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14.05.2018

Der Cadillac XT5 im Test: typisch amerikanisch

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4 Bilder
Der fällt auf: Cadillac bringt mit dem XT5 ein SUV, das amerikanischer nicht sein könnte.
Bild: General Motors

Der Cadillac XT5 kommt an deutsche Premium-SUVs kaum heran. In einer Disziplin aber schlägt er sie alle.

Deutschland und die USA trennt vieles derzeit, aber besonders hart prallen die Welten beim Thema Auto aufeinander. Wie hart, zeigt ein Blick auf den Cadillac XT5, einem Ami-SUV wie aus dem Bilderbuch. Während bei uns ein Straßen-Geländewagen ohne Diesel praktisch undenkbar ist, verkauft Cadillac den Zweitonner ausschließlich mit einem Benzinmotor. Er besitzt 3,6 Liter Hubraum und 314 PS. Was auf dem Motoren-Schrumpf-Kontinent Europa fast obszön wirkt, sorgt jenseits des Großen Teichs nicht weiter für Aufsehen. Dort beginnt die Motoren-Welt für Kenner bei einem Vierliter-V8.

Zehn Liter Normverbrauch schreiben die Amis dem XT5 ganz ungeniert ins Datenblatt. In der Praxis nimmt er sich an die 14 Liter Super auf hundert Kilometern. Dass der V6 mit Start-Stopp-Automatik ausgerüstet ist und zeitweise nur auf vier Töpfen läuft, ist nicht mehr als Spritspar-Kosmetik. Cadillac ist so konsequent und baut einen 82-Liter-Tank ein. 600 Kilometer lang muss man sich keine Sorgen machen. Spätestens an der nächsten Zapfsäule kommt aber die Quittung. Knapp 120 Euro pro Tankfüllung – das sind Dimensionen, die man in Deutschland fast vergessen hat.

Wenigstens rechtfertigt der V6 seinen gesunden Durst mit passablen Fahrleistungen. In 7,5 Sekunden beschleunigt der Koloss auf 100 km/h, auch die 200 Sachen sind zügig erreicht, sofern das ökologische Gewissen nicht vorher rebelliert. Schön amerikanisch, vielleicht sogar etwas zu leise, ist der Motorsound, der bei höherem Tempo von deutlichen Windgeräuschen orchestriert wird. Dämpfen können die deutschen Premium-Hersteller besser.

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Das Platzangebot ist US-typisch üppig, was man von einem 4,82 Meter langen Auto auch erwarten darf. Auf der Rückbank sitzen selbst drei Passagiere komfortabel und genießen viel Beinfreiheit. Die vorderen Insassen erfreuen sich außerdem an einem reichhaltigen Angebot an Schaltern, Anzeigen und Infotainment. Stellenweise wirkt das Arrangement aber überladen. Oder braucht heute wirklich noch jemand Instrumente, die permanent Daten wie Öl- und Wassertemperatur oder gar Batteriespannung anzeigen?

Mit einem gut versteckten Schalter in der Mittelkonsole lassen sich die Fahrmodi Sport, Tour oder 4x4 einstellen. Das Beste am Allrad ist, dass er nicht dauernd zugeschaltet ist, was den Spritverbrauch noch weiter treiben würde. Das Automatikgetriebe ist für deutsche Geschmäcker wohl zu defensiv abgestimmt und auch das Fahrwerk könnte straffer sein. Querfugen schlagen überraschend deutlich durch.

Der Cadillac mag deutschen Edel-Konkurrenten wie einem Audi Q7, einem BMW X5 oder einem Mercedes GLE in einigen Disziplinen unterlegen sein. In einer aber schlägt der sie alle, und zwar um Längen: beim Preis. Der Einstieg liegt bei knapp 50.000 Euro. Selbst in der getesteten Platinum-Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt, bleibt der Preis für dieses Segment moderat. Für 68.300 Euro bekommt der US-Car-Fan hier Goodies wie 20-Zoll-Räder, Riesen-Glasschiebedach und alle erdenklichen Elektronik-Features. Eines muss man den Amis bei aller mehr oder weniger berechtigten Kritik an ihren Pkw-Vorlieben lassen: Sie geben selbst für Luxusautos keine Unsummen aus.

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