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Haustiere: Schwanzwedeln, Bellen & Co: Was Hunde uns sagen wollen

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Schwanzwedeln, Bellen & Co: Was Hunde uns sagen wollen

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    Ein Hund der afrikanischen Rasse Basenji blickt neugierig von einem Podest.
    Ein Hund der afrikanischen Rasse Basenji blickt neugierig von einem Podest. Foto: Fredrik von Erichsen, dpa

    Hunde können nicht nur bellen, wenn sie etwas sagen wollen. Allein mit der Gesichtsmimik - dazu gehören Augen, Ohren, Schnauze und Stirn - kann der Hund Entspannung, Aufmerksamkeit, Stress, Angst sowie Aggression ausdrücken. Aber auch situatives Unwohlsein, wie Hitze, Kälte oder Überforderung, kann man am Gesicht des Hundes erkennen. "Aufgerichtete Ohren sind ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Konzentration. Sind die Ohren zurückgezogen, deutet dies auf Unsicherheit oder sogar Angst hin", erklärt Dr. Stefanie Sprauer, Leiterin der Tierarztpraxis für Verhaltenstherapie Waumiau München.

    Jede Körperhaltung hat seine eigene Bedeutung und jede Veränderung der Körperhaltung signalisiert eine bestimmte Emotion. "Möchte der unsichere, ängstliche Hund sein Gegenüber besänftigen, macht er sich kleiner, knickt dafür in den Gliedmaßen ein und dreht seinen Körper seitlich, um aktive Unterwerfung und Demut zu zeigen", sagt Sprauer. Im Weiteren kann er sich hinlegen, mit eingezogener Rute den Bauch anbieten, was eine passive Unterwerfung darstellt. 

    "Ein selbstbewusster Hund hingegen streckt seine Gliedmaßen durch, macht sich groß und verlagert sein Gewicht nach vorne. Ist der Hund in Spiellaune, zeigt er die typische Spielaufforderung durch Vorderkörper-Tiefstellung. Dabei werden die Vordergliedmaßen nach vorne gestreckt, während das Hinterteil in die Höhe ragt", so die Tierärztin.

    Wedelt der Hund eher auf die rechte oder auf die linke Seite?

    Auch der Schwanz des Tieres verrät viel über sein Befinden. Locker hängend ist die Rute des Hundes Ausdruck entspannter Stimmung. Leicht erhöht, deutet sie auf Konzentration und Aufmerksamkeit hin. "Wird sie hoch getragen, präsentiert sich der Hund selbstbewusst und mit Imponiergehabe. Ist die Rute dabei starr, kann das gemeinsam mit anderen Körpersignalen auch ein Hinweis darauf sein, dass ein Angriff nicht ausgeschlossen ist", erklärt Sprauer. 

    Eine eingezogene Rute bedeutet laut der Tierverhaltensexpertin hingegen Unterwürfigkeit bis hin zur Angst. Auch das Schwanzwedeln vermittelt einiges über den Gemütszustand des Tieres. Es ist zunächst nur ein Zeichen von Erregung. Erregung kann aber Ausdruck positiver als auch negativer Emotionen sein. Hierbei muss es sich also nicht unbedingt um positive Erregung, also Freude handeln. Laut Sprauer haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ein rechtsgerichtetes Wedeln eher positive Stimmung ausdrückt und ein linksgerichtetes Wedeln eher eine unangenehme Stimmung widerspiegelt.

    Knurren muss nicht immer aggressiv sein

    "Beim Bellen kann es sich um ein Aufmerksamkeit forderndes Bellen und um territoriales oder Unsicherheitsbellen handeln. Bellen kann aber auch lediglich eine Ausdrucksmöglichkeit von Freude sein", so Sprauer. Dabei gilt es unterschiedliche Tonlagen zu beachten, die eine jeweilig andere Information liefern. Es gibt tiefes Bellen, das bei bedrohlichen Situationen zum Einsatz kommt und in der Regel Distanzvergrößerung fordert, als auch hohes erregtes Bellen, das eher Distanzverkleinerung im Sinn hat und das zu verbellende Objekt – also Mensch, Artgenossen, aber auch Futter oder Spielzeug - in seine Nähe bringen oder erreichen möchte.

    "Zudem wird auch beim Spielen häufig gebellt und geknurrt, ist aber in diesem Zusammenhang kein Ausdruck von Aggressivität. Knurren in anderem Kontext dient jedoch ebenfalls sehr konkret der Distanzvergrößerung und ist ein eindeutiges Warnsignal", erklärt Sprauer. Eine Distanzvergrößerung durch Knurren könne laut Expertin bei Ressourcenkontrolle vonnöten sein, aber auch in Angst auslösenden, bedrohlichen oder bedrängenden Situationen. 

    "Wird das Knurren abtrainiert oder übersehen, besteht die Gefahr, dass der Hund ohne oder ohne weitere Vorwarnung schnappt oder beißt, falls die Distanz nicht eingehalten oder versucht wird, eine Ressource wie zum Beispiel den Knochen oder den Ball wegzunehmen" so Sprauer.

    Düfte spielen für Hunde eine große Rolle

    Hunde kommunizieren auch über artspezifische Pheromone, die für Menschen nicht wahrnehmbar sind. Diese dienen ausschließlich der innerartlichen Kommunikation und geben wichtige Informationen über Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Paarungsbereitschaft. "In der Kommunikation mit anderen Hunden, aber auch mit uns Menschen, setzen Hunde ständig Beschwichtigungssignale ein, um Situationen mit einem Gegenüber zu regeln. Da wird gezüngelt, zur Seite geschaut, Pfötchen gehoben oder am Wegesrand grundlos geschnuppert", so Sprauer. 

    Diese Gesten sollten Hundehalter laut Expertin kennen und richtig einordnen können, um Missverständnissen vorzubeugen. "Ein Hund, der beim Rückruf plötzlich intensiv mit Schnuppern beginnt, zeigt nicht unbedingt Ungehorsam, sondern möchte damit wahrscheinlich nur die negative Stimmung des rufenden Menschen beschwichtigen", erklärt die Tierärztin.

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