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Verdienst bei der Bahn
27.01.2022

Gehalt als Lokführer: Wie viel verdient man?

Auf großer Fahrt: Der Großteil der Lokführer in der Bundesrepublik ist bei der Deutschen Bahn angestellt.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Lukas, der Freund von Jim Knopf, ist vielleicht der berühmteste Lokomotivführer. Doch in Deutschland gibt es Tausende seiner Art. Wie viel verdient ein Lokführer? So sieht das Gehalt aus.

Lokführer bewegen tonnenschwere Züge quer durch Deutschland über die Schienen. So bringen sie Passagiere oder Güter von A nach B. Das ist eine wichtige Aufgabe - umso mehr beim Blick auf den Klimawandel, denn Züge sind deutlich umweltfreundlicher unterwegs als Fahrzeuge auf der Straße.

Oft wird der Lokführer offiziell als Triebfahrzeugführer betitelt, denn in genau diesem sitzt er und bedient aus dem Führerstand heraus das ganze Gespann aus durchaus mehr als einem Dutzend Anhängern. Das Portal karrieresprung.de betont, dass während der Fahrt unerbittlich Licht-, Klang- und Farbreize auf ihn einprasseln, weshalb zu jeder Zeit die Konzentration in hohem Maße gewahrt sein muss.

Der Lokführer müsse mit Menschen wie mit modernster Technik umgehen können. Als Voraussetzungen werden deshalb „hohes Verantwortungsbewusstsein, Einsatz und technisches Know-how“ genannt. Es gelte, sowohl einen ICE als auch einen Regional-Express oder einen Güterzug steuern zu können, zudem gehöre „das Fahren und Bedienen von Nebenfahrzeugen im Bau- und Instandhaltungsbereich“ zu den Aufgaben.

Gehalt: Lokführer müssen sich wegen der Weiterentwicklung der Technik ständig weiterbilden

Wichtig sei eine stetige Weiterbildung, denn auch die technischen Anwendungen würden immer weiterentwickelt. „Erforderliche Zusatzqualifikationen, regelmäßiger Fortbildungsunterricht und vorgeschriebene Überwachungsfahrten“ würden einen kontinuierlichen Schulungsbedarf bedingen.

Nicht zu vergessen: Züge verkehren jeden Tag und zu fast jeder Uhrzeit. Also sind Lokführer auch nachts sowie an Feiertagen und an Wochenenden gefragt.

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Es gibt zwar - abgesehen von einem Mindestalter von 21 Jahren - keine formalen Voraussetzungen für den Beruf. Allerdings würden die meisten Anwärter über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen, ein Fünftel habe die Hochschulreife. Vor dem Beginn der Ausbildung ist ärztlich nachzuweisen, dass weder Wahrnehmungsstörungen wie Farbenblindheit noch Geh- oder Stehbehinderungen vorliegen. Zudem ist ein psychologischer Eignungstest zu bestehen und ein negativer Drogentest vorzulegen.

Die Ausbildung an sich nimmt drei Jahre in Anspruch. Dabei gibt es theoretische und praktische Phasen. Zum Teil werden die angehenden Lokführer in der Berufsschule angelernt, zum Teil direkt im Ausbildungsbetrieb.

Themengebiete sind die Kenntnis von Bahn- und Gleisanlagen, die Bedienung, Prüfung und Steuerung von Triebfahrzeugen, die Sicherheitsmaßnahmen, der Umgang mit Störungen, die organisatorischen Aufgaben innerhalb des Bahn-Betriebs, das Bilden und Rangieren von Zügen sowie das Fahren der Züge.

Möglich ist es auch, als Quereinsteiger an den Bedienelementen zu landen. Dann wird die Ausbildung zum Lokführer im Rahmen einer Erwachsenenqualifizierung absolviert. Diese dauert nur etwa acht bis zwölf Monate, jedoch muss in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung vorgelegt werden.

Video: dpa

Bahn als größter Arbeitgeber: Öffentlich ausgetragene Tarifkonflikte wegen Lokführer-Gehältern

In die Schlagzeilen kommen Lokführer immer auch dann, wenn eine der Gewerkschaften - die große Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG oder die kleinere Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL - öffentlich einen Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn austrägt. Zumeist auf dem Rücken der Passagiere, wenn mal wieder zum äußersten Mittel - dem Streik - gegriffen wird. Denn natürlich ist die Bahn der mit Abstand größte Arbeitgeber für Lokführer.

Damit landen wir bei der Frage nach dem Gehalt der Berufsgruppe. Im ersten Jahr der Ausbildung gibt es laut karrieresprung.de 711 Euro brutto pro Monat, im zweiten Jahr 750 Euro und im dritten Jahr 850 Euro. Selbstredend hängt der Verdienst aber auch damit zusammen, ob der Arbeitgeber an den Tarifvertrag gebunden ist. Ausgelernte Lokführer können zwischen 2430 und 2709 Euro Brutto-Monatslohn einplanen, heißt es weiter. Sonderzahlungen und Zulagen sind da noch nicht eingerechnet.

Bei steuerklassen.com werden folgende Stufen während der Ausbildung angegeben: Im ersten Jahr 810 bis 900 Euro, im zweiten Jahr 880 bis 950 Euro und im dritten Jahr 950 bis 1000 Euro. Zum Berufseinstieg sei durchschnittlich mit 2400 bis 2700 Euro zu rechnen, die hinzukommenden Sonderzahlungen und Zulagen würden sich im Bereich zwischen 300 und 600 Euro bewegen.

Wie viel verdient man als Lokführer?

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schrieb im Zuge des 2021er Streits zwischen GDL und Bahn von einem jährlichen Bruttoverdienst für Lokführer von 44.000 bis 52.500 Euro pro Jahr - hier sind Weihnachtsgeld und Zulagen bereits eingeschlossen. Das entspräche zwischen 3666 und 4375 Euro im Monat. Bei diesen Zahlen geht es wohlgemerkt ausschließlich um bei der Bahn arbeitende Lokführer, die nach Tarif bezahlt werden.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verweist darauf, dass Lokführer in Deutschland im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich verdienen würden. Angeführt wird die Schweiz, wo schon das Einstiegsgehalt ohne Zulagen bei umgerechnet 60.597 Euro im Jahr liege.

Im Laufe der Karriere bietet sich auch die Möglichkeit, Positionen mit noch mehr Verantwortung zu übernehmen, etwa als Gruppenleiter oder Ausbilder. Ebenso gibt es die Option, eine Zusatzausbildung zum Auslandslokführer anzugehen. So steigt natürlich auch das Gehalt.

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