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Neuvorstellung

29.09.2020

Audis neue S-Modelle: Der Herbst wird heiß

Gelb und giftig: Der Audi S3 stellt den eben erschienenen Konzernrivalen VW Golf GTI in den Schatten.
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Gelb und giftig: Der Audi S3 stellt den eben erschienenen Konzernrivalen VW Golf GTI in den Schatten.
Bild: Audi AG

Von wegen alles öko: Während Hybrid- und Elektroautos boomen, tut Audi auch am anderen Ende der Palette etwas und erneuert seine S-Modelle - und wie!

Dieser Herbst wird sportlich: Audi hat gleich drei Modelle ins Trainingslager geschickt, die frisch gestärkt in den kommenden Wochen zu den Händlern rollen. Den Anfang macht der neue S3: Nur kurz nachdem die Konzernmutter VW das Wolfsburger Pendant, den Golf GTI, auf die Straße gebracht hat, schiebt Audi seinen Kompakt-Sportler nach. Der muss sich freilich vom Golf abheben, fährt deshalb immer mit Allradantrieb vor und setzt satte 310 PS frei. Das ist zwar für turbogeladene Zwei-Liter-Vierzylinder längst kein Rekordwert mehr; Mercedes holt aus einem so dimensionierten Triebwerk bis zu 421 PS. Doch übertrifft der S3 damit seinen GTI-Bruder um immerhin 65 Pferdestärken.

Der Audi S3 ist 9000 Euro teurer als der Golf GTI

Kraftvoll angeschoben von 400 Newtonmeter Drehmoment sprintet der sowohl als Kompakter, 4,35 Meter langer Sportback wie auch als Viereinhalb-Meter-Limousine erhältliche S3 in 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Auch mit diesem Wert weist der Audi den Golf in sein Schranken und rechtfertigt die fast 9000 Euro Mehr-Preis. Denn: Der Ingolstädter Kompaktsportler ist nicht für unter 46.303 Euro zu haben; die Limousine kostet 47.180 Euro. So teuer war Ende der 80er Jahre umgerechnet übrigens das Oberklassemodell Audi V8.

Gegenüber dem Standard-A3 liegt die Sport-Version 15 Millimeter tiefer und damit merklich satter auf der Straße. Wer will, bekomm das S-Modell natürlich auch mit adaptiven Dämpfern. Dann lassen sich nicht nur Lenkung, Gasannahme, das serienmäßige Automatik-Getriebe oder der Motorsound feinjustieren, sondern auch der Unterbau. Im Sport-Betrieb pfeilt der S3 behände ums Eck, reagiert scharf auf kleinste Lenkbewegungen, krallt sich dank des Quattro-Antriebs in den Asphalt und der Vierzylinder knurrt dazu kernig.

Audi S3: technische Daten

  • Hubraum: 1984 ccm
  • Leistung: 310 PS bei 5450–6500/min
  • Drehmoment: 400 Nm bei2000–5450/min
  • Länge/B./H.:4,35/1,82/1,44 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1575kg/445 kg
  • Kofferraum: 325–1145 l
  • Anhängelast gebremst: k.A.
  • 0–100 km/h: 4,8 Sek.
  • Spitze: 250 km/h
  • Normverbrauch: 7,4 l Super
  • CO2-Ausstoß: 170–169 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d
  • Energieeffizienzklasse: D
  • Preis ab: 46.302,53 Euro

Ganz anders, wenn man in den Komfort-Modus schaltet: Dann gibt der Audi den Gentleman und hält sich dezent zurück. Mit dieser weiten Spreizung trägt Audi dem Wunsch nach einem Allrounder Rechnung: Der Audi S3 ist nicht nur Spaßmobil, sondern lässt sich bei Bedarf so zahm fahren wie ein Dreizylinder-A3. Übri-gens: Auch beim Verbrauch hält sich der S3 zurück. Audi verspricht einen Durst von 7,4 Litern, der bei moderater Fahrweise durchaus realistisch erscheint. Man kann beim Ausflug in die Berge aber freilich auch problemlos einen zweistelligen Wert erreichen.

Zwei Dickschiff-Sportler: Audi SQ7 und Audi SQ8

Mindestens zwölf Liter sollen dagegen die beiden Dickschiff-Sportler SQ7 (93300 Euro) und SQ8 (101000 Euro) verbrauchen – und selbst das erscheint ziemlich unwahrscheinlich. Schließlich wollen hier wie da gut 2,3 Tonnen bewegt werden. Und das ziemlich flott: Nach nur 4,1 Sekunden reißen das SUV und sein Coupé-Ableger die hunderter Marke. Möglich macht’s ein aufgeladener Achtzylinder-Benziner mit 507 PS. Der ersetzt im SQ7 den V8-Diesel; den Q8 gibt’s dagegen zum ersten Mal als S-Modell. Allerdings wartet das Coupé ja schon länger auch als RS-Modell auf, angefeuert vom gleichen Vierliter-Motor, dort mit 600 PS.

Umstieg vom Diesel zum Benziner

Einen kleinen Wermutstropfen hat der Umstieg vom Selbstzünder auf den Otto allerdings: Schoben den Q7 früher 900 Newtonmeter bei nur 1250 Umdrehungen an, liegt nun weniger Kraft erst bei höheren Drehzahlen an. Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, schließlich fallen auch beim Benziner bei 2000 Touren satte 770 Newtonmeter über alle vier Räder her.

Doch es vergeht nun beim spontanen Vollgas-Geben eine winzige Gedenksekunde, in der sich Turbolader und Achtgang-Automatik arrangieren, ehe die geballte Kraft den Kolossen Beine macht. Dann aber gibt’s kein Halten mehr. Der neue SQ7 nimmt seinem Vorgänger sogar acht Zehntel beim Hunderter-Sprint ab.

Die Leichtigkeit der Schwergewichte

Dass man mit einer Schrankwand so schnell gerade aus fahren kann, ist allein schon beeindruckend. Ein ums andere Mal faszinierend ist aber, mit welcher Leichtigkeit die Schwergewichte sich auch ums Eck bewegen lassen. Möglich macht’s höchste Ingenieurskunst in Sachen Fahrwerksabstimmung, gepaart mit technischen Helfern: Das Fahrwerkspaket „Advanced“ bringt ein Hinterachs-Sportdifferenzial und eine aktive Wankstabilisierung mit; letztere macht sich das 48-Volt-Bordnetz zu Nutze und reduziert die Seitenneigung. Außerdem sind serienmäßig ein Sport-Luftfeder-Fahrwerk und eine Allradlenkung an Bord.

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