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Test

06.11.2018

Kia Sorento im Test: Wenn der Preis den Unterschied macht

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5 Bilder
Schicke Front: der Kühlergrill des Kia Sorento wirkt dreidimensional.
Bild: Kia

Geld ist nicht alles: Wer sich keinen sündteuren SUV der Premium-Liga leisten kann oder will, könnte sich den Kia Sorento anschauen. Der Test.

Große Familien verlangen nach großen Autos. Und die wiederum nach großen Budgets, jedenfalls dann, wenn es einer vom Kaliber eines BMW X5 sein soll. Der Einstieg für den Bayern liegt bei knapp 72000 Euro und damit im Reich der Träume für Otto Normalverbraucher.

Auch wenn der Vergleich allein schon wegen der unterschiedlichen Motorisierungen hinkt und BMW-Fahrern unfair erscheinen mag: Ein Kia Sorento zum Beispiel kostet nicht einmal die Hälfte. Selbst in absoluter Vollausstattung, mit 19-Zöllern, mit 200-PS-Diesel, allen Assistenten, Allrad und Achtgang-Automatik kommt der Korea-SUV auf exakt 52.950 Euro. Rechnet man den Wert der markentypischen siebenjährigen Garantie dazu, steigert sich der Preisvorteil des Sorento nahezu ins Unschlagbare.

Freilich bekommt der Käufer hier kein Premium-Produkt, aber beileibe auch keine Billigware. Mit der Präsenz eines X5 kann es der Kia Sorento fast aufnehmen, auch wenn er nicht ganz so kantig gezeichnet ist und stellenweise etwas zu rund gelutscht wirkt. So richtig modisch erscheint lediglich die Front mit dem dreidimensionalen Kühlergrill, den mächtigen Lufteinlässen und den fokussierten Scheinwerfern. Auch erreicht der Sorento nicht ganz die Dimensionen eines BMW X5 oder eines Mercedes GLE, die ihn in der Länge um rund zehn Zentimeter schlagen. Zehn Zentimeter andererseits, die beim Einparken in der City entscheidend sein können. Rangier-Probleme kennt der Kia-Fahrer dank hervorragender Kamera-Unterstützung kaum. Und im Interieur geht es gefühlt mindestens so großzügig zu wie bei der sündteuren Konkurrenz. Die Sitze der zweiten Reihe sind um bis zu 27 Zentimeter in der Länge verschiebbar. Sogar auf der optionalen dritten Sitzreihe, die es für sozialverträgliche 900 Euro Aufpreis gibt und die bei Nicht-Nutzung bretteben im Kofferraumboden verschwindet, reist es sich noch einigermaßen kommod.

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Am deutlichsten ist der Abstand zur Premium-Riege bei der Materialauswahl zu sehen. Im Cockpit dominieren Plastik- und Gummioberflächen. Taster und Schalter sind nicht besonders elegant, dafür aber sehr praktisch und schön groß gehalten, was die Bedienung vereinfacht. Das Kia-Infotainmentsystem braucht sich nicht zu verstecken. Der mittige Touchscreen zeigt ein gestochen scharfes, brillantes Bild und reagiert flink auf Eingaben.

Der Diesel überrascht positiv

Als positive Überraschung erweist sich der Dieselmotor, der für einen Vierzylinder recht kultiviert läuft und genügend Leistungsreserven zur Verfügung stellt. Die Automatik nimmt sich beim Anfahren eine kleine Gedenksekunde, schaltet dann aber die Gänge im richtigen Timing und ohne Ruckeln durch.

Im Komfort-Modus fällt die Abstimmung recht weich aus und das Fahrgefühl ist eher schwammig als direkt. Im Sport-Modus strafft sich der Koreaner spürbar, ohne sein eher zurückhaltendes Wesen ganz abzulegen. Was er beim Preis vorne liegt, fällt er in Sachen Fahrdynamik gegen BMW und Co. zurück. Am besten lässt man den sanften Riesen im „Smart“-Modus, dann passt er sich automatisch der aktuellen Fahrsituation an. Das gilt auch für den Allradantrieb, der nur arbeitet, wenn er wirklich gebraucht wird – im normalen Straßenverkehr also die wenigste Zeit. Das wiederum spart Sprit. Mit rund acht Litern Diesel war der nach Euro 6d temp zertifizierte Testwagen in der Praxis zufrieden, zwei Liter mehr, als die Norm aussagt. Nein, was die Wirtschaftlichkeit betrifft, stößt den Sorento so schnell keiner vom SUV-Thron.

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