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Neuvorstellung

29.06.2017

Emotion statt Emission: Das elektrische Smart-Cabrio im Test

Hat da jemand "Frauenauto" gesagt? das Smart Cabrio saust jetzt auch elektrisch.
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Hat da jemand "Frauenauto" gesagt? das Smart Cabrio saust jetzt auch elektrisch.
Bild: Daimler AG

Wie cool ist das denn! Der jüngste Smart fährt mit Strom – und ohne Dach. Wir haben ihn schon ausprobiert.

Pünktlich zu Sommerbeginn schließt Smart die vorerst letzte Lücke in seinem Angebot und bringt das vielleicht coolste Cabrio dieser Saison zum Händler: Den offenen Fortwo mit Elektroantrieb. Kaum ein anders Autos ist derart auf den städtischen Einsatz ausgelegt, wie der kleinste Daimler-Spross, und der Stromantrieb ist gleichermaßen logisch wie konsequent. Nirgends sonst sind die Wege so kurz und die Ladeinfrastruktur – wenn sie auch noch Lücken hat – so gut. Gleichzeitig maximiert die Oben-ohne-Version den Fahrspaß und selbst der tagtägliche Großstadt-Stau wird angenehmer, wenn man sich dabei die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann.

Das geht im Smart Cabrio freilich nicht ganz so gut, wie in der neuen, offenen E-Klasse von Mercedes (siehe eigener Bericht). Schließlich bleiben die C-Säulen des Winzlings immer stehen; nur wer händisch die Dachholme ausbaut und sie in der Heckklappe verstaut, genießt maximales Frischluft-Feeling. Ansonsten ist das Cabrio eher ein Fortwo mit Faltdach. Dafür aber lässt sich das Dach bei jeder beliebigen Geschwindigkeit auf und zu machen. Konkret heißt das beim E-Smart zwischen Null und Tempo 130.

Mehr schafft der Kleine nicht, und mit Rücksicht auf den Stromvorrat sollte man selbst das nicht ausreizen. Alles jenseits der 100 km/h sorgt für einen deutlich erhöhten Durst nach Elektronen, von denen im Idealfall gerade mal genug für 155 Kilometer in der 17,6-kWh-Batterie lagern. Das Auftanken dauert an der Haushaltssteckdose gut sechs Stunden, mit optionalem Schnelllader an Bord ist der Akku nach 45 Minuten zu 80 Prozent voll. Dass das Cabrio auf dem Prüfstand zehn Kilometer weniger schafft als sein geschlossener Bruder, liegt an dem etwas schwereren Masse und der schlechteren Aerodynamik; Probleme, die es auch bei einem Verbrenner gibt, die dort aber nicht wirklich ins Gewicht fallen.

In der Praxis aber dürften auch die wenigsten E-Smart-Fahrer den Unterschied merken. Realistisch sind bei manierlicher Fahrweise, ohne Klimaanlage oder Heizung, rund 120 Kilometer. „Im kalten Winter kann es aber natürlich sein, dass man auch nur 90 Kilometer weit kommt“, gibt sich der zuständige Produktmanager bescheiden.

Das verdient durchaus Respekt, denn mit solch’ ehrlichen Aussagen lassen sich sicher mehr Kunden gewinnen, als mit waghalsigen Reichweiten-Versprechungen, die ohnehin nicht eingehalten werden können.

Wer mindestens 20820 Euro (bei denen die Umweltprämie von Bund und Hersteller bereits abgezogen ist!) auf den Tisch des Smart-Händlers legt, will schließlich nichts vorgemacht bekommen. Jeder, der sich für ein Elektro-Auto entscheidet, weiß, dass er ein Pionier ist und für das gleiche Geld woanders mehr Auto bekäme.

Belohnt werden diese Überzeugungstäter im Falle des Elektro-Cabrios allerdings nicht nur mit grünem Gewissen und niedrigen Unterhaltskosten, sondern auch mit dem spaßigsten aller Smarts: Das unmittelbar anliegende Drehmoment lässt den heckgetrieben Zweisitzer an der Ampel so manchem Porsche davon eilen. Das Mehrgewicht tut der sonst etwas harten Federung gut und der lautlose Antrieb scheint seine Ruhe förmlich auf den Fahrer zu übertragen.

Dazu kommen die übrigen Vorteile eines jeden Smarts: Ein minimaler Wendekreis, die Chance, fast immer vor der Tür zu parken, und tatsächlich gar nicht mal so wenig Platz: Auch Große sitzen – abgesehen vom Gurt, der Fahrer und Beifahrer jeder Länge am Hals scheuert – recht ordentlich und in den Kofferraum gehen 260 bis 340 Liter rein. Das reicht für den Wocheneinkauf und den Ausflug an den Badesee vollkommen aus.

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