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Test

10.08.2020

Seine Straße ist die Piste: der Ford Ranger Raptor im Test

Spektakulär: Auf grobstolligen Reifen klettert der Ford Ranger Raptor einen Hügel hinauf.
Bild: Ford

Der Ford Ranger Raptor überzeugt vor allem im Gelände, schlägt sich aber auch auf Asphalt recht gut. Ein Hingucker ist er hier wie dort.

Ein Ungetüm? Ein Fahrzeug für Freaks? Ein Säufer? Nicht nur die Vorurteile mussten nach eingehendem Test des Ford Ranger Raptor überdacht werden.

Wenn er so vor einem steht: Er sieht nicht nur riesig und bullig aus, er ist es auch, für hiesige Verhältnisse. Warum es ihn überhaupt gibt? Natürlich hat er für bestimmte Berufsgruppen seine Berechtigung: Bauunternehmer, Jäger und andere Lastentransporteure. Aber auch: Der Deutsche hebt sich mit seinem Fahrzeug gerne von der Masse ab. Und das gelingt mit dem extra dafür konzipierten Raptor prima: ein Hingucker. Wer für solche Art Fahrzeuge etwas übrig hat, bläst bei seinem Anblick die Backen auf und lässt die Luft langsam entweichen.

Die Ford-Leute haben beim leichten Facelift ihre Aufgabe gut gemacht, innen wie außen, trotz so manchem Hartplastikteil im Führerhaus. Die Doppelkabine fühlt sich gut an, bietet überall ausreichend Platz für alle und gute Sitze. Man schätzt die hohe Sitzposition, erreicht über massive Trittbretter. Auch an Fahrten im Gelände wurde mit kräftigen Griffen ausreichend gedacht.

Seine Straße ist die Piste: der Ford Ranger Raptor im Test

Verstärkter Unterfahrschutz

Apropos Gelände: Das ist ein Terrain, in dem sich der Raptor mit seinen grobstolligen Reifen, seiner großen Wattiefe und Bodenfreiheit, seinem zuschaltbaren Allrad und seinem Sperrdifferenzial, seinen vielen Einstellmodi und Geländeprogrammen einschließlich Baja (ermöglicht im Gelände eine höhere Fahrgeschwindigkeit), seiner 15 Zentimeter breiteren Spur sowie seinem stark verbesserten Fahrwerk so richtig wohlfühlt. Da bleiben kaum Wünsche offen. Jetzt hat der Raptor sogar einen verstärkten Unterfahrschutz.

Doch ein Geländewagen, der Eindruck nicht nur optisch schinden will, muss dies auch auf der Straße tun. Und das gelingt ihm mit kleinen Abstrichen.

Schraub- statt Blattfedern hinten, eine Mehrlenker-Hinterachse, rallyeerprobte Fox-Stoßdämpfer und eine extrem niedrige Wankneigung machen das Fahren auf der Straße sehr angenehm, hat man sich erst einmal an die große Breite des Wagens gewöhnt. Der neue 2,0-Liter-Turbo-Motor mit seinen 500 Newtonmetern Durchzugskraft und seinen 213 PS fühlt sich in jeder Situation gut an, grummelt sonor vor sich hin, wird nie laut und erfüllt alle Erwartungen. Er ist für spritzige Fahrweise, natürlich in Grenzen, und lockeres Dahincrusen gleichsam geeignet. Auch weil das Zehngang-Automatik-Getriebe bestens arbeitet und die Lenkung angenehm die Befehle überträgt.

So viel verbraucht der Ford Ranger Raptor

Dabei erweist sich der Raptor trotz seines Gewichtes und seiner nicht gerade aerodynamischen Bauweise nicht als Säufer. Wer seinen Gasfuß zu zügeln versteht, kann ihn mit neun Litern bewegen, wer ihn gerne tritt, kommt wohl kaum über 13 Liter, nicht schwer beladen, versteht sich.

Apropos Beladen: Die Ladefläche packt so einiges weg und ist mit einem serienmäßigen Rollo ausgestattet, das allerdings einiger Kraft für die Bedienung bedarf.

Gibt es noch mehr am Raptor auszusetzen? Die technische Ausstattung ist gut, vorne fehlen allerdings Parksensoren. Und der Spurhalteassistent erwies sich als nahezu untauglich. Dass grobstollige Reifen nicht gerade leise sind, ist wohl bauartbedingt. Muss es aber auch sein, dass sie bei Regen mit Vorsicht zu genießen sind?

Das Fazit: Der Raptor ist eine sehr gelungene Mischung aus Gelände- und Straßenfahrzeug, gut ausgestattet, macht einiges her und schafft Freude. Das lässt sich Ford von seinen Kunden aber auch ganz ordentlich bezahlen.

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