190 PS starke Zwei-Liter-Vierzylinder (40 TDI) und sein größerer V6-Bruder 45 TDI mit 231 PS, arbeiten noch ohne Elektrifizierung. Die Einstiegs-Diesel (136 und 163 PS) sowie alle drei Benziner (bis 245 PS) wurden dagegen um ein 12-Volt-Mild-Hybrid-System mit Riemenstarter-Generator ergänzt. Das beschert dem A4 zwar keine Stromer-Fähigkeiten, soll durch verbesserte Energierückgewinnung aber rund einen halben Liter Sprit sparen.

Turbolader und Verdichter arbeiten im S4 zusammen

Sogar mit 48-Volt-Unterstützung rückt die neue Sportversion S4 an, die ab sofort in Europa ebenfalls mit einem Diesel unter der Haube vorfährt. Dem 347 PS starken Sechszylinder macht nicht nur der klassische Turbolader Druck, sondern ein zusätzlicher elektrisch angetriebener Verdichter (EAV), der das Turboloch eliminieren soll. Ganz gelingt das nicht, es bleibt beim flotten Tritt aufs Gas eine kurze Gedenksekunde, ehe die 700 Newtonmeter Drehmoment kräftig nach vorne drücken. Der Verzug bleibt auch bei den schwächeren Dieseln nicht aus und ist vor allem der Einhaltung der strengen Abgas-Normen geschuldet. Am Fahrgefühl selbst ändert sich nichts, hier gab’s keinen Grund zum Nachbessern: Je nach Fahrwerk (normal oder sportlich, mit oder ohne adaptive Dämpfer) rollt der A4 straff oder gemütlich über die Straße und überzeugt mit seiner leichtgängigen Lenkung und dem präzisen Handling.

Das alte Infotainment-System hat ausgedient

Mehr zu tun hatten die Infotainment-Spezialisten: Das alte System mit Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole hat ausgedient, mit dem Facelift zieht der Modulare Infotainment Baukasten der dritten Generation ein. Das heißt: Die gesamte Hardware musste ausgetauscht werden. Der Bedienregler hat einem zusätzlichen Ablagefach Platz gemacht und auf dem Armaturenbrett thront jetzt ein 10,1-Zoll-Touchscreen. Der sieht ein bisschen wie nachträglich eingebaut aus, aber genau das ist er ja auch. Das System selbst punktet mit einfacher Bedienung, auf den zweiten Touchscreen, den die Oberklasse-Modelle unter anderem für die Klimasteuerung bekommen haben, verzichtet Audi beim A4 aber. Es gibt also weiterhin klassische Drehregler und Tasten zur Einstellung von Temperatur oder Sitzheizung.

Mit dem neuen System sind auch frische Online-Dienste in den A4 eingezogen. Hinter dem Service-Angebot Audi Connect versteckt sich nicht nur das Online-Radio oder die Echtzeit-Verkehrsabfrage sondern auch die Möglichkeit per Smartphone den Motor zu starten, individuelle Fahrprofile zu konfigurieren oder Car-to-X-Dienste zu nutzen. Die sollen zum Beispiel die Parkplatzsuche entlang der Straße erleichtern, indem von anderen Fahrzeugen erkannte, freie Stellplätze angezeigt werden.

Clevere Ampel-Funktion im neuen Audi A4

Ganz neu ist die Ampelinformation: In ausgewählten Städten (unter anderem Ingolstadt) verbindet sich der A4 mit dem Ampel-Zentralrechner und schlägt dem Fahrer die passende Geschwindigkeit für die grüne Welle vor; dadurch soll der Verkehrsfluss optimiert werden. Und wenn man doch mal bei Rot steht, weiß der A4, wie lange man noch warten muss.

Audi A4 Facelift: technische Daten

  • Spezifikation: Audi A4 35 TDI
  • Hubraum: 1968 ccm
  • Leistung: 163 PS bei 3215–4200/min
  • Drehmoment: 380 Nm bei 1500–2750/min
  • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung
  • Länge/B./H.: 4,76/1,65/1,43 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1570 kg/525 kg
  • Kofferraum: 480 l
  • Anhängelast gebremst: 1900 kg
  • 0–100 km/h: 8,2 Sek.
  • Top-Tempo: 228 km/h
  • Normverbrauch: 4,1–3,8 l Diesel
  • CO2-Ausstoß: 109–100 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-TEMP
  • Energieeffizienzklasse: A+
  • Preis ab: 40.700 Euro
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