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Neuvorstellung

24.07.2019

Opel Zafira Life im ersten Test: der große Franzose

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3 Bilder
Vom Kompakt-Van zum gestandenen Kleinbus – diese Entwicklung hat der Opel Zafira hinter sich. Die neue Generation rollt nicht nur mit deutlich größerem Platzangebot vor, sondern bietet dank französischer Pkw-Gene auch mehr Komfort.
Bild: Opel

Opels Zafira ist nicht nur stark gewachsen. Er wird auch seinen PSA-Konzernschwestern immer ähnlicher. Gut so? Der erste Test.

Wie viel Porsche steckt in einem Opel? Zugegeben, sehr wenig. Es sei denn, man fährt einen Zafira der ersten Generation: Dessen revolutionäres Flex7-Sitzsystem ist tatsächlich im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach ersonnen worden. Nicht zuletzt diese neuartige Bestuhlung mit sieben nach vorne gerichteten Sitzen, bei der die Plätze in Reihe drei ganz einfach weggeklappt werden konnten, bescherte dem Zafira großen Erfolg und sicherte das Fortbestehen des Bochumer Opelwerks – zumindest über die Jahrtausendwende hinweg.

35 Zentimeter Wachstum in drei Generationen

Inzwischen ist die Produktionsstätte im Ruhrgebiet Geschichte, und der Zafira hat mit einem Kompakt-Van nichts mehr zu tun. Nachdem der Opel in drei Generationen um 35 Zentimeter auf zuletzt 4,65 Meter gewachsen ist, ist die Neuauflage „Zafira Life“ jetzt endgültig im Kleinbus-Segment angekommen. Und im PSA-Universum: Der neue Eigner-Konzern integriert seine jüngste Tochter immer stärker. Nachdem Opel schon bei Crossland X und Grandland X mit den Franzosen kooperiert hat, und der neue Corsa ebenfalls eine Peugeot-Citroen-Plattform nutzt, fährt auch der Zafira ab Herbst als Schwestermodell von Peugeot Traveler, Citroën Spacetourer und dem konzernfremden Toyota Pro Ace Verso vor – denen er bis auf die Front auch zum Verwechseln ähnlich sieht.

Ab Werk ist der in drei Längen von 4,61 bis 5,31 Meter erhältliche Zafira Life als Fünfsitzer mit Zwei-Drei-Bestuhlung ausgestattet; das maximale Kofferraumvolumen beträgt je nach Version zwischen 3600 und 4900 Liter. Variabilität ist in dieser Klasse freilich keine Besonderheit mehr, sondern Pflichtprogramm: Mit verschieb- und einfach ausbaubaren Einzelsitzen oder Dreierbänken in den Reihen zwei und drei lässt der Zafira sich auf bis zu neun Plätze aufrüsten. Für die Maximal-Besatzung müssen auf dem Beifahrersitz zwei Gäste Platz nehmen. Das Cockpit selbst ist mit reichlich Hartplastik ausgeschlagen, wirkt aber wohnlicher als in anderen Kastenwagen. Kein Wunder, baut das Transporter-Quartett doch auf der PSA-Pkw-Plattform EMP2 auf, was man auch beim Fahren merkt: Der Opel liegt satt auf der Straße und fühlt sich weniger groß an, als er ist. Vorbildlich: Mit maximal 1,94 Meter Höhe passt der Transporter noch in fast jedes Parkhaus.

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Opel Zafira Life: Preis ab 34.660 Euro

Pkw-entsprechend gut lässt sich der Zafira Life ausstatten: Sind in der ab 34.660 Euro erhältlichen Basisausstattung Selection lediglich Tempomat, manuelle Klimaanlage, Regensensor und die elektrischen Fensterheber vorne erwähnenswert, hält die Preisliste Schmankerl wie Head-up-Display, 180-Grad-Kamera, Bi-Xenon-Licht, Spur- und Notbremsassistent, Tot-Winkel-Warner, Panorama-Glasdach, belederte Massagesitze und ein (verhältnismäßig kleines) 7-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem mit Smartphone-Anbindung bereit. Standardmäßig gibt es eine Schiebetür auf der rechten Seite, der gegenüberliegende Einlass kostet extra.

Opel Zafira Life: technische Daten

  • Spezifikation: Opel Zafira Life M 2.0 D
  • Hubraum: 2000 ccm
  • Leistung: 150 PS bei 4000/min
  • Drehmoment: 370 Nm bei 2000/min
  • Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
  • Länge/B./H.: 4,96/2,01/1,93 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1801 kg/1199 kg
  • Kofferraum: bis 4200 l
  • Anhängelast gebremst: 2300 kg
  • 0–100 km/h: 12,0 Sek.
  • Top-Tempo: 184 km/h
  • Normverbrauch (NEFZ): 6,5–6,1 l Diesel
  • CO2-Ausstoß (NEZF): 152–142 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-TEMP
  • Energieeffizienzklasse: D
  • Preis ab: 37.860 Euro

Ausschließlich für das Basis-Modell in der M-Länge (4,96 Meter) steht ein 102 PS starker 1,5-Liter-Vierzylinder Diesel bereit. Die Kurz- und Langversionen starten mit dem gleichen Triebwerk in einer 120-PS-Ausbaustufe. Wer den Laderaum von bis zu 4.900 Litern nur selten vollpackt, fährt mit den kleinen Selbstzündern sicher gut.

Allen anderen sei der größere Zwei-Liter-Motor mit 150 PS und 370 Newtonmeter Drehmoment ans Herz gelegt. Er macht aus dem 1,7 Tonnen schweren Zafira Life zwar keinen Sportler, bewegt den Kasten aber souverän und fällt außer unter Last akustisch kaum auf.

Einziges Manko: Die drei Aggregate kommen alle mit einer etwas hakeligen Sechsgang-Schaltung. Die lässt sich nur vermeiden, wenn man zum mindestens 41.405 Euro teuren Top-Zwei-Nuller mit 177 PS greift, der immer an eine hervorragende Achtgang-Automatik gekoppelt ist.

Der WLTP-Verbraucht der allesamt AdBlue-gereinigten Diesel liegt zwischen sechs und acht Litern. Auf einen Benziner verzichtet Opel gänzlich, dafür stellen die Rüsselsheimer eine batterielektrische Version des Zafira Life in Aussicht. Die lässt aber noch bis 2021 auf sich warten.

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