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Historie

17.12.2020

Rückblick: Als Corona noch ein Auto war

Doch, das gab es wirklich: Ein Toyota namens „Corona“. Seine Geschichte beginnt bereits 1957.
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Doch, das gab es wirklich: Ein Toyota namens „Corona“. Seine Geschichte beginnt bereits 1957.
Bild: Harald Dawo/Toyota

Sie nannten ihn Corona: Kein Klassiker passt ironischerweise so gut in die Zeit wie dieser Toyota

Sein Name ist in aller Munde, und trotzdem kennt ihn kaum mehr jemand. Denn dass Corona nicht nur eine weltweite Pandemie und ein berühmtes Bier aus Mexiko ist, sondern auch mal ein Auto war, wissen heute nur noch PS-Historiker. Dabei hat es die Mittelklasselimousine während ihrer Zeit durchaus zu einer gewissen Berühmtheit gebracht: Nicht umsonst war sie mal eines der meistverkauften Autos von Toyota und zugleich die Speerspitze für den Export nach Europa, so Pressesprecher Thomas Schalberger.

Die Geschichte des Corona begann 1957. Die Limousine mit dem spanischen Namen für Krone sollte den Einstieg in die Oberklasse markieren und die Lücke zu dem mit der englischen Vokabel für Krone bedachten Flaggschiff Crown schließen. Während die ersten Generationen vor allem für den japanischen Markt gedacht waren und sich dort insbesondere ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Nissan Bluebird geliefert haben, wurde der Corona später zum Vorreiter der Internationalisierung des Geschäfts.

In den USA war der Wagen sogar Importauto des Jahres

„Als Toyota 1971, also vor fast genau 50 Jahren, offiziell die Geschäfte in Deutschland aufgenommen hat, gehörte der Corona neben Corolla und Celica zum Startaufgebot“, berichtet Schalberger aus der Firmenchronik.

In den USA punktete die Limousine und wurde 1969 zum Importauto des Jahres gewählt. Wiederholt war der Corona das erfolgreichste Modell in Japan. 1971 erreichte die Gesamtproduktion drei Millionen und über all die Jahre hielt sich die Baureihe ganz oben in Toyotas Absatzstatistik. Erst in den späten 1980er Jahren begann ihr Stern zu sinken. 1996 stellen die Japaner die Produktion nach knapp 40 Jahren und über zehn Millionen Autos ein. Weil es dem Corona, wie Toyota selbst einräumt, hierzulande nur sehr eingeschränkt gelingt, die nötige Klasse zu zeigen, und die Stückzahlen „eher übersichtlich“ bleiben, wird er bei uns bereits 1983 vom Carina abgelöst und ist heute entsprechend rar. Selbst wenn der Mark II stolze Doppelscheinwerfer trägt und die Chronisten in der Rückschau vom Coke-Bottle-Design schwärmen: Von außen kommt die mit fließenden Linien gezeichnete Limousine eher unscheinbar daher.

Doch weckt sie spätestens bei der Sitzprobe nostalgische Gefühle: Tief eingesunken in die Sitze mit den weinroten Kunstleder-Applikationen, schweift der Blick des Fahrers über ein für damalige Verhältnisse fast schon progressives Armaturenbrett mit drei eckigen statt runden Instrumenten. Die Hände greifen in ein Lenkrad, das einem heute viel zu groß und zu dünn vorkommt. Und immer wieder sucht der Arm nach dem dürren Schaltstock, der weit in den Raum ragt.

Fünfstellige Summen muss man einkalkulieren

Der 2,0 Liter große Vierzylinder liegt mit seinen 89 PS allenfalls im Mittelfeld und vom Fahrspaß der japanischen Topversion mit 125 PS konnten Europäer nur träumen. Dafür punktete der Corona mit einer Qualität, die keineswegs selbstverständlich war: Pannenfreie Zuverlässigkeit. Auch das macht ihn als Oldtimer attraktiv, sagt Schalberger. Das Modell ist aber rar.

Wenn man auf den üblichen Portalen im Netz mal ein halbwegs gut erhaltenes Exemplar findet, muss man mit fünfstelligen Preisen rechnen und mitunter bis nach England oder Portugal fahren. Zumindest kurzzeitige Linderung verspricht ein Besuch in der Toyota-Sammlung, die der Hersteller samt dreier Corona in Köln konserviert hat und einmal pro Monat für die Allgemeinheit öffnet – allerdings erst, wenn es Corona wieder zulässt.

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