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Energie-Kolumne
19.01.2022

Wenn ein neues Auto billiger ist als ein gebrauchtes

Der Gebrauchtwagenmarkt ist derzeit in Bewegung.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos sorgt für große Verzerrungen auf dem Markt. Oft sind gebrauchte Stromer teurer als ein Neuwagen. Doch man kann auch mal ein Schnäppchen machen.

Noch vor wenigen Jahren galten Elektroautos als Exoten auf deutschen Straßen. Aktuell steigt die Zahl der Neuzulassungen jedoch stetig. Viele Menschen wollen oder können sich aber keinen teuren Neuwagen leisten, sondern entscheiden sich für einen Gebrauchtwagen. Kann man hier bei E-Autos ein Schnäppchen machen? Und wenn ja, auf was muss man achten?

Da E-Autos schon seit einigen Jahren angeboten werden und ihre Zahl kontinuierlich zunimmt, sollte man meinen, dass der Gebrauchtwagenmarkt im E-Bereich gewachsen ist. Prinzipiell trifft das auch zu. Doch Gebrauchtwagen sind derzeit allgemein sehr gefragt – und das gilt auch für E-Modelle. So mancher potenzielle Käufer eines E-Neuwagens hat sich wegen der oft langen Lieferzeiten auf dem Gebrauchtwagenmarkt bedient. Die Folge: Das Angebot an gebrauchten E-Auto ist aktuell nicht üppig.

Was, wenn der Akku nur gemietet ist

Eine starke Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot lässt die Preise nach oben klettern. Das gilt auch für gebrauchte Elektroautos. Zusammen mit der hohen staatlichen Förderung von bis zu 9000 Euro für E-Neuwagen sorgt das dafür, dass es derzeit mitunter günstiger ist, ein neues E-Auto zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt die Interessengemeinschaft zur Förderung der Elektromobilität im Unterallgäu (IFEU). Die IFEU ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen, die sich intensiv mit der Elektromobilität beschäftigen und sie voranbringen wollen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und beinhaltet unter anderem eine Kaufberatung (Infos unter www.i-feu.de).

Anspruchsvoll wird der Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs dann, wenn der Akku nicht mit dem Auto gekauft wurde, sondern nur gemietet ist. Damit muss der Käufer entweder in den, oft nicht ganz günstigen, Batteriemietvertrag einsteigen, oder aber die Batterie beim Hersteller ablösen – und auch dies kostet meist einige Tausend Euro.

Mit etwas Glück ein Schnäppchen machen

Gleichwohl kann man auf dem E-Gebrauchtwagenmarkt mit etwas Glück ein echtes Schnäppchen machen. Neben den üblichen Checks beim Gebrauchtwagenkauf sollte man insbesondere die Batterie einem echten Praxistest unterziehen und sich nicht allein auf den Prüfbericht einer Werkstatt verlassen. Um einer möglichen Enttäuschung bei der Reichweite nach dem Kauf vorzubeugen, raten Experten dringend zu einer ausgedehnten Probefahrt, die den kompletten Lade-Entlade-Zyklus umfasst – und zwar mit einer frisch geladenen Batterie. Für die Probefahrt sucht man sich einen Mix aus Landstraße, Autobahn und Stadtverkehr aus und behält dabei die vom Bordcomputer angegebene Reichweitenangabe stets im Auge. Die Fahrt sollte so lange dauern, bis die Batterie fast komplett leer ist. Nur so kann die reale Reichweite unter Berücksichtigung der persönlichen Fahrweise ermittelt werden.

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Übrigens: Die Erfahrung zeigt, dass das ursprünglich als Zweitwagen angeschaffte E-Auto schnell zum Erstwagen wird. Die laufenden Kosten sind niedrig, Fahrkomfort und Fahrspaß sind hoch. Auch das sollte man bei seiner E-Auto-Wahl im Kopf behalten.



Zur Person: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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