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Reise-Tipps

25.07.2019

So starten Sie entspannt in den Urlaub

Es geht los. Haben Sie an alles gedacht?
Bild: Foto: Roland Weihrauch, dpa

Reise-Planung: Hier sind zehn Tipps vom Fachmann für die perfekte Vorbereitung - vom Reservieren über die Verpflegung bis zur Versicherung 

Reise gebucht, Blumen und Hund oder Katze versorgt, Sonnencreme eingepackt? Dann kann es ja losgehen. Doch halt: Bei aller Vorfreude sind Ferienreisen meist auch mit Stress verbunden. Damit der nicht zum Gute-Laune-Killer wird, haben wir für Sie zehn Tipps zusammengestellt, mit denen der Urlaub auch wirklich ein Erfolg wird.

1. Ein guter Platz im Flugzeug

Die Fluggesellschaften bestuhlen ihre Maschinen enger und enger. Vor allem große Menschen tun gut daran, statt des verlockenden Fensterplatzes lieber einen am Gang zu wählen. Wenn nicht gerade der Kaffeewagen vorbeirollt, kann man da die Beine seitlich ausstrecken. Die passenden Sitzplätze sichert sich der Profi gleich bei der Buchung. Kostenlos ist das allerdings nur noch selten. Früher konnte man sich bei der Buchung aussuchen, wo man sitzen will – ohne Aufpreis. Heute verlangt selbst die Lufthansa schon 25 Euro pro Sitzplatzreservierung, für Hin- und Rückflug also 50 Euro. Wer sich das nicht leisten will, der versucht, am Vortag der Reise im Internet unter den Ersten zu sein. Das „Web-Check-In” öffnet meist 30 bis 24 Stunden vor Abflug. Wer sich das gemerkt hat und dann schnell seinen Sitzplatz aussucht, der hat noch eine gute Auswahl.

2. Karte gegen Krankheit

Gesetzlich Versicherte sollten vor Abreise unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Die normale Krankenkassenkarte gilt nämlich nur im EU-Ausland sowie einigen Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Zudem übernimmt die Krankenkasse die Kosten nur bis zur Höhe der Krankenkassensätze des Reiselandes. Und viele Ärzte am Strand von Bibione oder Cala Millor rechnen sowieso nur privat ab – ganz zu schweigen von Kliniken in den USA. All diese Unwägbarkeiten lassen sich für gerade mal zehn Euro pro Person versichern, auch online und bis unmittelbar vor der Abreise. Für Familien empfiehlt die Stiftung Warentest den Tarif Travelsecure AR ohne Selbstbeteiligung von Würzburger (33 Euro) oder JRV von Hanse-Merkur (29 Euro). Singles fahren gut mit dem DKV Reise Med Tarif RD und dem Ergo Tarif RD, beide für 9,90 Euro. Senioren, die anderswo extra zur Kasse gebeten werden, finden preiswerte Absicherung bei der Debeka (Tarif AR, acht Euro).

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3. Zahl der Koffer planen

Ein paar Tage vor dem Abflug macht ein Testpacken Sinn. Denn die Fluggesellschaften sind inzwischen sehr kleinlich, was die Gepäckmitnahme angeht. Außerhalb von Pauschalreisen ist oft nicht mal mehr der erste Koffer frei, sondern nur noch ein Stück Handgepäck. Wer erst am Flughafen das Ticket für den Koffer löst, der muss kräftig Strafe zahlen. Da bucht man besser noch vor dem Abflug online das gewünschte Gepäck. Das kostet in der Regel nur halb so viel wie später am Check-in-Schalter. Noch teurer ist es, wenn der Koffer mehr wiegt als erlaubt (meist 20 Kilogramm): Pro Kilogramm und Strecke werden durchschnittlich zehn Euro Aufpreis fällig.

4. Gemischtes Gepäckdoppel

Kleidung verteilt der Kenner clever auf die einzelnen Koffer. Autourlauber packen alles, was sie bei einer Zwischenübernachtung brauchen, in eine separate Tasche, die ganz oben liegt. Flugurlauber verteilen ihre Kleidungsstücke auf den eigenen und den Koffer des Partners. Wenn dann ein Koffer beim Flug verloren geht, lassen sich die ersten Tage besser durchstehen. Ins Handgepäck packen Profis aus demselben Grund zumindest Medikamente, Zahnbürste und ein kleines Handtuch, dazu Ersatzunterwäsche und ein T-Shirt, fürs Kind ein Kuschelkissen, bei langen Flugreisen auch Schal und Laufsocken sowie eine große wiederverschließbare Flasche (in die Wasser erst nach der Sicherheitskontrolle eingefüllt wird).

