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Bild: Jochen Müssig
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Das neue James-Bond-Museum wurde direkt in den Berg Gaislochkogel gebaut und soll jetzt viele Besucher anlocken.

Alpen
31.07.2018

Ein neues James-Bond-Museum in 3040 Metern Höhe

Von Jochen Müssig

Für 007-Fans wurde ein James-Bond-Museum direkt in den Tiroler Berg Gaislachkogel gebaut. Der futuristische Bau hält aber nicht alles, was er verspricht.

Immer der gleiche Spruch: Mein Name ist Bond. James Bond. Einmal Bond – immer 007, gerne auch umgekehrt. Spielt keine Rolle, sogar beim neuen Museum nicht.

Der Bau ist futuristisch und spektakulär wie ein Keil schräg ins Gebirgsmassiv des Gaislachkogel gestellt. Und mittendrin im Gaislachkogel, auf 3040 Metern Höhe über Sölden, geht’s mit der James-Bond-Erkennungsmelodie los. Laut. Dramatisch. Begleitet von Filmschnipseln seit 1962, als im ersten Bond Sean Connery „Dr. No“ jagte. Kino-Feeling.

Ein Museum für James-Bond-Fans

13 Bilder
Bild: Jonathan Hordle/Madame Tussauds/dpa
Das waren die James-Bond-Darsteller
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Foto: Jonathan Hordle/Madame Tussauds/dpa

Sechs Mal 007 auf einen Streich im Madame Tussauds in London (von links): Roger Moore, Timothy Dalton, Daniel Craig, Sean Connery, George Lazenby, und Pierce Brosnan.

Foto: WDR Degeto, dpa

Den Anfang machte 1962 Sean Connery. Seine erste Rolle: „James Bond jagt Dr. No“. Im Film "Liebesgrüße aus Moskau" kommt Bond der Russin Tatiana Romanova (Daniela Bianchi) näher.

Foto: ARD Degeto, dpa

In „Sag niemals nie“ (1983) war Sean Connery das letzte Mal in der Rolle des James Bond zu sehen.

Foto: WDR Degeto, dpa

Kurzes Intermezzo: George Lazenby hatte nur einen Auftritt als Bond-Darsteller. „Im Geheimdienst ihrer Majestät" tafelte er im Gipfelnest des Erzschurken Blofeld.

Foto: ARD Degeto, dpa

James Bond wie er es gern hat - hier sonnt sich Roger Moore im Kreis der Schönen, die Octopussy in ihrem indischen Palast dienen.

Foto: ARD Degeto, dpa

James Bond (Roger Moore) trifft im 1974 erschienen Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ auf den eiskalten Schurken Scaramanga (Christopher Lee, links).

Foto: ARD Degeto, dpa

Auf Roger Moore folgt Timothy Dalton. In „Der Hauch des Todes“ hat 007 ein ernstes Wörtchen mit KGB-General Pushkin (John Rhys-Davies) zu reden.

Foto: Werksfoto, dpa

Schneller und spektakulärer: Pierce Brosnan verkörperte viermal den Doppelnull-Agenten.

Foto: ZDF/Michael G. Wilson, dpa

In „Golden Eye“ rettet Pierce Brosnan als James Bond das erste Mal die Welt vor dem Bösen. Im Bild: Der Geheimagent und die Programmiererin Natalya Simonova (Izabella Scorupco).

Foto: Sony Pictures, dpa

An die Stelle von Charme und Eleganz, treten Härte und Verwundbarkeit. Daniel Craig verkörperte damit einen neuen Stil als James-Bond-Darsteller.

Foto: Sony, dpa

Im Film "Casino Royal" antwortet James Bond auf die Frage des Barkeepers: „Geschüttelt oder gerührt?“ - „Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?“

Foto: Sony, dpa

Nach einem Einsatz in Mexico City muss Bond realisieren, dass ihn die Suche nach der übermächtigen Verbrecherorganisation „Spectre“ mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Foto: Francois Duhamel, Aston Martin

Very British: James Bond mit dem berühmten Aston Martin DB5. Mit diesem Modell fuhr bereits Sean Connery. Und etwas später Daniel Craig.

Gezeigt werden aber ultraschnelle Videoclipschnitte, fast zu viel, auf jeden Fall zu schnell und alles in Englisch, mit zu schnell wechselnden deutschen Untertiteln. Wer kein Bond-Kenner oder Fan ist, ist an diesen Stellen fast ein wenig verloren …

„Unser Ziel ist es, mit ‚007 Elements‘ einen tiefen Einblick in die Dreharbeiten eines 007-Kinofilms zu gewähren. Und das passiert in Sölden in einer ultramodernen, alle Sinne ansprechenden Art und Weise“, sagt Neal Callow, nicht nur Art Director des Museums, sondern auch der letzten vier Bonds und des neuen, der im November 2019 in die Kinos kommen soll. Der Betreiber der Bergbahnen von Sölden, Jakob Falkner, hatte die Idee dazu: James Bond sollte nachhaltig in Sölden verankert werden – und dafür sorgen, dass seine Bergbahnen auch im Sommer mehr genutzt werden. Das Kombiticket Bahnfahrt mit Museumsbesuch kostet immerhin 54 Euro. 120000 Bond-Fans werden pro Jahr erwartet.

