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Coronavirus
12.06.2022

Welche Tests erkennen Omikron? Schnelltest-Liste vom Paul-Ehrlich-Institut

Welche Antigen-Schnelltests erkennen die Omikron-Variante des Coronavirus?
Foto: Ralf Lienert (Symbolbild)

Welche Antigen-Schnelltests erkennen die Omikron-Variante des Coronavirus? Eine Liste des Paul-Ehrlich-Instituts hilft bei der Einschätzung.

Die Omikron-Variante des Coronavirus dominiert in Deutschland. Welche Antigen-Schnelltests erkennen Omikron besonders gut? So groß das Angebot an Tests auch sein mag – die Qualität unterscheidet sich stark. Das Paul-Ehrlich-Institut hat eine Liste veröffentlicht.

Paul-Ehrlich-Institut: "mehr Sicherheit" gegen Omikron

Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) deuten Studien aus den USA an, dass zumindest manche Schnelltests nicht empfindlich genug bei der Omikron-Variante sein könnten. Demnach meldete das PEI, dass rund 80 Prozent der überprüften Antigen-Schnelltests die Omikron-Variante sicher nachgewiesen hätten. Eine hundertprozentige Gewissheit böten die Tests zwar nicht, aber "mehr Sicherheit im Alltag", so PEI-Präsident Klaus Cichutek. Insgesamt sei in Deutschland mittlerweile "ein höheres Level an Testsicherheit" erreicht worden. Zugleich seien falsch-positive Testergebnisse "so gut wie ausgeschlossen".

Die Qualität von Tests wird an zwei Faktoren gemessen: Der Sensitivität und der Spezifität. Die Sensitivität gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass eine SARS-CoV-2-infizierte Person auch wirklich ein positives Testergebnis erhält. Eine Sensitivität eines Antigen-Schnelltests von 92% etwa würde bedeuten, dass eine infizierte Person mit einer 92-prozentigen Wahrscheinlichkeit auch ein positives Ergebnis erhält. Je niedriger die Sensitivität eines Antigen-Tests, desto öfter erhalten infizierte Personen falsch-negative Ergebnisse. Das führt dazu, dass sich eine eigentlich infizierte Person nicht in Isolation begibt, wenn sie falsch-negativ getestet wird.

Andersherum verhält es sich mit der Spezifität. Sie gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine nicht-infizierte Person auch tatsächlich ein negatives Testergebnis erhält. Bei einer niedrigen Spezifität erhalten nicht-infizierte Personen folglich öfter ein falsch-positives Ergebnis. Deshalb erhalten positiv getestete Personen auch in der Regel einen zusätzlichen PCR-Test, der das Ergebnis absichern soll.

Ergebnisse bei Omikron von Paul-Ehrlich-Institut

Die Ergebnisse des Paul-Ehrlich-Instituts: Antigentests erkennen eine Infektion bei hoher Viruslast zuverlässig. Die Sensitvität liegt in den meisten Fällen über 75 Prozent, häufig reichen sie sogar an die 100 Prozent heran. Sprich: Infizierte erhalten in den meisten Fällen auch ein positives Ergebnis. Allerdings können Schnelltests eine Infektion nur dann anzeigen, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast besteht. Dies gilt bei allen Tests für Omikron ebenso wie für andere Virusvarianten.

Dazu kommt, dass andere Testarten, wie etwa die Lollitests, vom Paul-Ehrlich-Institut nicht evaluiert wurden. Bei den untersuchten Tests wurden Standardproben von Erwachsenen eingesetzt.

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat das PEI beauftragt, eine Liste der Corona-Schnelltests mit einem sicheren Omikron-Nachweis zu erstellen. Die Erstellung der vollständigen Liste dauert noch an.

Video: dpa Exklusiv

Liste: Diese Schnelltests erkennen Omikron

Doch Expertinnen und Experten haben bereits erste Erkenntnisse geteilt. Die Schnelltests folgender Hersteller sollen nach Einschätzungen der Virologinnen Sandra Ciesek und Isabella Eckerle besonders gut die Omikron-Variante erkennen:

  • Siemens
  • Roche
  • Flowflex
  • Abbott
  • Acon Biotech
  • Premier Medical Corporation
  • CTK Biotech

Bei der Beurteilung der Antigen-Schnelltests können auch ältere Daten helfen: Das PEI hat in einem bereits veröffentlichten Überblick mehr als 250 in Deutschland erhältliche Schnelltests aufgelistet und verglichen. Die Liste wird kontinuierlich aktualisiert und ist hier zu finden. An dieser Liste würden sich bereits Apotheken und Schnelltest-Zentren orientieren, aber auch weitere Anbieter für Selbsttests wie Supermärkte oder Discounter.

Neue Studie zeigt Unzuverlässigkeit bei Schnelltests

Eine neue Studie zur Zuverlässigkeit von Schnelltests von Würzburger beziehungsweise Münchener Forschern hat ergeben, dass Antigen-Schnelltests nur knapp bei der Hälfte der mit Corona infizierten Menschen anschlagen. Unabhängig von der Variante. Laut Studie ist die Sensitivität der Antigen-Schnelltests im klinischen Praxiseinsatz mit 42,6 Prozent deutlich schlechter als von Herstellern angeben.

Der BR zitiert Studienleiter Manuel Krone mit den Worten: "Das klingt erstmal ziemlich erschreckend, das bedeutet auch ein einmaliger Antigen-Schnelltest genügt definitiv nicht um zu sagen: Jemand hat Covid oder jemand hat nicht Covid". Auf jeden Fall hilfreich seien Schnelltests aber, um Superspreader zu verhindern. Da liege die Zuverlässigkeit bei 80-90 Prozent. Denn: wenn jemand hochinfektiös ist, würden die Tests sehr gut anschlagen.

Ebenfalls ein erfreuliches Ergebnis der Studie: Die Wahrscheinlichkeit für falsch-positive Ergebnisse sei laut Forschern gering. Das heißt, wenn ein Test zwei rote Striche hat, so liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Infektion vor.

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