Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Reise
  4. Corona-Pandemie: Wohin könnte man gerade eigentlich reisen?

Fernreisen

17.11.2020

Corona-Pandemie: Wohin könnte man gerade eigentlich reisen?

Gelb: Es gibt noch eine Reisewarnung für Mexiko wegen steigender Corona-Zahlen. Es gibt aber zahlreiche Flüge, die Einreise ist unproblematisch.
Bild: Reinhard Kaufhold, dpa

Plus November wäre Fernreise-Zeit. Aber was gilt wo? Und welche Länder lassen Touristen überhaupt rein? Unsere Fernreise-Ampel gibt den Überblick über Urlaubsländer.

Was für eine verrückte Reisewelt ist das? Deutschland liegt im Lockdown, dafür öffnen sich eine Reihe von tropischen Fernreisezielen. Kuba statt Karwendel, wer hätte das vor Kurzem noch gedacht? Okay – die neue Reisefreiheit ist nicht riesig. Gerade mal für vier Länder schaltet die Fernreise-Ampel aktuell auf "Grün", Reisen sind dorthin also gut möglich. Einige weitere sind "Gelb", also eingeschränkt bereisbar, in der Regel mit Quarantäne bei Rückreise. Rot bedeutet: Reisen sind noch nicht möglich.

Neue Einreisebedingungen gelten für Urlauber in Südafrika

Aktuell bestehen drei Haupthindernisse für Fernreiselustige: Es besteht zwar keine pauschale weltweite Reisewarnung mehr, aber individuelle Reisewarnungen wegen hoher Infektionszahlen für etwa 130 von 160 Ländern außerhalb Europas. Zweitens haben manche Reiseländer den Spieß umgedreht, sie halten Deutschland für ein Risikogebiet und lassen (zumindest im Augenblick) keine deutschen Touristen einreisen. Drittens existiert auch eine ganz praktische Einschränkung: Nach bald einem Dreivierteljahr Corona gibt es noch längst nicht überall hin bezahlbare Flüge und Reiseangebote.

Wir haben nach diesen Kriterien einen Überblick über die wichtigsten außereuropäischen Reiseländer erstellt. Und weil man schon gern wüsste, ob die Reiseerlaubnis auch morgen und übermorgen noch hält, ist die Übersicht um den Trend der 14-Tage-Inzidenz laut „European Centre for Disease Prevention and Control" ergänzt.

Für Dubai gibt es auch in der Corona-Pandemie viele Reiseangebote

Danach gab es unter den aufgeführten Ländern vier, bei denen die Reise-Ampel bereits auf „Grün" geschaltet hat: Barbados, Kuba, Namibia und Seychellen.

Von Reisen in alle genannten vier Länder rät das Auswärtige Amt allerdings ab. Das ist die niedrigere Stufe unter der Reisewarnung (siehe Kasten). Die erfolgt nicht aufgrund von Gesundheitsbedenken, sondern wegen Einreisebeschränkungen: Tatsächlich fordern all diese Länder einen negativen Covid-19-Test; die Seychellen verlangen eine Hotelbuchung, Kuba öffnet nur einige wenige Hotels.

So sieht es derzeit in beliebten Reiseländern aus – Stand 16. November:

