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08.02.2018

Schneller geht‘s nicht: eine Ausfahrt mit dem McLaren 570S Spider

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9 Bilder
Was für ein Bild! Der McLaren 570S Spider mit offenen Flügeltüren in der Maximilianstraße in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Vergessen wir alles, was wir über Geschwindigkeit zu wissen glaubten: Der McLaren 570S Spider lässt gefühlt den Rest der Welt hinter sich. Dabei liegt das Geheimnis seiner Performance nicht im Antrieb allein.

Ganz anders als der vergangene Woche an dieser Stelle getestete Kia Stonic stellt der McLaren ein in jeder Hinsicht maßloses Auto dar. Sofern man diese Rakete auf Rädern überhaupt noch als solches bezeichnen darf. Was also ist diese Chimäre aus Geschoss und Gefährt, aus Coupé und Cabrio, was nur hat sie an sich, dass sich so gut wie niemand – ob Sportwagen-hasser oder -liebhaber – ihrer Faszination entziehen kann? Der Hersteller spricht voll britischem Understatement vom „erschwinglichsten McLaren Spider Modell“ überhaupt. Oh my God, dabei rufen die Engländer schon für die Basisversion 208975 Euro auf! Was nehmen die bloß am Firmensitz in Woking, wo der Wagen von Hand gefertigt wird?

Nein, wer den Versuch einer Annäherung an den McLaren 570S Spider wagt, sollte vor ungewöhnlichen Zahlen nicht zusammenzucken. In 9,6 Sekunden fällt die 200-Stundenkilometer-Marke (200, nicht 100!). Bevor der Pilot den Mund wieder zu und den Blick wieder auf die Straße gedrückt bekommt, beginnt die digitale Tempoanzeige mit einer Drei. 328 Sachen Spitze stehen im Datenblatt. Echt jetzt.

Der Brite offeriert seine Leistung mit einer beispiellosen Souveränität. Da mag noch so oft von einem „besonders emotionalen“ Fahrerlebnis die Rede sein – streng genommen bietet der McLaren genau das Gegenteil. Er kennt kein Eigenleben, bleibt vielmehr neutral bis an die Grenze der Physik, folgt dem Lenkeinschlag auf den Millimeter. Sogar der irre Schub des sonor klingenden Biturbo kommt für einen aufgeladenen Motor nachhaltig und linear.

570 PS und 600 Newtonmeter aus einem 3,8 Liter großen V8 – das können all die Porsches, Ferraris und Lamborghinis auch. Was aber den McLaren 570S Spider nahezu unschlagbar macht, ist sein Gewicht. Auf unter 1500 Kilogramm hat sich der Wagen herunter gehungert. Ein leistungsmäßig (und übrigens auch preislich) vergleichbares Porsche 911 Turbo S Cabrio bringt 170 Kilogramm mehr auf die Waage. Das sind Welten. Anders als die Italo-Fraktion verzichtet der McLaren 570S Spider auf jede Form von Chichi. Mit Klimaautomatik und Navi sind nur die wichtigsten Elektronik-Extras vorhanden. Die Hoffnung auf ein bisschen Komfort und halbwegs bequeme Sitze wird schmerzhaft enttäuscht. Dieses Biest ordnet einfach alles der Performance unter, sogar das Nötigste an Platz, sogar das Design. Schon im Stand sieht der Brite aus, als würde er seinen Betrachter gleich anspringen. Und wehe, wenn er losgelassen! Wer eine Fahrt im McLaren 570S Spider erlebt beziehungsweise überlebt hat, wird das Wort schnell so schnell nicht mehr in den Mund nehmen. Und dermaßen geläutert wieder Kia und Co. fahren.

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