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Bauhaus-Jubiläum

23.01.2019

Auch ein Klassiker: Weimar baut heuer aufs Bauhaus

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Neu gebaut: Das Museum dokumentiert 100 Jahre Bauhaus und ordnet die Leistungen der Designschule ein.
Bild: Thomas Müller/Weimar

In der Klassikerstadt wurde vor 100 Jahren die Architektur- und Designschule von Walter Gropius gegründet. Ein neues Museum öffnet im April.

Deutschland ist eines der Top-Reiseziele dieses Jahres. Zumindest, wenn man dem Ranking des Trend-Reiseführer Lonely Planet folgt. Einer der genannten Gründe wird selbst manchen Einheimischen überraschen: Das Bauhaus! 2019 wird die Design- und Architekturschule 100 Jahre alt. Im Inland ist sie zwar jedem Kunstinteressierten ein Begriff, aber keineswegs populär. Ungleich höher ist ihr Ansehen im Ausland. Namen wie die der Bauhaus-Meister Mies van der Rohe oder László Moholy-Nagy sind dort nicht nur für Architekten und Designer ein Begriff.

Weimar hat als Gründungsstadt des Bauhauses einen besonderen Anteil an dessen Geschichte. Und zum anstehenden Jubiläum gibt sich die Stadt an der Ilm alle Mühe, diesen Anteil zur Schau zu stellen. Denn obwohl die Architektur- und Designschule ihre Blütezeit im rund zwei Autostunden von Weimar entfernten Dessau erlebt hat, wurden auch in Weimar entscheidende Entwicklungen angestoßen.

1919, vor 100 Jahren, gründete Walter Gropius das Staatliche Bauhaus, indem er die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar mit der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule vereinigte. Obwohl die etwas angestaubten Namen dieser beiden Schulen etwas anderes vermuten lassen könnten: Gropius erschuf so eine revolutionäre neue Bildungsstätte. Er war der Erste, der Kunst und Handwerk unter einem Dach vereinte.

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Die älteste Bauhaus-Sammlung wird in Weimar zu sehen sein

Sehenswürdigkeiten sind schon im klassischen Weimar dicht gesät. Goethes Wohnhaus, Schillers Wohnhaus, ein Denkmal für die beiden Dichter, der Rokokosaal in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, die Stadtkirche St. Peter und Paul mit einem Altar von Lucas Cranach … Im Jubiläumsjahr liegt der Fokus aber auf dem moderneren Weimar, dem Weimar der Bauhäusler. Die Klassik Stiftung der Stadt eröffnet im April ein neues Museum. Hier, im Bauhaus-Museum Weimar, wird die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung zu sehen sein.

Walter Gropius hatte sie 1925 angelegt und mit 168 Werkstattarbeiten aus dem Bauhaus angefangen. Mittlerweile umfasst die Sammlung 13000 Objekte. Zu den berühmtesten gehört wohl die Tischlampe von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jacob Jucker, eine weiße Dreiviertel-Kugel als Lampenschirm auf einem stabilen Glasfuß und kurzer Schnur zum An- und Ausknipsen. Auch Werke von Paul Klee, auch als Mitglied der Künstlergruppe Blauer Reiter bekannt, gehören dazu.

Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Hauses am Horn. Es ist der einzige in Weimar umgesetzte Architektur-Entwurf des Bauhauses, in dem zum ersten Mal die revolutionären Wohnideen der Schule deutlich werden. Überraschend für die Besucher ist vor allem die Enge des Hauses.

Architekt Georg Muche wollte kein repräsentatives Gebäude schaffen, sondern ein zweckmäßiges, das sich auch die durchschnittlichen Bürger der 20er Jahre leisten konnten.

Bauhaus in Weimar: Das Haus am Horn ist sehenswert

Derzeit wird das Haus aufwendig restauriert. Denn lange Zeit war es nicht als Ausstellungsobjekt genutzt, sondern als Wohnhaus. Zum Teil ist es diesem Umstand geschuldet, dass das Gebäude heute überhaupt noch steht. Doch im Laufe der Jahre wurde es auch verändert. Nun soll der Ursprungszustand wieder hergestellt werden. Ab Mai soll es dann zur Besichtigung offen sein.

Auch das Neue Museum Weimar zeigt sich nach einer Sanierung zum Jubiläumsjahr von seiner besten Seite. Ab 6. April ist dort die Ausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne“ zu sehen. Henry van de Velde war ein belgisch-flämischer Architekt, der kurz nach der Jahrhundertwende Leiter der Kunstgewerbeschule Weimar wurde und in der Stadt vor allem die Zeit vor der Bauhaus-Gründung mitprägte. Sein Wohnhaus, das Haus Hohe Pappeln, wird heute als Ausstellungsort genutzt und kann besucht werden. Das Neue Museum Weimar wird auch Teil des „Quartiers der Moderne“, ein Komplex rund um das Bauhaus-Museum.

Bauhaus-Luft schnuppern an der Bauhaus-Universität

Besondere Bauhaus-Luft schnuppern können Besucher auch an der Bauhaus-Universität. In Weimar wird immer noch in dem Gebäude gelehrt, das van de Velde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts für die Kunstgewerbeschule gebaut hatte. Die Universität stellt sich damit bewusst in das Erbe der historischen Architektur- und Designschule.

Beim Bummeln über das Gelände können Besucher einen Eindruck davon gewinnen, wie es sich anfühlt, an der Bauhaus-Uni zu studieren. Und dann gibt es hier auch noch sehenswerte Andenken an das alte Bauhaus, etwa das Direktorenzimmer von Walter Gropius oder Wandmalereien sowie Wandreliefs von Oskar Schlemmer und Herbert Bayer.

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