  • Ägypten (gelb) Das Land selbst nennt extrem niedrige Ansteckungszahlen. Das Auswärtige Amt hält es jedoch für stark betroffen und hat eine Reisewarnung ausgesprochen. In abgeschirmten touristischen Regionen wie El Gouna und Soma Bay geht das Urlaubsleben aber wieder seinen Gang. Corona-Trend: stabil
  • Australien (rot) Es herrscht ein umfassendes Einreiseverbot für Touristen. Die Regierung hat angekündigt, Europäer wohl erst Ende 2021 wieder ins Land zu lassen.
  • Barbados (grün) Die Karibikinsel ist von Corona kaum betroffen. Das Auswärtige Amt warnt demzufolge auch nicht vor einer Reise, weist aber auf Einreisebeschränkungen hin. Man benötigt bei Einreise einen negativen Covid-19-Test und wird vor Ort nach zwei bis drei Tagen noch mal getestet. Seit kurzem gibt es wieder Flüge mit Eurowings ab Frankfurt nach Barbados. Corona-Trend: stabil.
  • Costa Rica (gelb) Das Land ist schwer betroffen. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Einreise ist aber seit kurzem sogar ohne negativen Test grundsätzlich möglich. Es wird allerdings eine Krankenversicherung verlangt, die Covid-19 abdeckt. Corona-Trend: stabil.
  • Curaçao (gelb) Die zuvor niedrigen Ansteckungsraten haben sich auf hohem Niveau eingependelt, weshalb das Auswärtige Amt für die karibische Insel eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Einreisen sind mit negativem Test möglich, Flüge über Amsterdam vorhanden. Corona-Trend: stabil.
  • Dominikanische Republik (gelb)Trotz deutlicher Rückgänge der Corona-Ansteckungen in den vergangenen Wochen wurde die Reisewarnung des Auswärtigen Amts bislang nicht aufgehoben. Das Land erlaubt Einreisen mit negativem Test. Corona-Trend: stabil. Nach Rückreise verlangt Deutschland Test und Quarantäne.
  • Dubai (gelb)Trotz Reisewarnung des Auswärtigen Amts gibt es eine Vielzahl von Reiseangeboten auf dem Markt. Dubai lässt Touristen einreisen; sie müssen eine Auslandsreisekrankenversicherung nachweisen; mit Quarantäne muss im Einzelfall gerechnet werden. Corona-Trend: stabil.
  • Indonesien (rot) Touristen bleibt die Einreise bis mindestens Ende des Jahres nicht gestattet.
Rot: Japan erlaubt derzeit keine touristischen Reisen. Geschäftsreisen oder Reisen zu Studienzwecken sind seit Oktober wieder möglich.
Bild: Doris Wegner
  • Japan (rot) Es gibt keine Reisewarnung, aber touristische Einreisen sind verboten. Geschäftsreisen und Reisen zu Studienzwecken sind seit Oktober wieder möglich.
  • Kanada (rot) Das Land hat eine Einreisesperre für Urlauber verhängt.
  • Kuba (grün) Die touristische Einreise ist ausschließlich zu den Cayo-Inseln und in den Küstenort Varadero erlaubt. Größere Ausflüge sind nicht möglich. Seit Ende Oktober fliegt Condor ab Frankfurt und Düsseldorf wieder nach Varadero. Alltours, FTI und Schauinsland bieten Reisen nach Kuba an. Corona-Trend: stabil.
  • Mexiko (gelb) Wegen ansteigender Corona-Werte hat das Auswärtige Amt Mexiko nicht aus der Reisewarnung entlassen. Flüge sind aber gut erhältlich, die Einreise ist unproblematisch. Corona-Trend: zuletzt wieder ansteigend.
  • Malediven (gelb) Trotz rückläufiger Inzidenzen gibt es von deutscher Seite weiter eine Reisewarnung, aus maledivischer Sicht ist die touristische Einreise mit negativem Test und Hotelbuchungsbestätigung erlaubt. Tui bietet Malediven-Reisen trotz Reisewarnung an. Corona-Trend: deutlich rückläufig.
  • Marokko (gelb) Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen. Seit 10. November ist die Einreise mit negativen PCR-Test möglich. Voraussetzung ist eine Hotelreservierung. FTI bietet Marokko-Reisen an. Corona-Trend: zuletzt wieder stabil.
  • Mauritius (gelb) Es gibt keine Reisewarnung, das Auswärtige Amt rät aber wegen der schwierigen Einreise ab. Tatsächlich müssen Touristen länger als 14 Tage bleiben und werden am siebten und am 14. Tag nach Ankunft erneut getestet. Corona-Trend: stabil.
  • Namibia (grün) Das Land wurde im Oktober aus der Reisewarnung entlassen und akzeptiert Urlauber. Bei der Einreise muss ein negativer Test vorgelegt werden; das Reiseziel muss vorgebucht werden und direkt angesteuert werden. Die neuerliche Testpflicht am 5. Tag nach der Einreise wurde gestrichen. Corona-Trend: stabil.
  • Neuseeland (rot) Das Land hat internationale Einreisen bis auf weiteres untersagt.
Grün: Für die Seychellen gibt es weder Reisewarnung noch Einreiseverbot. Wer das Badeziel anfliegen will, muss eine zertifizierte Unterkunft nachweisen.
Bild: Raymond Sahuquet/Seychelles Tourist Office, dpa


  • Seychellen (grün) Es gibt weder Reisewarnung noch Einreiseverbot. Wer einreisen will, muss die Buchung einer zertifizierten Unterkunft nachweisen. Die Krankenversicherung muss Covid-19-Erkrankungen abdecken. Dertour und FTI haben Reisen auf die Malediven aufgelegt. Corona-Trend: stabil.
  • Sri Lanka (rot) Die Reisewarnung für das Land wurde aufgehoben. Es gibt aber keine Visa und der Flughafen bleibt geschlossen. Corona-Trend: ansteigend auf niedrigem Niveau.
  • Südafrika (grün) Das Land steht auf der Reisewarnungsliste des Auswärtigen Amts. Das Land, das seine Grenzen am 19. Oktober für Touristen aus Deutschland geschlossen hatte, öffnet sich mit sofortiger Wirkung für Reisende. Voraussetzung ist ein negativer PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Corona-Trend: stabil.
  • Thailand (rot) dürfen Ausländer nur für Langzeitaufenthalte ab vier Wochen bereisen. Alle müssen in Quarantäne, die aber im Hotel abgesessen werden darf. Deutsche dürfen seit kurzem an dem Programm teilnehmen.
  • Türkei (gelb) Ob die Türkei ein Fernreiseziel ist, mag jeder für sich entscheiden. Zu den außereuropäischen Zielen gehört sie. Seit dem 8. November gilt allerdings wieder eine landesweite Reisewarnung, weil die Bundesregierung den Türken die niedrigen gemeldeten Zahlen nicht glaubt. Corona-Trend: ansteigend.
  • Tunesien (gelb)war zunächst von Corona weniger betroffen, landete aber im Oktober auch auf der Reisewarnungsliste. Individualreisende müssen in Quarantäne. Pauschalreisende brauchen keinen Test, sollen aber bei Ausflügen und bei Aufenthalt im Hotel unter der Aufsicht ihrer Reiseleitung bleiben. Es herrscht eine nächtliche Ausgangssperre. Corona-Trend: ansteigend bei hohem Niveau.
  • USA (rot) Die Vereinigten Staaten haben ein Einreiseverbot für Touristen aus Europa ausgesprochen.
  • Vietnam (rot) Es gilt weiter eine Einreisesperre für alle ausländischen Reisenden.

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren