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Test

06.06.2020

Ein Spanier macht dem Golf Feuer: der neue Seat Leon im Test

Das Design ist schonmal richtig heiß, besonders in der Heckansicht: der neue Seat Leon traut sich auch optisch was.
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Das Design ist schonmal richtig heiß, besonders in der Heckansicht: der neue Seat Leon traut sich auch optisch was.
Bild: Seat

Den Platzhirschen jagen einige Mitbewerber – sogar die eigenen Geschwister. Warum der Seat Leon eine echte Alternative zum VW Golf ist. Der Test.

Die Zeiten, in denen der VW Golf ein Selbstläufer war, neigen sich dem Ende zu. Die Wettbewerber rund um Opel Astra, Toyota Corolla oder Kia Ceed werden immer besser, Marken-intern sorgt der Stromer ID.3 für Konkurrenz. Und dann gibt’s noch die Ableger von Skoda und Seat, die inzwischen weit mehr sind als kleine Geschwister. Der Octavia hat sich als geräumige Alternative etabliert und auch die Neuauflage des spanischen Leon scheint ein Volltreffer zu sein.

Zwar war bis zuletzt auch der Seat vom VW-konzernweiten Auslieferungsstopp wegen Schwierigkeiten mit dem Notrufsystem eCall betroffen – ein Softwareproblem. Kunden dürfen sich trotzdem getrost auf ihr neues Auto freuen. Sie bekommen mit dem nur noch als Fünftürer und Kombi erhältlichen Leon einen richtig schicken Kompakten mit markantem Kühlergrill, scharfen LED-Lichtern und eindrucksvollen Sicken auf der Motorhaube und der Flanke. Am auffälligsten ist das Heck, mit eingezogenem Kofferraumdeckel und durchgängigen Rückleuchten; in den teureren Ausstattungen ist das wirklich ein Lichtband, die Basis bekommt einen einfachen Reflektor.

Im Innenraum wird die Verwandtschaft mehr als deutlich

Während sich der Leon äußerlich von seinen Geschwistern durchaus absetzen kann, wird innen die Verwandtschaft mehr als deutlich. Das optionale, zehn Zoll große Digital-Kombiinstrument ist ebenso vom Golf 8 bekannt wie das Touchscreen-Infotainmentsystem mit Slider-Flächen, auf denen per Fingerwisch Temperatur und Lautstärke justiert werden können. Allerdings hat Seat fast alle Tasten aus der Mittelkonsole entfernt, die mit einem großen Ablagefach und zwei USB-C-Anschlüssen ziemlich aufgeräumt daher kommt. Mit an Bord ist ein digitaler Sprachassistent, der auf den Befehl „Hola hola!“ anspringt. Auf das Head-up-Display muss man bei Seat verzichten.

Ein Spanier macht dem Golf Feuer: der neue Seat Leon im Test

So sitzt es sich im neuen Seat Leon

Unterm Blech setzt der Leon wie der Octavia auf einen um fünf Zentimeter längeren Radstand als das Wolfsburger Original. Insgesamt konnte der Seat so um neun Zentimeter auf 4,37 Meter zulegen, der Kombi ist sogar auf 4,64 Meter gewachsen. Die Fond-Passagiere freut’s, sie sitzen gemütlich und deutlich geräumiger als im Golf. Auch das Gepäckabteil hat zugelegt: Bei voller Bestuhlung schluckt der Leon genauso viel wie der VW, mit umgeklappter Rückbank aber gehen über 60 Liter mehr rein.

Seat Leon 2020: technische Daten

  • Spezifikation: Seat Leon 2.0 TDI
  • Hubraum: 1968 ccm
  • Leistung: 150 PS bei 3000/min
  • Drehmoment: 360 Nm bei 1700–2750/min
  • Länge/B./H.: 4,37/1,80/1,46 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1446 kg/609 kg
  • Kofferraum: 380–1301 l
  • Anhängelast gebremst: 1600 kg
  • 0–100 km/h: 8,6 Sek.
  • Top-Tempo: 218 km/h
  • Normverbrauch: 3,8 l Diesel
  • CO2-Ausstoß: 98 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6 DG
  • Energieeffizienzklasse: A+
  • Preis ab: 30.020 Euro

Geblieben ist die etwas sportlichere Ausrichtung des Spaniers. Mimt der Golf immer noch Everbody’s Darling, setzt der Leon stärker auf die Dynamik-Karte und will die Kunden locken, die Freude am Fahren suchen. Trotz des größeren Radstands fühlt sich der Seat direkter, straffer an als sein norddeutscher Bruder und macht im kurvigen Geläuf richtig Laune. Auch wenn es aus dem Werbeslogan längst verschwunden ist: Auf der Straße gibt’s noch „auto emocion“.

Dass auch der von uns getestete, durchzugsstarke Zweiliter-Diesel mit 150 PS, 360 Newtonmeter Drehmoment und Siebengang-Doppelkuppler seinen Teil zum Fahrspaß beiträgt, ist klar. In 8,6 Sekunden schubst er den Spanier auf Tempo 100 und wird nur noch vom gleich starken Otto-Bruder mit 48-Volt-Unterstützung (1.5 eTSI, ab 29.050 Euro) unterboten.

Auch Erdgas- und Hybridversionen sind für den Seat Leon geplant

Beim Verbrauch kann der dem Selbstzünder trotz Elektrifizierung nicht Paroli bieten: Nach WLTP-Lesart gibt sich der TDI mit 3,8 Litern zufrieden. Die Alternativen im Motorenregal sind ein 115 PS starker Diesel oder die zwei schwächere Ottos mit 130 und 90 PS (ab 20.820 Euro). Geplant sind außerdem eine Erdgas-Version und, für das starke Cupra-Modell, ein Plug-in-Hybrid.

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