5. Mietwagen vorab buchen

Der gnadenlose Wettbewerb im Internet zwingt die Autovermieter zu immer günstigeren Eckpreisen. Über zahlreiche Tricks holen sie sich am Ende das Geld aber dann doch wieder. Deshalb heißt es, bei Buchung und Wagenmiete ganz genau aufzupassen. Fast immer zahlt man vor Ort drauf – besser buchen Sie also schon vorab im Internet oder Reisebüro. So kommen Sie nicht nur günstiger weg. Es vergeht auch keine wertvolle Urlaubszeit damit, sich ein Auto zu besorgen. Und falls Probleme auftauchen, steht ein Ansprechpartner in der Heimat zur Verfügung. Einen guten Marktüberblick geben Mietwagenportale wie billiger-mietwagen.de und Check24.

6. Reiseproviant mitnehmen

Getränkeverkäufer am Flughafen müsste man sein: Hinter der Sicherheitskontrolle verdreifachen sich schnell mal die Preise für eine Flasche Wasser. Mitnehmen darf man es ja nicht. Erlaubt ist aber, leere Wasserflaschen mitzunehmen und vor dem Einstieg in den Flieger im Waschraum aufzufüllen. Einige Flughäfen wie Frankfurt haben extra Trinkbrunnen dafür. Und das Essen darf auch weiter durch die Sicherheitskontrolle gebracht werden. Auf den allerwenigsten Flügen ist es noch inklusive. Und schmackhafter ist, was man selbst zusammengestellt hat, obendrein.

7. Lukrative Flugverspätungen

Wirklich ärgerlich: Der Ferienflieger kommt viel zu spät am Ziel an oder wird komplett gestrichen. So geht es Jahr für Jahr mehr als etwa 15 Millionen Flugpassagieren in Europa. Wer sich auskennt, dessen Miene dürfte sich nach drei Stunden Warterei schlagartig deutlich aufhellen: Denn die Airline muss ab dieser Verspätung eine Entschädigung von einigen hundert Euro bezahlen (EuGH C 402/07). Dabei helfen die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SöP) und spezialisierte Fluggastportale wie EUFlight und Fairplane. Die SöP arbeitet kostenlos, die Portale behalten als Honorar einen Teil der Ausgleichszahlung für sich.

8. Fürs Geld nicht noch zahlen

Immer noch nehmen zahlreiche Urlauber viel zu viel Bargeld mit. Dabei fallen im Euro-Raum beim Zahlen mit der EC-Karte (offizieller Name: Girocard) und mit den gängigen Kreditkarten keine Gebühren mehr an. In fremden Währungen wird es allerdings teuer, 1,75 Prozent sind üblich. Ausnahmen bilden die Karten von DKB, Santander und Tui. Mit DKB und Santander kann man auch weltweit kostenlos Geld abheben. Wichtig: Prüfen Sie vor Abreise den Verfügungsrahmen Ihrer Kreditkarte. Rechnen Sie großzügig, denn Autovermieter und Hotels blocken sich Teile des Verfügungsrahmens als Sicherheit. Und nehmen Sie mindestens zwei unterschiedliche Karten mit, falls eine verloren geht oder gesperrt wird. Extratipp: An Automaten außerhalb der Eurozone nie Geld in Euro umrechnen lassen; der Umrechnungskurs tendiert stets zum Nepp.

9. Günstig online

Seit 2017 sind die Roaming-Gebühren in der EU Vergangenheit. Das heißt, es gelten die gleichen Preise fürs Telefonieren, SMS-Schreiben und für mobilen Datenverkehr wie zu Hause. Auch für eingehende Anrufe und für die Flatrate fallen keine Extrakosten mehr an. Nummern im EU-Urlaubsland anzurufen, kostet seit Mai auch nur noch maximal 23 Cent pro Minute. Richtig teuer wird es in Nicht-EU-Ländern und auf Kreuzfahrtschiffen. Da hilft nur, die mobilen Daten abzuschalten und genau die Vertragsbedingungen zu checken. Tipp: Wer im Nicht-EU-Ausland viel telefonieren will, der nimmt sich ein altes Handy mit und kauft sich vor Ort eine ausländische SIM-Karte.

10. Attraktionen vorreservieren

Sie wollen im Urlaub den Schiefen Turm von Pisa besteigen oder den Louvre in Paris besuchen? Dann sollten Sie das Ticket dafür bereits vorher im Internet bestellen. Da ist es zwar auch nicht billiger, aber Sie können an der stundenlangen Warteschlange vorbei gehen und gleich Ihre Besichtigung beginnen. Manche Attraktionen lassen sich überhaupt nicht mehr anders besuchen: Dazu gehören die Reichstagskuppel in Berlin und die Freiheitsstatue in New York. Tipp: Eine preiswerte Alternative zu Stadt- oder Museumsführungen sind Audioguides per Smartphone. Die gibt es z. B. kostenlos von Marco Polo oder – laut „Computerbild“ noch besser – für fünf Euro mit der App mTrip. (srt)

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