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05.03.2020

Autopremieren online: Die verhinderten Stars von Genf

Alfa Romeo Giulia GTA
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Alfa Romeo Giulia GTA

Der Automobilsalon fällt wegen des Coronavirus aus, die Autoindustrie präsentiert ihre Neuheiten trotzdem: im Internet. Hier ein Überblick über die spannendsten Modelle.

Ein perfekter Start in die neue PS-Saison sieht anders aus. Als hätte die Autowelt nicht schon genug unter der schlechten Stimmung und den Vorgaben zum CO2-Ausstoß zu leiden, trifft sie nun auch immer stärker die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa.

Als erste große Messe der Branche wurde bereits die für April geplante Auto China in Peking abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun verhagelte das Virus der Branche auch deren große Frühjahrsparty in Genf. Doch weil das Geschäft weitergehen muss und die Händler nach Impulsen für den Start ins neue Autojahr verlangen, haben die Hersteller die geplanten Premieren oft kurzerhand ins Internet verlegt.

Während im Palexpo von Genf also Trauerstimmung herrscht, geht es in den Showrooms der Händlernetzwerke dafür umso turbulenter zugehen. Denn an Neuheiten mit aktuellem Serienbezug herrscht kein Mangel.

Autopremieren online: Die verhinderten Stars von Genf

Viele dieser verhinderten Genfpremieren fallen in die Kompaktklasse. Im Windschatten des neuen Golf bringen auch die VW-Töchter die nächste Generation ihrer Modelle an den Start. Sie basieren auf dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB), der Konzern-Plattform für Dutzende Modelle.

Bei Audi dreht sich im Frühjahr alles um den neuen A3, bei Seat um den Leon und bei Skoda um den Octavia. Und weil einige dieser Modelle bereits im kleinen Kreis enthüllt wurden, gibt es jetzt nochmal Rückenwind durch neue Sportversionen: Der Golf hätte als GTI, GTD und GTD nach Genf kommen sollen, der Leon in der Sportversion Cupra, aber erstmals als Plug-in-Hybrid – genau wie der Skoda Octavia RS, ebenfalls ganz frisch mit Steckdose und Verbrenner.

Außerdem neu in der noch immer volumenstärksten Klasse des Marktes ist der aufgefrischte Hyundai i30. Und wer auf gleicher Fläche mehr Platz braucht, den lockt VW in diesem Jahr mit einem neuen Caddy, der bei Antrieb und Ausstattung näher am Golf ist als je zuvor. Eine Klasse darunter sollen ein neuer Toyota Yaris und die nächste Generation des Hyundai i20 das Frühjahrsgeschäft ankurbeln.

Im Boom-Segment der SUVs will Kia mit einer Neuauflage des Sorento für Impulse sorgen. Und Cupra, bei Seat als eigenständige Tochter emanzipiert, bringt mit dem Formentor sein erstes Modell. Das Kompakt-SUV ist mit dem VW Tiguan technisch eng verwandt und soll ab Oktober 2020 in den Handel kommen. Dienstwagenfahrer, die weiterhin auf Limousine statt Hochsitz stehen, lockt Mercedes mit einer gründlich aktualisierten E-Klasse.

Zu den vielen neuen Modellen kommen in diesem Frühjahr zahlreiche elektrifizierte Motorvarianten für Modelle, die schon auf dem Markt sind: Mercedes bietet für die CLA-Varianten Coupé und Shooting Break sowie das Kompakt-SUV GLA einen Plug-in-Hybrid an. BMW bringt drei neue Steckdosen-Stromer für den 3er, und der Renault Twingo wird zum reinen Elektroauto mit bis zu 250 Kilometern Reichweite.

Auf den ersten Blick präsentiert sich die PS-Branche zum Frühlingsauftakt eher nüchtern und vernünftig. Doch ganz in Genfer Tradition bleiben PS-Huberei und Spaß nicht auf der Strecke, obwohl dies angesichts der Klimakrise wie aus der Zeit gefallen scheint.

Diese Supersportwagen sind am Start

Porsche lässt die Tage einen 911 Turbo S mit 650 PS vom Stapel, McLaren will reiche Raser mit dem extremen Roadster Elva ohne Frontscheibe sowie einem 675 PS starken Longtail-Modell der Super-Series ködern. Bentley macht aus dem Continental GT Cabrio als Bacalar einen Zweisitzer mit einem auf 659 PS erstarkten W12-Motor.

In die gleiche Kerbe schlägt Alfa Romeo anlässlich des 110. Firmengeburtstags. Das Modell Giulia kommt in einer GTA-Version mit 540 PS, gebaut wird eine Auflage von 500 Exemplaren. Und Mercedes-Benz gönnte dem kompakten GLA eine AMG-Version mit renntauglichen 421 PS und auffälligem Dachspoiler.

Allerdings weiß die PS-Branche auch, dass sie mit konventionellen Modellen alleine auf Dauer nicht überleben kann. Deshalb untermauern die Hersteller den Willen zum Wandel mit einer Handvoll Studien, die nachhaltig und innovativ, kreativ und kurios und natürlich vor allem elektrisch sind.

Dabei schauen sie zum Teil viele Jahre voraus wie Renault mit dem Morphoz, der auf Knopfdruck in die Länge geht und mit Platz für eine weitere Batterie vom Stadt- zum Langstreckenauto werden soll. Ähnlich einfallsreich zeigt sich Hyundai mit dem nur noch per Joystick steuerbaren 2+2-Sitzer Prophecy.

Während das nach Zukunftsmusik klingt, will BMW mit dem i4 der E-Mobilität einmal mehr zur Alltagstauglichkeit verhelfen: Mit versprochenen 600 Kilometern Reichweite und mehr als 200 km/h Spitzentempo könnte das Konzept später als Serienmodell zum Tesla-Fighter werden.

Dagegen plant Dacia , die E-Mobilität auch für weniger zahlungskräftige Kunden bezahlbar zu machen – mit einem elektrischen Kleinwagen für kaum mehr als 10000 Euro, aber nur rund 200 Kilometern Reichweite. Auch der Dacia ist offiziell noch ein Konzept und soll wie der i4 im nächsten Jahr als Serienversion gezeigt werden. Ob auf einer Messe, das lässt sich dieser Tage wirklich nicht sagen. (dpa)

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