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Heuschnupfen
20.07.2022

Heuschnupfen: Symptome, Diagnose, Hausmittel - alle Infos für Allergiker

Heuschnupfen: Symptome, Medikamente, Hausmittel, Diagnose - alle Infos für Allergiker
Foto: Christin Klose

Heuschnupfen macht Menschen vor allem im Frühjahr und Sommer zu schaffen. Welche Symptome haben Betroffene? Wie kommt es zur Diagnose? Hier lesen Sie die Antworten.

Der Pollenflug macht Menschen mit Heuschnupfen das Leben schwerer. Schätzungen zufolge ist jeder und jede Fünfte in Deutschland mehr oder weniger stark davon betroffen. "Dem Begriff nach bezieht sich Heuschnupfen eigentlich nur auf Gräser", sagt Carsten Schmidt-Weber, Professor an der Technischen Universität München und Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) - Bäume werden dabei aber auch miteinbezogen.

Symptome, Medikamente, Hausmittel - hier in diesem Artikel finden Sie alle Infos rund um Heuschnupfen.

Heuschnupfen: Die häufigsten Symptome im Überblick

"Ein großes Problem ist noch immer, dass Heuschnupfen zu oft von den Betroffenen selbst bagatellisiert wird", sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). "Die sagen dann 'Naja, ich hab ein wenig Schnupfen und die Augen jucken, ich komme schon irgendwie durch'." Heuschnupfen bedeutet für den Körper aber eine chronische Entzündung, mit der sich das Immunsystem täglich beschäftigen muss. Auch ein Heuschnupfen sollte daher angemessen therapiert werden, denn im schlimmsten Fall kann daraus allergisches Asthma entstehen. Zu den gängigsten Symptomen gehören laut der Apotheken-Umschau:

  • Niesattacken und Fließschnupfen (Rhinitis)
  • Brennen oder Juckreiz am Gaumen, in der Nase oder den Augen
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Tränende Augen, geschwollene Lider (Konjunktivitis)

Medikamente gegen Heuschnupfen - Was hilft?

Gegen Heuschnupfen sind einige Medikamente auf dem Markt. Wer sich vor einer Tabletten-Einnahme scheut, kann vorerst Augentropfen und Nasensprays testen. Diese helfen direkt nach der Anwendung. Bei beiden gilt das gleiche Prinzip: Die Schleimhaut soll befeuchtet werden, damit sich die Pollen ausspülen und die Schleimhäute abschwellen können.

Falls Sie nur leichte Symptome haben, könnte bereits ein reines Meerwasser-Nasenspray helfen - sprechen Sie Ihre passende Behandlung am besten mit Ihrem Hausarzt ab.

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Stiftung Warentest hat 2021 einen Test zu den gängigen Produkten gegen Heuschnupfen getestet. Darunter sind auch Tabletten, Augentropfen und Nasenspray. Die Ergebnisse können laut der Internetseite für 1,50 Euro freigeschalten werden.

Ob Nasenspray, Tabletten oder Augentropfen - all diese Medikamente helfen nur zur Linderung der Symptome. Auf lange Sicht könnten Allergiker gemeinsam mit ihrem Hausarzt eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen. Dabei werden Allergieauslöser über einen längeren Zeitraum verabreicht, damit sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnt und die Reaktionen schwächer ausfallen oder gänzlich ausbleiben.

Diagnose: So wird Heuschnupfen erkannt

Häufig suchen Betroffene bei Heuschnupfen keinen Arzt auf. "Uns fehlt dadurch die Gelegenheit zu einer richtigen Diagnose", sagt Prof. Jörg Kleine-Tebbe, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Diese kann über einen sogenannten Pricktest gemacht werden. Dabei werden Lösungen mit Allergenen auf die Haut geträufelt und anschließend mit einer Lanzette eingestochen. Nach etwa einer Viertelstunde wird überprüft, wie die Haut reagiert hat und die Größe der geschwollenen Einstichstelle wird ausgemessen.

