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Test

28.02.2019

Sauber ohne AdBlue: der Honda Civic Diesel im Test

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Flott gestylt: Der Honda Civic der zehnten Generation macht Eindruck. 

Der neue Diesel im Honda Civic erfüllt die strengste Abgasnorm sogar ohne Harnstoff-Zugabe. Die Neungang-Automatik muss aber sein. Der Test.

Moderne Dieselmotoren – oder besser gesagt ihre Besitzer – zahlen einen Preis für die neue Sauberkeit. Sie müssen von Zeit zu Zeit AdBlue nachfüllen, damit die Abgasreinigung optimal arbeiten kann.

Müssen alle? Nein, fast alle. Der Honda Civic 1.6 i-DTEC zum Beispiel erfüllt die entscheidende Euro 6d temp Norm sogar ohne die obligatorische Harnstoffzugabe; ein entsprechender Tank ist erst gar nicht vorhanden. Wie haben die Japaner das geschafft? Unter anderem mit Optimierungen am Turbolader und in den Brennräumen sowie dank geringerer innermotorischer Reibung. Die hoch komplizierten Details dürften Civic-Fahrer nur am Rande interessieren. Für sie zählt allein, sich das lästige – und mit Literpreisen von knapp einem Euro nicht ganz billige – AdBlue-Nachschenken zu schenken.

Der Honda Civic Diesel ist sehr wirtschaftlich

Das macht den Honda mit dem 1.6er Diesel noch ein Stück wirtschaftlicher – und in dieser Disziplin höchst konkurrenzfähig. Die Preise für die besagte Motorisierung beginnen bei 21.390 Euro. Im Betrieb dürften sich die Investitionen ebenfalls in Grenzen halten, verbraucht doch der Selbstzünder der Norm nach nur um die vier Liter Diesel. In der Praxis rangiert dieser Wert auch bei diesem Auto in weiter Ferne, aber mit sechs, maximal sieben Litern lässt sich der flott gestylte Civic allemal bewegen. Wunder darf man freilich nicht erwarten. Die 120 PS aus dem Vierzylinder sind keine Offenbarung.

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Attraktive Neuerung: die 9-Gang-Automatik im Honda Civic Diesel

Hier kommt dem Civic aber eine weitere Neuerung der zehnten Generation zu Hilfe: die Neungang-Automatik. Sie kostet zwar 2100 Euro Aufpreis, revanchiert sich aber mit einem deutlichen Gewinn an Komfort und zumindest suggerierter Dynamik. Die Fahrstufen werden so perfekt getimt angewählt, dass der Diesel immer in genau dem engen Drehzahlbereich läuft, in dem er den meisten Druck entwickelt. So fühlt sich der Civic viel spritziger an, als der Sprintwert von null auf hundert (fast elf Sekunden) und die Vmax (glatte 200 km/h) vermuten lassen.

Die Schaltwippen hinter dem Lenkrad sind zwar gut gemeint und die dort erteilten Befehle werden auch blitzschnell ausgeführt - aber um die Gänge auf einer kurvigen Passstraße einfach so durchflutschen zu lassen, fehlt dem 120-PS-Motor dann doch die Power. Zudem ist es nicht jedermanns Sache, neun Gänge händisch zu verwalten.

Honda Civic 1.6 i-DTEC: Preis, Leistung, Verbrauch

  • Hubraum: 1597 ccm
  • Leistung: 120 PS bei 4000/min
  • Drehmoment: 300 Nm bei 2000/min
  • Getriebe: Neungang-Automatik
  • Länge/B./H.: 4,52/1,80/1,43
  • Leergewicht/Zul.: 1313/423 kg
  • Kofferraum: 420 – 1209 l
  • 0 – 100 km/h: 10,9 s
  • Top-Tempo: 200 km/h
  • Normverbrauch: 4,1 l Diesel
  • CO2-Ausstoß: 109 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d Temp
  • Preis ab: 23.490 Euro

Honda Civic: tiefer Schwerpunkt, niedrige Sitzposition

Wer die Automatik ihren Job erledigen lässt, kann sich voll dem straffen Fahrwerk und der direkten Lenkung des Civic widmen. Mag alle Welt noch so sehr auf hochhackige SUVs stehen – ein Wagen mit tiefem Schwerpunkt und niedriger Sitzposition fährt sich von Haus aus hundertmal besser.

Auch das eng geschnittene, funktionale Cockpit hebt sich wohltuend von den sinnlosen Weiten mancher SUV-Innenräume ab. Zwei Beispiele für Fahrer-Fokussierung: Der Touchscreen ist bequem erreichbar, ohne dass der Pilot den Arm ellenlang machen oder sich gar vorbeugen muss. Die Fahrstufen werden einfach per Druckknopf eingelegt, nicht über einen dagegen fast antiquiert wirkenden Hebel.

Die Smartphone-Integration funktioniert problemlos

Auch die Anzeigeinstrumente sind auf das Maximum reduziert. Es gibt einen Halbkreis, der Drehzahl und Geschwindigkeit darstellt; dazu kann man sich beispielsweise das Navi oder das aktuelle Tempolimit einblenden lassen. Die Integration der Smartphone-Welt, etwa zur musikalischen Unterhaltung oder zur Verwendung favorisierter Apps, funktioniert tadellos. Insgesamt ein bezahlbares Auto auf der Höhe der Zeit. Auch mal schön.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.03.2019

Zugegeben sind 109 g/Kg Co2 heutzutage für Autos in Deutschland nicht schlecht (Armutszeugnis?). Aber es als sauber zu bezeichnen verfehlt wohl die Bedeutung des Wortes "sauber". (Frei von Verunreinigung, keinen Schmutz verursachend, keine schädlichen Schadstoffe hervorbringend...).
Zum Wohle der Wahrheit!

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