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Neuvorstellung

22.10.2019

Kurz laden, lange fahren: die neuen Plug-in-Hybriden von Mercedes

Da reicht der Strom auch für eine Landpartie: mercedes rüstet seine neuen Plug-In-Hybriden (hier der A 250e) mit größeren Akkus aus, die mehr Reichweite ermöglichen.
Bild: Daimler AG

Warum die neuen Plug-In-Hybriden von Mercedes nicht jeden Abend an die Steckdose müssen.

50 Kilometer elektrische Reichweite, wollten uns die Marketingstrategen der Autobauer lange weis machen, reichten vollkommen aus. Damit sollte der Kundschaft der Plug-in-Hybrid schmackhaft gemacht werden, also Benzin- oder Diesel-Autos mit Zusatz-Akku und Elektro-Antrieb. Das Problem: In der Theorie mag das stimmen, die wenigsten von uns legen im Alltag größere Strecken zurück. Doch am Ende des Tages reicht es eben nicht, weil aus den 50 Kilometern in der Praxis oft nur 40 oder 35 Elektro-Kilometer wurden und an besonders heißen Tagen, wenn die Klimaanlage auf voller Fahrt arbeitet, noch weniger. Kommt dann noch ein spontaner Ausflug ins Möbelhaus, an den Badesee oder zu Freunden am Land dazwischen, muss der Verbrenner auf jeden Fall einspringen.

Die Lösung: eine größere Batterie

Die Lösung ist simpel: Eine größeren Batterie muss her. Dass das selbst in der Kompaktklasse geht, beweist Mercedes mit den sogenannten EQ-Power-Modellen von A- und B-Klasse (ab circa 37.000 Euro). Sie bekommen einen 15,6-kWh-Akku, der den Kofferraum zwar etwas einschränkt, aber genug Stauraum fürs Gepäck lässt. Mit der eingelagerten Energie können die kleinen Sterne knapp 70 Kilometer Stromern – nach ziemlich realitätsnaher WLTP-Messart! Der 102 PS starke E-Motor ist ausreichend stark, und rein elektrisch schaffen A 250e und B 250e sogar bis zu 140 km/h. Erst wenns schneller gehen muss oder der Akku leer ist, springt – ausgesprochen ruckfrei – ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 160 PS in die Presche; dann kann man auch Tempo 235 schaffen.

GLE 350de mit satten 320 PS und 700 Nm

Noch mehr Kilometer ohne fossilen Brennstoff zu verfeuern kann der GLE 350de (wahrscheinlich ab rund 70.000 Euro) zurück legen. Im Bauch des großen SUV haben die Entwickler den Stromspeicher gleich zweimal untergebracht; die 31,2 Kilowattstunden Strom sollen für 106 Kilometer reichen. Für den Vortrieb sorgt hier ein 136-PS-Elektromotor, ihm zur Seite steht ein Vierzylinder-Diesel mit 194 PS. Arbeiten beide zusammen, liegen 320 PS und satte 700 Newtonmeter Drehmoment an, die das Dickschiff in 6,8 Sekunden auf Tempo 100 bringen und 210 km/h schnell machen. Anders als der verhältnismäßig kleine Benziner in der A- und B-Klasse macht der Diesel durchaus von sich hören, wenn er sich, zum Beispiel beim Kavalierstart, mit einem kräftigen Schüttler ins Geschehen einmischt. Im Stadtverkehr sind diese Intermezzi aber selten von langer Dauer, sobald der E-Motor alleine in der Lage ist, der Leistungsabfrage Herr zu werden, hat der Selbstzünder wieder Sendepause.

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Die große Elektro-Reichweite ist das eine, um den Plug-in attraktiv zu machen. Mit 70 oder gar 100 Kilometern Aktionsradius sind auch Umwege problemlos stromernd machbar und der Wagen muss auch nicht jeden Abend an die Steckdose.

Die Ladetechnik ist ein weiterer Pluspunkt

Ein weiterer Pluspunkt der neuen Mercedes-EQ-Modelle ist die Ladetechnik: Sie unterstützen als erste Plug-ins das Schnellladen per CCS-Stecker. Zwar werden die meisten Doppelherz-Modelle über Nacht in der heimischen Garage oder tagsüber am Arbeitsplatz geladen, wo sie genügend Zeit haben, um sich langsam neue Stromlinge einzuverleiben. Wenn aber zwischendrin der Energievorrat zur Neige ging, boten Plug-ins bislang wenig Anreiz zum kurzen Zwischentanken: Eine Viertelstunde an der Steckdose beim Einkaufen brachte bisher nur genug Strom für eine Handvoll Kilometer. Die Folge: Viele Plug-in-Fahrer greifen lieber auf den Diesel- oder Benzin-Vorrat zurück.

Voller Akku schon nach 25 Minuten

An der Schnellladedose aber sind die Akkus in A- und B-Klasse dank 24-kW-Ladungsaufnahme nach 25 Minuten, beim GLE mit 60 Kilowatt Ladeleistung sogar schon nach 20 Minuten zu 80 Prozent wieder gefüllt. Noch gibt es solche kraftvollen Ladesäulen zwar vorrangig an Autobahnen, und auf der Langstrecke werden die meisten Fahrer nach wie vor auf den Verbrenner setzen. Sobald sich CCS-Lader aber auch in den Innenstädten oder an Supermärkten breit machen, steigt sicher auch die Lust am spontanen Laden. Und der ein oder andere nimmt vielleicht sogar gerne extra einen Espresso, um den Wagen vorm Café kurz aufzuladen.

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