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Alternative Antriebe

12.06.2019

Das Erdgas-Auto: eine Idee, die nicht richtig zündet

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Erdgas lässt sich so einfach tanken wie Benzin. Die Anzahl der Tankstellen ist allerdings gering.
Bild: Seat

Eigentlich wäre Erdgas zur Stunde der fast perfekte Öko-Treibstoff. Doch kaufen will die Autos kaum jemand. Dabei könnte es sich lohnen, wie Seat beweist.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten offeriert die Automobilindustrie Fahrzeuge mit Erdgasantrieb als kostengünstige und klimaschonende Alternative zu Diesel und Benziner. Ohne durchschlagenden Erfolg, weshalb die umweltverträglichste Variante des Verbrennungsmotor bei fast allen Marken über kurz oder lang aussortiert wurde.

Die spanische VW-Tochter Seat weitet ihr Gas-Angebot dagegen sogar noch aus und ermöglicht auch im 4,14 Meter langen Arona das Gas-Geben. Nach der Ibiza- und Leon-Klientel kann nun nun auch die Hochsitz-Fraktion von diesem Antriebskonzept profitieren - die Spanier haben damit das erste Erdgas-SUV weltweit im Angebot. Mii-Kunden schauen dagegen in die Röhre; im kleinsten Seat ist das Erdgas-Zeitalter vorbei, künftig soll ein Elektro-Antrieb für niedrige Schadstoffwerte sorgen.

Erdgas bei Seat: Modelle und Preise

Einen zusätzlichen Anreiz, auf komprimiertes Erdgas (CNG) im Seat-Tank umzusteigen, bietet der verhältnismäßig geringe Aufschlag gegenüber dem Nur-Otto: 1000 Euro sind es bei Ibiza und Arona, 1500 Euro bei Leon-Limousine und -Kombi. Der 90 PS mobilisierende Erdgas-Arona, am Kürzel TGI erkennbar, ist also für 19.820 Euro zu bekommen. Beim Ibiza beträgt der Einstiegspreis, wegen der einfacheren Basis-Ausstattung, sogar nur 17510 Euro. Den 130 PS starken Leon bietet Seat ab 23.650 Euro an, für den Kombi werden 24850 Euro fällig. Der Kraftstoff wird in diesen beiden Modellen in 1,5 Liter Hubraum und vier Zylindern verbrannt; in Arona und Ibiza ist dafür ein 1,0-Liter-Dreizylinder zuständig.

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In puncto Kohlendioxid- und Schadstoffausstoß schneidet der Erdgas-Antrieb erheblich besser ab als Benziner und Diesel. CNG-Triebwerke emittieren nur etwa fünf Prozent der Stickoxidmenge pro Kilometer, die andere Verbrennungsmotoren freisetzen; Der CO2-Ausstoß ist circa 25 Prozent niedriger, außerdem erfüllen Erdgas-Autos ganz ohne Partikelfilter problemlos die Euro 6-Abgasnorm.

Erdgas kann nachhaltig erzeugt werden

Und ganz wichtig: Der Treibstoff, der CNG-Modelle mobil macht, kann auch aus Bio-Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden – Stichwort: erneuerbare Energien. Das in Biogas-Anlagen erzeugte Methan lässt sich problemlos ins vorhandene Erdgas-Leitungsnetz einspeisen und über diese leicht ausbaubare Infrastruktur verteilen. Schon jetzt stammen 20 Prozent des hierzulande verbrauchten Erdgases aus derartigen Quellen. Das schont die fossilen Energievorräte, deren Verbrennung außerdem zur CO2-Anreicherung in der Atmosphäre führt. Wirklich gut für die Umwelt ist das Bio-Erdgas aber nur dann, wenn Abfallstoffen oder Überproduktion dafür vergärt und nicht extra Energie-Pflanzen wir Mais oder Raps in riesigen Monokulturen herangezogen werden.

Neben den positiven Auswirkungen auf die Umwelt loht sich der Umstieg auf CNG für den Fahrer auch wirtschaftlich; zumindest ab einer gewissen Fahrleistung: Ein Kilogramm Erdgas, das in etwa soviel Energie liefert wie 1,5 Liter Benzin, kostet derzeit rund 1,10 Euro – eine bis 2026 garantierte Steuerbegünstigung wirkt als Kostenbremse. Bei einem Normverbrauch von 3,5 Kilogramm kosten beispielsweise mit dem Arona TGI 100 Kilometer also rund vier Euro.

Man merkt beim Fahren nicht, dass Erdgas statt Benzin verbrannt wird

Und das Beste: Man merkt beim Fahren nicht, dass Erdgas statt Benzin verbrannt wird. Nur im direkten Vergleich, wenn der knapp 14 Kilogramm fassende CNG-Tank leer ist und das System automatisch auf den Benzinbetrieb (neun Liter Ottokraftstoff sind als Reserve an Bord) umschaltet, spürt man, dass der Wagen im Erdgas-Modus einen Ticker weniger spritzig ist. Ansonsten aber reicht selbst das 90-PS-Motörchen in Ibiza und Arona für den (Stadt-)Alltag vollkommen aus und jenseits der 100-km/h-Marke muss sich auch der Nur-Benziner ordentlich anstrengen.

Einziges Manko: das Tankstellennetz ist nicht das dichteste. 850 Stationen gibt es in Deutschland und im Zeitalter von Smartphone und Apps dürfte die Versorgung – zumindest für Vielfahrer – kein Problem mehr sein. Problematisch wird es aber für diejenigen, die nur in ihrer engeren Umgebung unterwegs sind und keine CNG-Tankstelle in der Nähe haben.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.06.2019

Allerdings bin ich schon seit min. 10 Jahren der Meinung, dass Erdgas eine aktzeptable Überganglösung gewesen wäre.
Auch wieder ein Beispiel für das Versager unserer CSU Verkehrsminister!
Dobrindt, Scheuer..., die sind schlicht unfähig. (Oder Interessengesteuert)
Brauchts noch mehr Nachweise Ihres Versagens?

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