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Entspannung auf spitzen Nadeln: Therapie oder nur Wohlfühlhilfe? Was Akupressurmatten können

Entspannung auf spitzen Nadeln

Therapie oder nur Wohlfühlhilfe? Was Akupressurmatten können

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    Akupressurmatten sollen gegen Stress, Verspannungen und Rückenschmerzen helfen.
    Akupressurmatten sollen gegen Stress, Verspannungen und Rückenschmerzen helfen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

    Akupressurmatten liegen voll im Trend. Die mit Kunststoff-Nadeln gespickten Schaumstoffmatten können bei Stress, Verspannungen und Rückenschmerzen durchaus eine Wohltat sein.

    Eine professionelle Akupressur-Therapie ersetzen sie aber nicht. Akupressur, das ist eine aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Methode, die viel Wissen und Hintergrund erfordert. „Es werden dabei ganz bestimmte, definierte Punkte angesteuert, die man kennen muss. Das kann eine Akupressurmatte natürlich nicht leisten“, sagt Prof. Christoph-Eckhard Heyde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

    Das regelmäßige Liegen auf einer Akupressurmatte kommt also keiner echten medizinischen Anwendung gleich. Die Matten könnten aber durchaus für ein besseres Gefühl sorgen und Stress reduzieren, so Heyde, der die Sektion Wirbelsäule der DGOU leitet.

    In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Wirkung der Matten allerdings nicht von anderen Möglichkeiten zur Muskelentspannung, zum Beispiel: klassischen Massagen, Yoga oder dem Einsatz von Wärme und Faszienrollen.

    Das Piksen regt die Durchblutung an

    Und wie funktioniert so eine Akupressurmatte? Heyde erklärt: „Wenn man auf so einer unruhigen Oberfläche liegt, können Durchblutungsreize und leichte Schmerzreize gesetzt werden. Diese führen zu einer lokalen Durchblutungsförderung und es wird etwas wärmer.“ Das kann verspannten Rückenmuskeln mehr Entspannung bringen.

    Manche im Handel erhältliche Matten erzeugen mehr Druck, manche weniger - entscheidend sind individuelle Vorlieben. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass die Spitzen abgerundet sind. Sie sollten „zwar einen Reiz setzen, aber sie dürfen nicht so sein, dass sie etwas verletzen können“, so Christoph-Eckhard Heyde.

    Auch bei der Liegedauer sollte man aufmerksam sein - und in den eigenen Körper hineinhorchen. Heyde: „Wenn man zu lange liegt und es dann eher ein Leiden als ein Lindern ist, ist das Ganze sicher kontraproduktiv.“

    Wann Vorsicht angesagt ist

    Einen positiven Nutzen der Matten sieht der DGOU-Experte vor allem bei chronischen Rückenschmerzen: „Da können solche Anwendungen hilfreich sein, indem sie schlichtweg das Wohlbefinden des Patienten verbessern.“

    Aber auch bei vorübergehenden unspezifischen Rückenschmerzen – also Schmerzen mit ungewisser Ursache – sowie Schmerzen etwa durch Muskelverkürzungen, Verheben und Blockierung im kleinen Gelenk könne die Matte entspannend sein.

    Achtung: Bei bestimmten Problemen kann die Matte tabu sein. So seien Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen, sowie Schmerzen bei Tumorerkrankungen und Verletzungen ein Hinweis, dass schwerwiegende Probleme dahinterstecken. Hier rät Heyde, einen Arzt zu konsultieren.

    Matte kann Bewegung nicht ersetzen

    Bei aller Entspannung, die das Liegen auf einer Akupressurmatte bringen kann: Die Bewegung des Körpers, etwa durch Spaziergänge und Sport, könne sie nicht ersetzen, sagt der Experte. Die Matte ist „höchstens ein zusätzliches Instrument, um ein bisschen mehr Wohlbefinden zu verschaffen. Das muss man ganz klar hervorheben“.

    Akupressurmatten sind mit Kunststoffnadeln gespickte Schaumstoffmatten.
    Akupressurmatten sind mit Kunststoffnadeln gespickte Schaumstoffmatten. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Die Spitzen auf einer Akupressurmatte sollen einen Schmerzreiz setzen und so die Durchblutung fördern.
    Die Spitzen auf einer Akupressurmatte sollen einen Schmerzreiz setzen und so die Durchblutung fördern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Akupressurmatten liegen aktuell im Trend.
    Akupressurmatten liegen aktuell im Trend. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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