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Test

27.11.2018

Raffinierter Raumgleiter: der Honda Jazz im Test

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4 Bilder
Eigenwillig: Das Design des Honda Jazz sticht aus der Masse der Kleinwagen heraus.
Bild: Honda

Innen größer als außen? Der Honda Jazz bringt dieses Kunststück fertig. Eine besonders clevere Detaillösung erleichtert den Gepäcktransport.

Gäbe es die Disziplin „innen größer als außen“ – der Honda Jazz wäre ein ganz heißer Anwärter auf den Titel. Schon erstaunlich, was sich auf gerade einmal vier Metern Auto unterbringen lässt. Wenn man, wie die Japaner, selbst den letzen Millimeter ausnutzt.

Schon beim weiten Öffnen der Türen wundern sich die Insassen in spe, wie viel Platz ihnen der Kleinwagen anbietet. Kopf- und Beinfreiheit sind vergleichsweise üppig; anders als in so manchem Mitbewerber des Segments finden auf der Rückbank auch groß Gewachsene eine halbwegs komfortable Bleibe. Besonders spannend wird die zweite Reihe freilich erst, wenn sie gar nicht vorhanden ist. Wie das geht? Mit den „Magic Seats“ des Honda Jazz. Die lassen sich nämlich, ähnlich wie im Kino, hoch- beziehungsweise wegklappen. Auf dem so frei werdenden Stück Boden können Getränkekisten, Koffer, Sportgeräte oder anderes Sperrgepäck bequem verstaut werden – eine witzige Alternative zur konventionell umklappbaren Rückbank. Das kann ja jeder. Allerdings musste sich Honda für seine Spezial-Lösung einiges einfallen lassen: Der Kraftstofftank, der sonst unter der Rückbank sitzt, wanderte unter das vordere Gestühl. Beeinträchtigungen entstehen dadurch keine.

Während also das Innenraum-Design unter praktischen Gesichtspunkten betrachtet über jeden Zweifel erhaben ist, muss man sich an die Exterieur-Optik erst gewöhnen. Honda zeigt auch hier wieder einen leichten Hang zur etwas speziellen Formensprache. Vor allem die Heckansicht erinnert eher an ein Raumschiff als an einen Kleinwagen, aber das passt ja auch irgendwie wieder. Wer das gleichförmige Design der Polo-Klasse nicht mehr sehen kann, wird sich über den eigenwilligen Auftritt eines Jazz freuen.

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Honda Jazz im Test: Preis, Leistung, Ausstattung

Allerdings sieht er frecher aus, als er sich fährt. Mit 102 PS lässt es sich zwar in der Stadt leben, sobald es aber auf die Landstraße oder die Autobahn geht, stößt der Kleine an seine Grenzen. Auch akustisch ist der Vierzylinder alles andere als ein Highlight. Wer häufig längere Strecken unter die Räder nimmt, sollte zum größeren Benziner greifen, der immerhin 130 PS mobilisiert.

Damit kostet das Auto dann aber etwas über 20.000 Euro. Das wiederum lohnt sich nicht immer, kommt doch das Hauptargument für den Honda Jazz, sein Platzangebot, mit dem kleineren Motor ebenso zur Geltung. Und die „Magic Seats“ sind zum Einstiegspreis von knapp 17.000 Euro ebenfalls mit an Bord. Wer mit dem kleineren Motor zufrieden ist, kann das möglicherweise frei werdende Budget in Extras wie einen Tempomat oder ein Navi stecken.

Wirtschaftlich ist der Wagen so oder so, zumal er im Betrieb keine allzu hohen Kosten mehr verursachen sollte. Der Normverbrauch liegt bei 5,1 Litern; wer die Höchstgeschwindigkeit von immerhin 190 Sachen nicht ausreizt und auch auf den Standard-Sprint von null auf hundert keinen großen Wert legt – der dauert happige 11,2 Sekunden – wird in der Praxis mit ein, zwei Litern über der Norm hinkommen. Was man sich wohl ohne Reue sparen kann ist das 1300 Euro teure CVT-Getriebe. Der Handschalter ist Honda-typisch knackig und macht sogar richtig Laune.

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