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Kliniken und Praxen sind zwei Welten
27.01.2022

Gehalt Arzt: Wie viel verdient man?

Arbeitsgerät am Mann: Ärzte greifen oft zum Stethoskop.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Ärzte zählen zu den höchstangesehenen Berufsgruppen. Kein Wunder: Wenn es uns schlecht geht, begeben wir uns vollkommen in ihre Hände. Wie viel verdient man als Arzt? So sieht das Gehalt aus.

Ärzte werden auch als Halbgötter in Weiß verehrt. Weil sie Leben retten oder Krankheiten heilen. Also suchen Menschen einen Arzt auf, wenn es ihnen schlecht geht. Und das schon seit Tausenden von Jahren. Natürlich waren die Methoden einst andere und früher wurde etwa von Heilkundigen gesprochen. Doch das Ansehen in der Gesellschaft war schon immer immens. Auch wenn sich wie in jeder Branche vereinzelt schwarze Schafe unter die Gewissenhaften mischen.

Damit wirklich nur die Geeigneten übrigbleiben, wird schon auf dem Weg zum Berufseinstieg gnadenlos ausgesiebt. So startet die Karriere mit einem sechs Jahre umfassenden Medizinstudium, für das ein perfektes Abitur vorgelegt werden muss, schreibt das Portal praktischarzt.de. Hier wird der Numerus Clausus, also der höchstzugelassene Abiturnotenschnitt, mit „kleiner als 1,3“ angegeben.

Als Schwerpunkte können etwa Chirurgie oder Radiologie gewählt werden. Das Studium wird in drei Abschnitte unterteilt: die Vorklinik über vier Semester, die Klinik über sechs Semester und ein abschließendes praktisches Jahr. Jeder Abschnitt beinhaltet am Ende eine ärztliche Prüfung: das Physikum, das Hammerexamen und einen mündlichen sowie einen praktischen Teil.

Karriere als Arzt: Nach dem Studium geht es als Assistenzarzt ins Krankenhaus

Auf das Studium folgt in der Regel eine Anstellung als Assistenzarzt in einem Krankenhaus, erklärt das Portal gehalt.de. In dieser Zeit findet die Weiterbildung statt, die nach fünf bis sechs Jahren als Facharzt endet. Erst dann ist es möglich eine eigene Praxis oder eine Gemeinschaftspraxis mit anderen Medizinern zu eröffnen. Neben Hausärzten gibt es dann auch Allgemeinmediziner mit einem Spezialgebiet wie Augen-, Hals-Nasen-Ohren-, Zahn- oder Kinderärzte.

Das Aufgabengebiet wird abseits der Untersuchung und Behandlung Erkrankter „mit unterschiedlichen Therapiemethoden“ so beschrieben: „Darüber hinaus erledigen Ärzte, neben ihren medizinischen Tätigkeiten, allgemeine Verwaltungsaufgaben im Rahmen des medizinischen Betriebs.“

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Es wird also ersichtlich, dass sich der Arbeitsumfang gewaschen hat. Je nach Einrichtung wird auch rund um die Uhr - und somit auch an Wochenenden oder Feiertagen - gearbeitet. Denn Krankheiten und Verletzungen lassen sich nun einmal nicht einplanen.

Gehalt als Arzt: Wie viel verdient man?

Womit wir bei der Frage wären, was ein Arzt für seine lebenswichtige Arbeit verdient. Laut dem Stepstone Gehaltsreport 2021, für den zwischen Januar 2019 und September 2020 rund 250.000 Gehaltsdaten verschiedener Branchen verglichen wurden, beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt 89.539 Euro brutto. Das entspricht im Monat knapp 7462 Euro.

Demnach verdienen Männer mit 91.877 Euro im Jahr im Durchschnitt mehr als Frauen, die auf 86.158 Euro kommen. Für Oberärzte wird ein jährliches Durchschnittseinkommen von 114.589 Euro angegeben - das sind fast 9550 Euro pro Monat. Fachärzte streichen der Studie zufolge im Schnitt 97.214 Euro ein, also gut 8100 Euro im Monat, Assistenzärzte landen bei durchschnittlich 65.490 Euro im Jahr, was einem Brutto-Monatsverdienst von 5457,50 Euro entspricht.

