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Günstig verreisen

13.02.2019

Euro sei dank: Wo Urlaub richtig günstig ist

Der Wechselkurs macht es möglich: Welche Länder derzeit günstig bereist werden können. 
Bild: adobe.stock.com

Schon lange nicht mehr war Europas Währung so stark. Das macht einige außereuropäische Länder  für Reisende erschwinglich – Südafrika zum Beispiel.

 

EU-Gegner und Euro-Skeptiker mögen derzeit viel frischen Wind verspüren. Aber wer gerne ins Ausland reist, sollte den Euro nicht verdammen. Denn der schlägt sich im Vergleich zu anderen Währungen erstaunlich gut. Einer Wechselkurs-Analyse von 177 außereuropäischen Staaten der Online-Buchungsplattform Travelcircus.de zufolge hat der Euro in den letzten drei Jahren weltweit um rund 23 Prozent an Wert gewonnen. In diesen zehn Ländern hat der Euro zugelegt:

Argentinien Im Land des Tangos locken die Metropole Buenos Aires und grandiose Landschaften wie Feuerland und die Wasserfälle von Iguazu. Der Euro hat von 2016 bis 2019 sage und schreibe einen Wertzuwachs über 300 Prozent erfahren: Im Januar vor drei Jahren erhielt man für einen Euro 10,3 Pesos, derzeit sind es 43,1 Pesos. Doch „des einen Glück ist des anderen Leid“ sagt der Volksmund, und während Urlauber dem Big-Mac-Index zufolge für einen Hamburger 2,38 Euro bezahlen, kämpfen die Einwohner mit einer Inflation von 31,7 Prozent.

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Türkei Rauf und runter – der Wechselkurs der Lira ist ein gutes Indiz für die Stimmung im Land. Verunsicherung hat sich breitgemacht, die Inflation beträgt 16,7 Prozent, der Wirtschaftsboom ist gestoppt. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Verhaftung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten wirken nach. Der aktuell verschärfte Reisehinweis des Auswärtigen Amtes nicht zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Zuletzt hatte sich der Tourismus entlang der Küsten erholt, die Betten füllen sich vor allem wegen der günstigen Preise. Gab es vor drei Jahren für einen Euro drei türkische Lira, so sind es jetzt 6,2 Lira. Ein Big Mac kostet 2,01 Euro.

Sri Lanka Traumhafte Strände, Teekultur und kulturelle Höhepunkte wie die Festung auf dem Löwenfelsen (Sigiriya) garantieren dem Inselstaat stetig wachsende Besucherzahlen. Ein Wertzuwachs von 37,3 Prozent des Euro gegenüber der Sri-Lanka-Rupie in den letzten drei Jahren wirkt da wie ein zusätzliches Incentive, das Land möglichst bald zu besuchen. Ein Big Mac kostet 3,21 Euro, wer einheimische Kost vorzieht, isst billiger und muss der Crowdsourcing-Datenbank Numbeo zufolge mit rund 1,20 Euro für eine einfache Mahlzeit rechnen.

Russland Dank eines Wertzuwachses von 14,8 Prozent in den letzten drei Jahren bekommen Reisende derzeit für einen Euro 70 Rubel. Niedrige Ölpreise und die Sanktionen, mit denen der Staat wegen der Besetzung der Krim zu kämpfen hat, sind schuld daran, dass der Rubel unter Druck bleibt. Russland-Besucher auf Entdeckungstour in St. Peterburg oder weiter am Ural dürfen sich also über den starken Euro freuen. Der Big Mac geht hier für 1,84 Euro über die Theke.

Brasilien Trotz Bodenschätzen, vor allem Erdöl, erlebt Brasilien eine politische sowie wirtschaftliche Krise. Die Schere zwischen Arm und Reich wird wieder größer. Niedrige Ölpreise und ein riesiges Haushaltsloch sorgen dafür, dass der Real gegenüber dem Euro laut dem Buchungsportal Travelcircus seit 2016 um fast zwölf Prozent nachgelassen hat. Heute gibt es für einen Euro 4,4 Real, ein Big Mac kommt auf 3,87 Euro. Wer also die Copacabana, die historische Dschungelstadt Ouro Preto oder den Amazonas erleben will, sollte das in diesem Jahr tun.

Australien Die Wechselkursgewinne fallen in Down Under etwas kleiner aus, dennoch macht sich bei einer längeren Reise auch eine Abwertung von fast elf Prozent im Reisebudget bemerkbar. Wer also Känguru, Koala und Co. besuchen will, sollte ein dickes Portemonnaie mitbringen. Für einen Big Mac werden 3,98 Euro verlangt, für ein Essen für zwei in einem Restaurant mittlerer Kategorie im Schnitt 50 Euro.

Südafrika Die Kombination Währungsabwertung und sowieso niedrige Preise ergeben viel Leistung für wenig Euro. Rund elf Prozent hat der Euro seit 2016 gegenüber dem Rand zugelegt. Fallende Rohstoffpreise, politische Unsicherheit sowie eine steigende Arbeitslosigkeit halten die Landeswährung niedrig. Urlauber legen für einen Big Mac zwei Euro hin, für ein Essen zu zweit rund 29 Euro.

Schweden Alles ist relativ – so auch die Ausgaben im Hochpreisland Schweden. Gegenüber der schwedischen Krone hat der Euro in den letzten drei Jahren um rund zehn Prozent an Wert gewonnen. Angesichts einer Inflationsrate von nur 1,7 Prozent bedeutet das zwar keine großen Ersparnisse. Aber der Besucher ist ja schon froh, wenn die schwedischen Preise nicht nach oben schießen. 5,13 Euro wollen sie für einen Big Mac, 59 Euro für einen Restaurantbesuch für zwei.

Island Noch so ein Hochpreisland, dessen Währung wieder schwächer wird. Allerdings nicht im Zeitraum der letzten drei Jahre, sondern lediglich verglichen mit dem vergangenen Jahr. Dennoch, so Travelcircus, gibt es pro Euro 133,4 isländische Kronen in diesem Januar, immerhin fast zehn Kronen mehr als vor einem Jahr. Trotzdem bleibt Island teuer. 8,90 für einen Big Mac und circa 80 Euro für ein Essen zu zweit in einem mittelpreisigen Restaurant – Besucher müssen tief in die Tasche greifen. Vielleicht schwächt sich die isländische Krone ja noch ein bisschen mehr ab.

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