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Neuvorstellung

28.06.2017

Nissan Qashqai: Was das Facelift gebracht hat - und was nicht

Den überarbeiteten Nissan Qashqai erkennt man an dem deutlich breiteren Chrom-V in der Front.
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Den überarbeiteten Nissan Qashqai erkennt man an dem deutlich breiteren Chrom-V in der Front.
Bild: Nissan

Nissan bringt im Juli den überarbeiteten Bestseller Qashqai. Zwei wichtige Neuerungen lassen aber noch auf sich warten. Ein erster Test.

Sechs, sieben Jahre steht ein Auto in den Schauräumen, ehe eine neue Generation nachrückt. Damit ihre Modelle über so einen langen Zeitraum hinweg für die Kunden attraktiv bleiben, frischen die Hersteller sie dann und wann auf. Von Facelift ist dabei die Rede, oder Modellpflege. Kleinere optische Retuschen, die sich für den Autobauer ohne großen Aufwand realisieren lassen, sollen das in die Jahre gekommene Design aufpeppen und ein Technik-Update sorgt dafür, dass die Fahrzeuge bis zum Modellwechsel nicht den Anschluss an den Markt verlieren.

Nissan hat seine Hausaufgaben beim Qashqai noch nicht ganz gemacht

Eine solche Produktaufwertung hat Nissan jetzt seinem Bestseller Qashqai zu Gute kommen lassen, allerdings hat die Sache in diesem Fall einen Haken: Wenn das überarbeitet Kompakt-SUV im Juli zu den Händlern rollt, sind die zwei wichtigsten Neuerungen noch nicht erhältlich. Nissan wirbt beim gelifteten Qashqai mit bester Smartphone-Anbindung und teilautonomen Fahren; letzteres wird allerdings erst im Frühjahr 2018 möglich sein und ob Apple CarPlay und Android Auto dann auch schon kommen, ist noch offen.

Schade, denn in Sachen Konnektivität kann der Qashqai so den Mitbewerbern definitiv nicht das Wasser reichen – und mit dem ProPilot hätte Nissan sogar die Chance gehabt, in diesem Segment eine Führungsrolle einzunehmen: Einen selbstbremsenden, -gasgebenden und vor allem -lenkenden Autobahnassistenten findet man bislang selten. Weil aber die finale Abstimmung des in Japan bereits erhältlichen Systems und die Anpassung an europäische Straßenverhältnisse noch nicht abgeschlossen ist, erweitern die Japaner vorerst nur die vorhandenen Systeme (Spurverlassenswarner, Einparkautomatik, Notbremsassistent und Tempolimiterkennung): Die Notbremsfunktion greift fortan auch ein, wenn sie Fußgänger erkennt. Neu hinzu kommt ein Querverkehrswarner, der Unfälle beim Rückwärtsausparken vermeiden soll.

Immerhin: Dem Begriff Facelift wird die aktuelle Überarbeitung durchaus gerecht. Äußerlich hat sich einiges getan. Der neue Kühlergrill glänzt mit einem deutlich größeren Chrom-V, die optionalen LED-Scheinwerfer wurden schmaler, und auch die Schürzen wurden vorne und hinten erneuert. So langsam entwickelt die Marke damit wieder ein Familiengesicht, und gegenüber dem Vorgänger wirkt der erneuerte Qashqai deutlich selbstbewusster.

Innen dagegen hat sich nicht viel getan. Das aus dem Micra bekannte, unten abgeflachte Lenkrad hat nun auch im Kompakt-SUV Einzug gehalten und Nissan hat neue Sitzbezüge aus Nappaleder sowie hochwertigere Materialien im Angebot. Allerdings liegt die Qualitätsmesslatte in dieser Klasse nicht zuletzt dank Seat Ateca und dem ganz neuen Yeti-Nachfolger Skoda Karoq inzwischen ein gutes Stück höher und die Japaner müssen sich bei der für 2019 erwarteten Neuauflage anstrengen, um hier zukünftig mithalten zu können. Punkte einfahren kann der Qashqai dagegen nach wie vor mit seinem Platzangebot.

Nissan Qashqai Facelift (2017): Preis, Motor, Daten

Unverändert ist auch das Motorenangebot: Je zwei Benziner (115 und 163 PS) und Diesel (110 und 130 PS) stehen in der Preisliste, die bei 20.490 Euro, also gut 500 Euro höher als bisher, beginnt. Der Griff zum Basisbenziner oder zum kleinen Diesel sei allerdings nur ausgesprochenen Pragmatikern empfohlen, denn Fahrspaß versprechen beide nicht. Dafür glänzt der Einstiegs-Selbstzünder mit nur 3,8 Litern Verbrauch und 99 Gramm CO2-Ausstoß.

Was für den 1,2-Liter-Benziner sprechen könnte, ist die stufenlose Automatik, die sonst nur noch für den starken 1,6-Liter-Diesel erhältlich ist. Der wiederum ist das einzige Aggregat, das auch mit Allradantrieb bestellt werden kann. Ob’s die 4x4-Technik braucht, muss jeder selber entscheiden. Wer aber auch mal flotter unterwegs sein will, sollte auf jeden Fall zu einer der beiden Starkversionen greifen.

Doch egal ob Benziner oder Diesel: Selbst die beiden Top-Modelle gieren nach hohen Drehzahlen. Das Datenblatt verspricht zwar, dass der große Otto seine volle Kraft bei 2000 Touren bereitstellt, doch kommt der Qashqai erst bei knapp 3000 Umdrehungen so richtig in Schwung. Beim großen Diesel steht mit 320 Newtonmetern noch mehr Kraft zur Verfügung, aber auch hier müssen für spontane Überholmanöver eifrig die Gänge des etwas unpräzisen Sechsgang-Getriebes gewechselt werden. Das treibt den Verbrauch in die Höhe. Angegeben ist der 130-PS-Diesel mit 4,9 Litern, beim Benziner stehen 5,8 Liter im Datenblatt.

Eine allzu sportliche Gangart ist beim Qashqai aber ohnehin nicht gefragt. Zum einen federt nach der Auffrischung das Fahrwerk deutlich komfortabler; allerdings neigt sich das SUV in der Kurve dadurch auch spürbar zur Seite. Zum anderen lässt die Lenkung ein wenig den direkten Kontakt zur Straße vermissen. Sie arbeitet zwar ausgesprochen präzise, das Lenkgefühl aber ist etwas unverbindlich.

Zum gemütlichen Reisemobil dagegen adelt den Qashqai die nochmals verbesserte Geräuschdämmung: Die Ingenieure haben dem Kompakt-SUV dickere Scheiben spendiert, die den Lärm hörbar besser abschirmen. So kann man auch den Klang des neuen Bose-Soundsystems unverfälscht genießen.

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