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Wie gut sind grüne Biomüllbeutel? Mülltrennen und Recyceln, wie entsorge ich Biomüll richtig?

Umweltkolumne

Wie umweltfreundlich sind die grünen, kompostierbaren Biomüllbeutel aus dem Supermarkt tatsächlich?

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    Biomüllbeutel gehören doch auch in die Biotonne, oder nicht?
    Biomüllbeutel gehören doch auch in die Biotonne, oder nicht? Foto: Landratsamt Unterallgäu

    Viele Menschen greifen im Supermarkt guten Gewissens zu „kompostierbaren“ Biomülltüten. Diese versprechen Sauberkeit und Umweltfreundlichkeit. Doch in der Realität sind diese Beutel alles andere als gut für die Umwelt.

    Warum Biomülltüten gar nicht für die Biotonne zugelassen sind

    Tatsächlich sind die Begriffe „kompostierbar“ und „Bioplastik“ irreführend. Die allermeisten Produkte aus Biokunststoff sind laut Bioabfallverordnung gar nicht für die Bioabfallsammlung zugelassen. Denn Sortiermaschinen können Bioplastik kaum von herkömmlichem Erdöl-Plastik unterscheiden. Im Zweifel landet daher alles in der Verbrennung.

    Zwar gibt es für bestimmte Sammelbeutel aus biologisch abbaubarem Material eine Ausnahme, sofern sie die Norm DIN EN 13432 erfüllen. Doch auch hier gibt es ein Problem: Die Norm sieht eine Zersetzung innerhalb von zwölf Wochen vor – industrielle Kompostieranlagen lassen den Abfall aber oft nur drei bis sechs Wochen rotten.

    Wie das Mikroplastik auf den Feldern landet

    Aufgrund der kurzen Kompostierungszyklen zerfallen die Tüten oft nicht vollständig. Die zurückbleibenden Plastikreste müssen entweder aussortiert werden, oder gelangen über den Klärschlamm direkt auf die Felder. Denn Klärschlamm ist oft stark mit Mikroplastik belastet – durch Fehlwürfe von Plastiktüten im Biomüll und durch den Abrieb von Autoreifen. Rund zwei Drittel des Plastiks, das in Deutschland auf die Felder gelangt, stammt aus Klärschlamm. Das entspricht einer Menge von über 8000 Tonnen pro Jahr.

    Es ist ein Paradoxon: Über 80 Prozent der deutschen Kommunen verbieten kompostierbare Plastiktüten über ihre lokalen Satzungen. Die Entsorger haben sogar das Recht, Tonnen mit solchen Tüten ungeleert stehenzulassen. Dennoch verkaufen Geschäfte die Beutel weiterhin, auch wenn sie wahrscheinlich in der lokalen Biotonne nichts zu suchen haben.

    Das steckt hinter dem Begriff „Greenwashing“

    Wenn ein Produkt sich umweltfreundlich gibt, was unter realen Bedingungen nicht einlösbar ist, spricht man von Greenwashing. Hier greift ab Herbst dieses Jahres die neue EU-Green-Claims-Richtlinie. Sie verbietet Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „biologisch abbaubar“, wenn diese nicht klar gerechtfertigt sind. Derartige Aussagen dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie wissenschaftlich belegt und unabhängig zertifiziert sind. Außerdem müssen Unternehmen künftig nachweisen, dass die versprochene Kompostierung unter den tatsächlichen Bedingungen der Entsorgungsinfrastruktur funktioniert – was bei den aktuellen Rottenzeiten kaum möglich ist. Bei Missachtung drohen empfindliche Strafen.

    Biomüll sollte ohne Plastiktüte in die Biotonne kommen – selbst wenn es sich um kompostierbare Tüten handelt.
    Biomüll sollte ohne Plastiktüte in die Biotonne kommen – selbst wenn es sich um kompostierbare Tüten handelt. Foto: Peter Steffen, dpa

    So wird der Biomüll richtig entsorgt

    Was also tun mit dem Biomüll? Die Antwort ist simpel: Lassen Sie die Tüte einfach weg. Auch die Methode, den Boden des Eimers mit altem Zeitungspapier auszulegen, ist kritisch zu sehen, da Druckertinte ebenfalls nicht in den Kompost gehört. Reinigen Sie den Behälter nach dem Ausleeren einfach kurz mit kaltem Wasser und – bei Bedarf – einem Schuss Essig. Das vertreibt Gerüche zuverlässig. Biomüll braucht keine Verpackung. Ein bundesweites Verkaufsverbot dieser Tüten wäre konsequent. Bis dahin gilt: Die umweltfreundlichste Tüte ist die, die gar nicht erst gekauft wird.

    Zur Person

    Sigrid Goldbrunner ist Referatsleiterin für Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Bayern. Ab sofort gibt sie hier alle zwei Wochen praktische Tipps für den Alltag, die die Umwelt entlasten und den Geldbeutel schonen. Alles über das Potenzial alter Smartphones, die in Schränken und Kommoden herumgammeln, lesen Sie hier. Und wenn Sie auch gerade dabei sind, für den Frühling auszumisten, erklärt Sigrid Goldbrunner Ihnen hier, wo Sie Ihre Altkleider am besten entsorgen.

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