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Insulin-Spritzen bei Diabetes: Ab welchem Blutzuckerwert ist es notwendig?

Zuckerkrankheit

Insulin-Spritzen bei Diabetes: Ab welchem Blutzuckerwert ist es notwendig?

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    Immer mit frischer Nadel: Bei Insulin-Injektionen sollten Diabetiker nicht am falschen Ende sparen.
    Immer mit frischer Nadel: Bei Insulin-Injektionen sollten Diabetiker nicht am falschen Ende sparen. Foto: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

    Über vier Millionen Erwachsene in Deutschland müssen regelmäßig ihren Blutzuckerwert messen, einige von ihnen müssen sich dann ihren Werten entsprechend Insulin spritzen. Von ihnen sind die meisten Typ-2-Diabetiker, einige sind auch Typ-1-Diabetiker und manche haben noch andere Formen der Zuckerkrankheit, wie beispielsweise Double-Diabetes. Die Symptome sind verschieden und unterscheiden sich auch zwischen Männern und Frauen.

    Das Insulin senkt den Blutzuckerwert auf ein normales Niveau und verhindert so schwerwiegende Folgen, die ein zu hoher Blutzuckergehalt haben kann. Aber ab welchem Level genau muss man sich als Diabetiker eigentlich Insulin spritzen? Und ab welchem Blutzuckerlevel wird es gefährlich?

    Diabetes: Welcher Blutzuckerwert ist normal?

    Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt, liegt der nüchterne Blutzuckerspiegel, also nach etwa acht bis zehn Stunden ohne Nahrungsaufnahme, bei einem gesunden Erwachsenen ohne Diabetes zwischen 70 mg/dl (3,9 mmol/l) und 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Diese Maßeinheiten sind beide für das Messen von Blutzucker einsetzbar. Steigt der Wert, ist das ein Anzeichen für Diabetes.

    Mg/dl steht für "Milligramm pro Deziliter", mmol/l steht für "Millimol pro Liter", wobei mmol/l deutlich weiter gebräuchlich ist als mg/dl. Gibt man den Blutzucker in mg/dl an, bezieht man sich auf das Gewicht der gelösten Zuckerteilchen pro Volumen. Die Einheit mmol/l berechnet stattdessen die Anzahl der gelösten Zuckerteilchen, also die Stoffmenge, pro Volumen.

    Um zwischen den beiden Einheiten umzurechnen, benötigt man die Zahl 18,016. Möchte man einen mg/dl-Betrag in mmol/l umrechnen, teilt man den Betrag durch 18,016. Möchte man einen Betrag von mmol/l in mg/dl umrechnen, muss man den Betrag mit 18,016 multiplizieren. Ein Beispiel:

    • Blutzucker: 110 mg/dl
    • In mmol/l: 110 : 18,016 = 6,1
    • Blutzucker: 6,1 mmol/l

    Ein Blutzuckerwert zwischen 70 mg/dl (3,9 mmol/l) und 100 mg/dl (5,6 mmol/l) ist also der eines gesunden Erwachsenen. Steigt der Blutzuckerwert darüber, ist es ab einem gewissen Level ein starkes Zeichen für Diabetes. Bei Werten zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 und 6,9 mmol/l) ist laut dem Diabetesinformationsportal diabinfo.de von Prädiabetes zu sprechen. Ab einem Blutzuckerwert von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) ist dann von Diabetes die Rede.

    Hoher Blutzucker: Wann müssen Diabetiker Insulin spritzen?

    Redaktioneller Hinweis: Die hier angegebenen Informationen dienen lediglich zur Orientierung. Bitte konsultieren Sie vor der Einnahme von Insulin Ihren zuständigen Arzt.

    Viele Typ-1- und Typ-2-Diabetiker müssen sich jeden Tag Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken und damit aus der Gefahrenzone herauszukommen. Aber wann muss man sich eigentlich das Insulin spritzen als Diabetiker?

    Um zu wissen, wie viel Insulin man sich selbst wann verabreichen muss, sind die Zielwerte entscheidend. Wie das Gesundheitsportal Enableme angibt, liegt der Zielwert bei gesunden Menschen im nüchternen Zustand bei 60 bis 100 mg/dl und nach dem Essen bei 90 bis 140 mg/dl. Bei Typ-1-Diabetikern liegen die Werte höher, nüchtern bei 90 bis 120 mg/dl, nach dem Essen bei 130 bis 160 mg/dl. Noch höher sind sie bei Typ-2-Diabetikern, dort liegen die Werte nüchtern bei 100 bis 125 mg/dl und nach dem Essen bei 140 bis 199 mg/dl.

    Ziel ist es, mit den Diabetes-Injektionen die Zielwerte zu erreichen. Um zu wissen, wie viel Insulin-Einheiten man sich dafür verabreichen muss, ist es wichtig, seinen eigenen Körper zu kennen. Denn wie stark das Insulin auf den eigenen Blutzuckerwert wirkt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Hierüber sollte man unbedingt mit seinem Arzt sprechen. In der Regel senkt eine Einheit Insulin laut dem Diabetes-Portal diabetes-news.de den Blutzuckerspiegel um 30 mg/dl (1,6 mmol/l).

    Diabetes: Ab welchem Punkt ist der Blutzuckerwert gefährlich?

    Steigt der Blutzucker auf ein zu hohes oder auch zu niedriges Level, wird es gefährlich. In diesen Fällen spricht man von Über- bzw. Unterzuckerung. Laut dem Diabetesinformationsportal diabinfo.de ist von einer milden Überzuckerung bei Werten bis zu 250 mg/dl die Rede. Ist das der Fall, sollte man sich direkt Insulin verabreichen um den Blutzuckerspiegel zu senken.

    Richtig gefährlich wird es, wenn der Blutzuckerwert über 250 mg/dl steigt. In diesen Fällen spricht man von einer Schweren Überzuckerung. Hier muss schnell gehandelt werden, da eine schwere Überzuckerung im schlimmsten Fall zu einem diabetischen Koma führen kann. Hier muss sofort Insulin verabreicht werden.

    Eine Unterzuckerung liegt dann vor, wenn der Blutzuckerwert unter 70 mg/dl liegt. In diesem Fall braucht der Körper kein Insulin, sondern vielmehr Zucker. Kommt es zu einer Unterzuckerung sollte man also schnell Kohlenhydrate zu sich nehmen, die schnell ins Blut gehen. Traubenzucker-Plättchen sind hier sinnvoll.

    Blutzuckerwert kontrollieren: Enge Beratung mit Ärzten

    Die genannten Blutzuckerwerte sind zur Orientierung geeignet und können helfen, ein grobes Gefühl für den Zuckerhaushalt zu bekommen. Schlussendlich ist jedoch jeder Patient unterschiedlich und muss deshalb auch oft andere Werte ansetzen. Welche Werte das sind, sollten Patienten mit ihren Ärzten besprechen und danach handeln.

    Übrigens: Es gibt erste Anzeichen für eine Diabetes-Erkrankung bei denen man selbst stutzig werden sollte. Die Anzeichen für Typ-1-Diabetes und Typ-2 unterscheiden sich dabei nur leicht.

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