So entwickelt sich das durchschnittliche Jahresgehalt allein mit Blick auf die Berufserfahrung: Im ersten Jahr gibt es 56.542 Euro, im zweiten 61.528 Euro, mit drei bis fünf Jahren Erfahrung sind es schon 70.487 Euro, zwischen sechs und zehn Jahren im Job 84.019 Euro, vom elften bis 25. Berufsjahr 99.946 Euro und bei Ärzten mit mehr als einem Vierteljahrhundert Aktivität 108.531 Euro. Das heißt, das Gehalt kann sich im Laufe des Berufslebens durchaus verdoppeln.

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Verdienst als Arzt im Krankenhaus: Unterschiede auch zwischen Art der Einrichtung

Bei praktischarzt.de wird darauf verwiesen, dass Ärzte in Krankenhäusern und Kliniken nach Tarifvertrag bezahlt werden. Dabei unterscheiden sich die Vertragswerke zwischen Universitätskliniken, kommunalen Krankenhäusern und privaten Krankenhäusern. Auch hier hängt das Gehalt nicht zuletzt von der Position und der Berufserfahrung ab.

Beispielsweise stieg ein Assistenzarzt im Jahr 2021 mit einem Bruttomonatsgehalt von 4938 Euro in Uni-Kliniken ein, In kommunalen Krankenhäusern waren es 4694 Euro, in privaten Krankenhäusern abhängig vom Träger sogar bis zu 5109 Euro. Nach fünf Jahren stehen in dieser Position laut dem noch bis Ende Juni 2022 geltenden Tarifvertrag in Unikliniken 6178 Euro zu, in kommunalen Krankenhäusern 6034 Euro.

Interessant ist auch der Vergleich für höhergestellte Kollegen. Fachärzte bekommen zum Start in Unikliniken 6518 Euro, in kommunalen Krankenhäusern dagegen 6196 Euro. Bei Oberärzten sind es 8164 Euro respektive 7761 Euro, bei Leitenden Oberärzten 9604 Euro beziehungsweise 9129 Euro.

Was verdienen Ärzte in Praxen? Reinertrag liegt im Jahr bei durchschnittlich 190.000 Euro

Bezogen auf die Arztpraxen lassen sich Gehälter nicht ganz so einfach bestimmen. Denn hier ist die Diskrepanz deutlich größer. Zudem müssen auch die Ausgaben wie Personalkosten berücksichtigt werden. Das Statistische Bundesamt gibt einen durchschnittlichen Reinertrag für deutsche Arztpraxen von jährlich etwa 190.000 Euro brutto an.

Die mit Abstand höchsten Einnahmen verzeichnen demnach Radiologen mit mehr als 2,3 Millionen Euro pro Jahr - nach Abzug der Kosten bleibt ein Reinertrag von 850.000 Euro. Dahinter liegt der Augenarzt mit 728.000 Euro Einnahmen, von denen 370.000 Euro an Reinertrag bleiben. Aufgelistet werden auch Hautarzt (543.000 Euro/ 284.000 Euro), Orthopäde (669.000 Euro / 311.000 Euro), Urologe (564.000 Euro / 302.000 Euro), Chirurg (611.000 Euro / 281.000 Euro), Internist (583.000 Euro / 282.000 Euro), HNO-Arzt (466.000 Euro / 223.000 Euro), Frauenarzt (415.000 Euro / 217.000 Euro), Allgemeinmediziner (405.000 Euro / 227.000 Euro), Kinderarzt (427.000 Euro / 228.000 Euro) und Neurologen/Psychiater (324.000 Euro / 180.000 Euro).

Zum Abschluss schauen wir auf die Bestverdiener. Laut Resümee von praktischarzt.de verdient in Krankenhäusern der außertariflich bezahlte Chefarzt 24.000 Euro brutto im Monat. Bei den Praxisvertretern kommt der Radiologe demnach auf ein monatliches Bruttogehalt von 31.000 Euro.

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