"Was man sieht", sagt der Pneumologe und Allergie-Experte Prof. Karl-Christian Bergmann von der Berliner Charité, "ist, ob Antikörper vorhanden sind, die darauf reagieren." Diese können im Körper vorhanden sein, ohne dass man auf den Stoff allergisch reagiert. In dem Fall wird von einer Sensibilisierung gesprochen. "Im Normalfall, in 90 Prozent der Fälle, ist die Diagnose von Heuschnupfen sehr leicht", sagt Bergmann.

Hausmittel gegen Heuschnupfen

Julia Welzel, Leiterin der Augsburger Klinik für Dermatologie und Allergologie, rät zu einer medikamentösen Behandlung von Heuschnupfen. Eine Behandlung mit Hausmitteln sollte die Beratung durch einen Arzt niemals ersetzen, kann aber bei akuten Beschwerden Linderung verschaffen.

Tränende Augen bei Heuschnupfen

  1. Wasserreinigung gegen tränende Augen: Falls Sie keine Augentropfen zur Hand haben, kann eine Wasserspülung Abhilfe verschaffen. Wichtig ist: Reiben Sie Ihre bereits gereizten Augen nicht mit den Fingern, da sich unter den Nägeln Bakterien - und auch Pollen - befinden können.
  2. Kalte Kompressen: Bei einer Konjunktivitis können kühle Kompressen zum Abschwellen der Lider beitragen.
  3. Augen entspannen: Sind die Augen bereits sehr gereizt, ist es nicht sonderlich förderlich, sie durch die kontinuierliche Arbeit am Bildschirm noch mehr zu reizen. Gönnen Sie Ihren Augen daher alle 20 Minuten eine kurze Pause.

Gereizte Nase bei Heuschnupfen

  1. Dampfbad (etwa 10 bis 15 Minuten): Dampfbäder befeuchten die Schleimhäute und können dazu beitragen, dass sich die gereizte Nase entspannt. Eukalyptus-, Minz- oder Thymiantee eigenen sich sehr gut, es ist aber auch möglich, ätherische Öle zu verwenden. Am besten funktioniert das Dampfbad, wenn Sie den Tee in einem großen Topf aufkochen und sich dann mit einem Handtuch oder einer Decke über dem Kopf darüberbeugen.
  2. Nasenspülung mit Kochsalz: Eine Nasenspülung dient dazu, die Schleimhäute von den Pollen zu befreien. Hierzu können Sie Kochsalz in warmem Wasser auflösen und die Nase damit ausspülen.

Juckender Gaumen bei Heuschnupfen

  1. Brennnesseltee mit Honig: Brennesseltee gilt als bewährtes Heilmittel gegen einen juckenden Gaumen. Honig enthält entzündungshemmende Enzyme und kann die allergische Reaktion noch zusätzlich mindern.
  2. Mentholhaltige Kaugummis kauen: Gegen einen juckenden Gaumen können Kaugummis oder Bonbons die Symptome kurzzeitig lindern, da die Schleimhaut dadurch befeuchtet wird.

6 Tipps gegen Heuschnupfen im Alltag - Vorbeugung

Wenn Sie an Heuschnupfen leiden, können Sie in Ihrem Alltag Vorkehrungen treffen, um die Symptome zumindest etwas zu verringern.

  1. Hängen Sie Ihre Wäsche nicht draußen auf. Die Pollen bleiben im Gewebe hängen und können somit die allergische Reaktion verstärken.
  2. Waschen Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen. Da sich Pollen in den Haaren absetzen, wäre es als Allergiker besser, sich abends die Haare zu waschen, um nachts einen geringeren Leidensdruck zu haben.
  3. Beziehen Sie Ihre Bettwäsche so oft wie möglich neu. Allergiker-Matratzen und -Kissen können helfen.
  4. Lagern Sie Ihre Alltagskleidung nicht im Schlafzimmer. Auch hier gilt: Pollen haften an dem Gewebe der Kleidung und können somit auch nachts eine allergische Reaktion auslösen.
  5. Beim Wohnungsputz helfen feuchte Lappen besser als Staubtücher.
  6. Halten Sie beim Autofahren am besten die Fenster geschlossen, damit keine Pollen in das Fahrzeug gelangen. Es lohnt sich in der Pollen-Hauptsaison, das Auto häufiger zu reinigen. Es gibt außerdem bestimmte Pollenfilter für die Lüftung.

(AZ)

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