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Zwei in einem: SUV plus Coupé - diese eigenwillige Kreuzung wird jetzt auch in Ingolstadt produziert. Der Audi Q8 soll Konkurrenten wie den BMW X6 angreifen.

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Charakteristisch für den Audi Q8 ist das Leuchtenband.

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Die Preise für das Spitzenmodell der Q-Baureihe von Audi beginnen bei 76300 Euro.

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Noblesse, wohin man schaut: der Innenraum des Audi Q8.

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Obwohl der Audi Q8 hierarchisch über dem Q7 angesiedelt ist, ist er einige Zentimeter kürzer.

Neuvorstellung
17.07.2018

Dynamisches Dickschiff: der neue Audi Q8 im ersten Test

Von Michael Gebhardt

Audi erschafft mit dem Q8 sein erstes SUV-Coupé. Für seine Fülle fährt sich der Wagen erstaunlich flott.

Schicker Sportwagen oder elegantes Coupé? Von wegen! Wer heute etwas auf sich hält, das beweist die Zulassungsstatistik, greift zum SUV. Mittlerweile wächst aber auch bei den Hochsitz-Jüngern wieder die Lust an Dynamik, und jetzt, da gefühlt alle Nachbarn schon einen SUV in der Auffahrt stehen haben, käme ein bisschen Individualität auch ganz gut.

Wer sich in diesem Segment abheben will, wird bei den sogenannten SUV-Coupés fündig – bislang vor allem bei BMW und Mercedes. Ab Herbst spielt nun Audi in der Klasse der schrägen SUV mit, vorerst allerdings nur in der Oberliga: Der Q8 reiht sich an der Spitze des Ingolstädter Q-Programms ein.

Dass er die technische Basis des Q7 nutzt, sieht man dem nur wenige Zentimeter kürzeren 8er kaum an. Ein neuer Kühlergrill, extrem flache LED-Scheinwerfer und das durchgehende Leuchtenband am Heck sprechen die neue Audi-Design-Sprache, und auch innen hält mit dem Zwei-Touchscreen-Cockpit und virtuellen Instrumenten die Neuzeit Einzug.

Dazu kommen rahmenlose Scheiben, die den Coupé-Charakter deutlicher unterstreichen als die Dachlinie. Anders als bei BMW X6 oder Mercedes GLE Coupé fällt das Audi-Dach nämlich weit weniger flach nach hinten ab. Bis hinter die Köpfe der Fondgäste läuft die Linie fast gerade, mündet dann in eine schräg stehende Heckscheibe. Das sorgt einerseits für einen gefälligeren Auftritt, andererseits für mehr Platz als bei den Mitbewerbern. Der Kofferraum hinter der verschiebbaren Rückbank schluckt mit 605 bis 1755 Litern ordentlich was weg; hier findet sich allerdings ein Q7-Überbleibsel: Bei dem Dickschiff lassen sich die Lehnen der Rücksitze nicht vom Kofferraum aus umklappen, und auch beim Q8 muss man vor dem Beladen direkt an der Fond-Bank Hand anlegen.

Als Lastesel dürften ohnehin nur die wenigsten den Q8 bestellen; dafür könnte man auch den gut 10000 Euro günstigeren Q7 nehmen. Das neue Top-Modell, das ab sofort für mindestens 76.300 Euro bestellbar ist, steht für Sportlichkeit und Querdynamik: Beeindruckend durchtrainiert wedelt der Audi über die Landstraße und nimmt Kurven mit der Leichtigkeit eines Mittelklasse-Wagens. Allradlenkung, Quattro-Antrieb und das optional luftgefederte Fahrwerk sind perfekt aufeinander abgestimmt. Dass man gerade über 2,2 Tonnen durch die Landschaft jagt, merkt man erst in zu flott angegangenen Biegungen. Dann treibt die Masse das Dickschiff an den Kurvenrand und der Grenzbereich kommt einem schneller nahe als gedacht.

Wie schwer der Ingolstädter ist, wird auch beim Tritt aufs Gas deutlich: Zunächst gibt es den Q8 ausschließlich als 50 TDI mit einem Dreiliter-V6-Diesel, der mit 286 PS zwar nicht schwach auf der Brust ist, aber sich beim Anfahren schon merklich ins Zeug legen muss, um das Schwergewicht in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen. Dazu kommt eine etwas unausgegoren wirkende Automatik-Abstimmung: Mal wirkt der Achtgang-Wandler, dem die Verwaltung der bis zu 600 Newtonmeter Drehmoment serienmäßig obliegt, träge, ein ander mal sucht er hektisch nach der richtigen Übersetzung.

Den Verbrauch gibt Audi mit niedrigen 6,6 Litern an, gemessen nach dem neuen WLTP-Zyklus, aber umgerechnet in NEFZ-Werte. So oder so: In der Praxis wird deutlich mehr Sprit durch die Kraftstoffleitung rauschen. Selbst wenn das 48-Volt-Bordnetz eifrig Energie zurückgewinnt und der Q8 häufig zwischen 55 und 160 km/h mit abgestelltem Motor segelt, dürfte der Bordcomputer gern mal einen zweistelligen Wert anzeigen.

Alternative Antriebe sind vorerst nicht geplant, allerdings wird die Plug-in-Technik aus dem Q7 sicher in das Coupé überschwappen. Anfang 2019 reicht Audi eine 231-PS-Version des Diesels (45 TDI) und einen 340 PS starken V6-Benziner (55 TFSI) nach. Gesichtet wurden indes auch schon Erlkönige der Sport-Modelle SQ8 und RS Q8. Vor allem letzterer wird mit gerüchteweise um die 600 PS das Dynamik-Niveau nochmal auf eine ganz neue Stufe heben.

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