Ein Glasgang ermöglicht einen spektakulären Blick

Bahamas, Mexiko, Bangkok, Marokko, Venedig, Sölden: Im Rundkino geht’s um die Locations weltweit. Bond-Regisseur Sam Mendes erzählt von „Skyfall“ und „Spectre“. Und ein Glasgang ermöglicht den Blick ins Freie über die Gletscherstraße zum Rettenbachgletscher, zwei der sechs Söldener „Spectre“-Drehorte.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1962: «James Bond 007 jagt Dr. No» («Dr. No»): Sean Connery gegen Joseph Wiseman als Dr. Julius No.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1963: «Liebesgrüße aus Moskau» («From Russia with Love»): Sean Connery gegen Robert Shaw als Donald «Red» Grant.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1964: «Goldfinger» («Goldfinger»): Sean Connery gegen Gert Fröbe als Auric Goldfinger.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1965: «Feuerball» («Thunderball»): Sean Connery gegen Adolfo Celi als Emilio Largo.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1967: «Man lebt nur zweimal» («You Only Live Twice»): Sean Connery gegen Donald Pleasence als Ernst Stavro Blofeld.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1969: «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» («On Her Majesty's Secret Service»): George Lazenby gegen Telly Savalas als Blofeld.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1971: «Diamantenfieber» («Diamonds Are Forever»): Sean Connery gegen Charles Gray als Blofeld.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1973: «Leben und sterben lassen» («Live and Let Die»): Roger Moore gegen Yaphet Kotto als Mr. Big Kananga.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1974: «Der Mann mit dem goldenen Colt» («The Man with the Golden Gun»): Roger Moore gegen Christopher Lee als Francisco Scaramanga.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1977: «Der Spion, der mich liebte» («The Spy Who Loved Me»): Roger Moore gegen Curd Jürgens als Karl Stromberg.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1979: «Moonraker - Streng Geheim» («Moonraker»): Roger Moore gegen Michael Lonsdale als Hugo Drax.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1981: «In tödlicher Mission» («For Your Eyes Only»): Roger Moore gegen Julian Glover als Kristatos.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1983: «Octopussy» («Octopussy»): Roger Moore gegen Louis Jourdan als Kamal Khan.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1985: «Im Angesicht des Todes» («A View to a Kill»): Roger Moore gegen Christopher Walken als Max Zorin.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1987: «Der Hauch des Todes» («The Living Daylights»): Timothy Dalton gegen Joe Don Baker als Brad Whitaker und Jeroen Krabbé als Georgi Koskov.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1989: «Lizenz zum Töten» («Licence to Kill»): Timothy Dalton gegen Robert Davi als Franz Sanchez.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1995: «GoldenEye» («GoldenEye»): Pierce Brosnan gegen Gottfried John als General Ourumov und Sean Bean als Alec Trevelyan.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1997: «Der Morgen stirbt nie» («Tomorrow Never Dies»): Pierce Brosnan gegen Jonathan Pryce als Elliot Carver.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

1999: «Die Welt ist nicht genug» («The World Is Not Enough»): Pierce Brosnan gegen Robert Carlyle als Renard.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

2002: «Stirb an einem anderen Tag» («Die Another Day»): Pierce Brosnan gegen Toby Stephens als Gustav Graves.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

2006: «Casino Royale» («Casino Royale»): Daniel Craig gegen Mads Mikkelsen als Le Chiffre

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

2008: «Ein Quantum Trost» («Quantum of Solace»): Daniel Craig gegen Mathieu Amalric als Dominic Greene.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

2012: «Skyfall» («Skyfall»): Daniel Craig gegen Javier Bardem als Silva.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

2015: «Spectre» («Spectre»): Daniel Craig gegen Christoph Waltz als Oberhauser.

James Bond: alle Filme, alle Bösewichte

Nicht in der offiziellen Reihe: 1967 «Casino Royale» und 1983 «Sag niemals nie» («Never Say Never Again»).

„007 Elements“ bekommt nun mehr Struktur, wird musealer: Der Bond-Fan findet sich im dunklen Tech Lab wieder. Man könnte auch sagen: Zu Besuch bei Q, dem Techniktüftler, der sich im Lauf der Jahre und der Zeit zu einem Computer-Nerd entwickelt hat.

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Bild: Jochen Müssig
Bild: Jochen Müssig

Ultraschnelle Videosequenzen empfangen den Besucher im neuen Bond-Museum in Sölden auf 3040 Metern Höhe. Das „007 Elements“ gibt Einblicke in den Dreh von „Spectre“.

Doch mit Personen, Schauspielern und deren Entwicklungen hat es Art Director Neal Callow nicht. Sie tauchen allenfalls in Videoschnipseln auf; doch weder wird die Rolle noch der zeitliche Hintergrund zwischen 1962 und jetzt betrachtet. Stattdessen sieht man ein paar Originalutensilien. Die Golden Gun, mit der sich Bösewicht Scaramanga mit Bond alias Roger Moore duellierte („Der Mann mit dem goldenen Colt“), ist freilich eine Replik..

Dafür wird es interaktiv bei Q: Per Hand-Scann kann man seine eigene Agenten-ID erzeugen und sehen, wie viele Liebschaften man als kleiner Daniel Craig hatte, wie viele Millionen Dollar Schäden man verursacht hat oder wie viele Geschwindigkeitsübertretungen registriert wurden. Bleibt die Frage: Wie fliegt eigentlich ein Flugzeug durch eine Waldschneise? Im Special-Effect-Raum wird’s erklärt.

Das Museum setzt auf ein junges Zielpublikum

„007 Elements“ setzt auf Emotion und ein junges Zielpublikum, aber es fehlt so einiges: Kein Wort über die gesellschaftliche und die Entwicklung der Bond-Figur im Ost-West-Konflikt bis in die Cyber-Kriminalität von heute. Keine Hinweise zu den Bond-Darstellern und zu ihrer Entwicklung – von ironischen Dialogen zu Sean Connerys Zeiten bis zu wilder Action ab Pierce Brosnan.

Und keine Bilder oder Zusammenstellungen der vielen hübschen Bond-Girls und tollen Bond-Aston-Martins. Da gehen dem insgesamt spannend gemachten Bond-Museum leider einige 007-Elements ab.

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