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Gesundheit
22.06.2022

Leitungswasser gegen Mineralwasser: Was schneidet besser ab?

Am Wasserhahn in einer Küche wird ein Trinkglas mit Leitungswasser befüllt.
Foto: Patrick Pleul, zb/dpa (Symbolbild)

Das Elixier des Lebens: Wasser ist für uns Menschen unverzichtbar und alltäglich. Doch schneidet Leitungswasser oder Mineralwasser besser ab? Ein Vergleich.

Wasser ist das Elixier des Lebens – da gibt es keine zwei Meinungen. Auch nicht bei dem Fakt, dass es den Lebensalltag eines jeden Menschen bestimmt. Bei einer Frage rund um das Wasser gibt es dann aber doch oft zwei Meinungen: Leitungswasser oder Mineralwasser. Oder auch: Wasser aus dem Hahn oder aus der Flasche. Wir haben die beiden Optionen in den wichtigsten Aspekten verglichen.

Leitungswasser oder Mineralwasser: Was ist gesünder?

Wenn es um den gesundheitlichen Aspekt von Wasser geht, dann ist man schnell bei der Frage, was denn nun mineralstoffreicher ist. Oft ist hier der erste Gedanke, dass im Mineralwasser deutlich mehr Mineralstoffe enthalten sein müssten. Das ist aber nicht zwangsläufig der Fall. Bis ins Jahr 1980 war es bei einem Mineralwasser noch Pflicht, dass mindestens 1000 Milligramm an Mineralstoffen enthalten waren. Eine Vorgabe, welche die EU – bei allen Beschränkungen wie der Krümmung der Bananen – wieder fallen ließ.

Die Stiftung Warentest hat sich der Sache angenommen und herausgefunden, dann die getesteten Mineralwässer im Schnitt rund 790 Milligramm an Mineralstoffen enthalten. Allerdings: Das Mineralwasser mit dem niedrigsten Gehalt kam gerade einmal auf 57 Milligramm. Und wie steht es um das Leitungswasser?

Auch aus dem Hahn kommend, sind die Werte von Wasser sehr unterschiedlich. Das mineralstoffreichste Leitungswasser erzielte beim Test einen Wert von 786 Milligramm Mineralstoffen. Im Durchschnitt kommt das Leitungswasser aber nur auf etwa 380 Milligramm.

Pauschal lässt es sich aber nicht sagen, ob Leitungswasser oder Mineralwasser mineralstoffreicher ist. Die Frage, welches gesünder ist, ist noch schwieriger zu beantworten. Fakt ist, dass die meisten Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium bei einer ausgewogenen Ernährung ohnehin aufgenommen werden. Für die Gesundheit ist es daher oftmals nicht entscheidend, in welchem Wasser etwas mehr Mineralstoffe enthalten sind.

Video: dpa

Mineralwasser oder Leitungswasser: Was ist sauberer?

Auch hier ist eine klare Antwort nicht zu geben, da es beim Trinkwasser sehr auf die jeweilige Qualität ankommt. Diese hängt vor allem mit dem Wohnort zusammen. Hier gibt es eine gute Nachricht, denn Deutschland besitzt nach einem Bericht des Umweltbundesamtes von 2021 ein Trinkwasser von "guter bis sehr guter Qualität". Zumeist wird es aus Oberflächenwasser, Flüssen und Seen oder direkt aus dem Grundwasser gewonnen. Es wird in der Folge in mehreren Stufen aufbereitet.

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Innerhalb Deutschlands sind allerdings auch große Unterschiede zu erkennen. Daher sollten Sie im Idealfall beim örtlichen Wasserversorger oder dem zuständigen Gesundheitsamt nach der Qualität fragen. Eine andere Option ist es, die Qualität des Trinkwassers selbst zu überprüfen. Das ist durch eine Trinkwasseranalyse schnell gemacht. Ein weiterer Tipp: Wenn der Wasserhahn länger nicht genutzt wurde, dann empfiehlt es sich, zunächst einen halben Liter durchlaufen zu lassen. Es kann nämlich sein, dass das Wasser dann im Rohr stand, was die Qualität deutlich beeinflussen kann.

Insgesamt gilt, dass Mineralwasser aus Quellen gewonnen wird, welche tiefer gelegen sind. Aus diesem Grund ist es besser vor Umwelteinflüssen geschützt. Frei von Verunreinigung bleibt aber auch das Mineralwasser nicht in allen Fällen. Fakt ist: Oft sind die Kriterien beim Trinkwasser sogar strenger als beim Mineralwasser. Auch hier kann also kein klarer Sieger gekürt werden. Vielmehr hängt es vom Wohnort ab, ob das Mineralwasser oder das Leitungswasser sauberer ist.

Leitungswasser oder Mineralwasser: Was ist nachhaltiger und ökologischer?

Es fällt sofort auf, dass beim Mineralwasser eine zusätzliche Verpackung benötigt wird. Häufig besteht diese aus Plastik. In Deutschland werden nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe im Durchschnitt 47 Millionen Einwegplastikflaschen verbraucht. Im Jahr sind das 17,4 Milliarden Flaschen. Noch eine eindrucksvolle Zahl: Bei der Herstellung einer solchen Menge von Einwegplastikflaschen wird in etwa so viel Rohöl verbraucht, dass man auch 356.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizen könnte. Man muss aber relativieren, dass hier nicht nur Wasserflaschen, sondern beispielsweise auch die Flaschen von Softdrinks ins Gewicht fallen.

Mehrwegflaschen sind schon deutlich nachhaltiger und ökologischer, doch auch der Transport muss noch eingerechnet werden. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale kommt insgesamt zu dem Schluss, dass die Klimabelastung durch Mineralwasser "fast 600-mal höher als bei Leitungswasser" ist. An wen dieser Punkt geht, ist daher klar.

Mineralwasser oder Leitungswasser: Was ist günstiger?

Auch bei dieser Frage fällt die Antwort nicht schwer. Das Leitungswasser ist zweifellos deutlich günstiger. Der Preis pro Liter liegt laut dem Umweltbundesamt bei nur einem halben Cent. Das günstigste Mineralwasser liegt indessen bei einem Preis von 13 Cent pro Liter. Im Supermarkt gibt es aber auch deutlich teurere Wasserflaschen.

Video: dpa

Günstiger kommt man mit einem Wassersprudler, doch beim Preis kommt das Mineralwasser trotzdem nicht an das Leitungswasser heran.

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