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Serielles Sanieren Einfamilienhaus Mehrfamilienhaus, Fassadenmodule, Montage, Effizienzhaus Förderung

Energiekolumne

Serielles Sanieren erklärt: So funktioniert die neue Hülle fürs alte Haus

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    Bei seriellen Sanieren wird die Fassade vor Ort nur noch montiert und muss nicht mehr von Hand gedämmt werden.
    Bei seriellen Sanieren wird die Fassade vor Ort nur noch montiert und muss nicht mehr von Hand gedämmt werden. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen, müssen insbesondere im Gebäudesektor die Treibhausgasemissionen deutlich sinken. Eine zentrale Rolle spielt dabei die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Das Potenzial in diesem Bereich ist enorm. Doch die Sanierungsquote hierzulande ist viel zu gering. Fachleute setzen dabei große Hoffnung auf das sogenannte serielle Sanieren. Das soll perspektivisch die Sanierungen durch industrielle Prozesse günstiger und schneller umsetzbar machen, sodass in kürzerer Zeit deutlich mehr Wohngebäude als bisher fit für die Zukunft werden.

    So funktioniert eine serielle Sanierung

    Das Prinzip, das dahinter steckt, kennt man vom Bau eines Fertighauses. Die Decken-, Dach- und Wandelemente inklusive Fenster werden im Werk vorgefertigt, per Lkw zur Baustelle transportiert und dort in kürzester Zeit montiert. Ähnlich funktioniert serielles Sanieren. Hier werden vorgefertigte Wandelemente von außen am Gebäude angebracht. Damit lässt sich eine Sanierung mit sehr guter Wärmedämmung sehr schnell und sauber umsetzen.

    Attraktiv ist die serielle Sanierung vor allem für architektonisch einfache, typenähnliche mehrgeschossige Gebäude wie zum Beispiel Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Dort wurden auch schon gute Erfahrungen damit gemacht. Im Bereich der Einfamilienhäuser ist diese Methode recht neu – mit ein Grund dafür, dass aktuell die Kosten noch etwas höher sind als bei der klassischen Sanierung.

    Aber auch hier sehen Fachleute große Potenziale in Richtung sinkender Kosten, sobald sich serielles Sanieren mehr etabliert hat und die Prozesse standardisiert werden. Interessant in diesem Zusammenhang: Im Rahmen einer geförderten Sanierung zu einem Effizienzhaus winkt aktuell bei einer seriellen Sanierung ein nochmals um 15 Prozent höherer Tilgungszuschuss.

    Neue Hülle aus dem 3D-Drucker

    Kern des seriellen Sanierens ist eine ganzheitliche Planung der Sanierung, mit frühzeitiger Abstimmung der Beteiligten. Zunächst wird dabei das Haus mittels 3D-Scanning digital vermessen, um millimetergenaue Daten für die Planung und Vorfertigung zu erhalten – was äußerst wichtig ist, damit später bei der Endmontage auf der Baustelle alles passt.

    Anhand der digitalen Daten werden die vorgefertigten Module für Dach und Fassade geplant. Im Werk lassen sich dann die Module unter kontrollierten Bedingungen und mit hoher Präzision und Qualität anfertigen – inklusive Dämmung, Fenster und Verschattungsmöglichkeit. In der Zwischenzeit ist am Haus für die Montage alles vorbereitet. Die Fassaden- und Dachelemente werden angeliefert und mit Hilfe eines Krans innerhalb weniger Tage montiert. Dann noch die letzten Feinarbeiten, und schon hat das Gebäude eine neue wärmende Hülle.

    Die Kosten für eine Sanierung

    Die Vorteile des seriellen Sanierens: Es gibt im Wesentlichen einen Anbieter, der die komplette Koordination der Sanierung übernimmt – was es für die Bauherren deutlich leichter und entspannter macht. Die detaillierte Gesamtplanung mit fixen Kosten und Zeitrahmen sorgt zudem für Transparenz und Qualitätssicherung. Dank vorgefertigter Module verkürzt sich die Bauzeit auf der Baustelle erheblich. Da die rein energetische Sanierung überwiegend von außen erfolgt, kann das Haus während der Maßnahmen bewohnt bleiben.

    Dazu kommen noch die bautechnischen Vorteile: Die Vorfertigung unter kontrollierten Bedingungen gewährleistet eine präzise Produktion der Bauteile. Durch digitale Vermessung und die Umsetzung aus einer Hand wird sichergestellt, dass alles perfekt passt, wodurch Wärmebrücken und Bauschäden reduziert werden. Das Ergebnis: eine hochwertige Sanierung mit langfristiger Energieeffizienz, die die Energiekosten deutlich senkt und für spürbar mehr Wohnkomfort sorgt.

    Zuer Person

    Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu – kurz eza! – in Kempten. Er setzt sich seit Jahrzehnten für die Energiewende ein. In seiner Kolumne berichtet er regelmäßig aus seiner Praxis als Energieberater. Zuletzt gab er Tipps am AZ-Lesertelefon in Sachen Wärmepumpe.

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