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Günzburg

21.11.2018

110 Nistkästen für das  Gewerbegebiet Areal Pro

Für die Untere Naturschutzbehörde bauten Günzburger Berufsschüler Nistkästen für heimische Vögel. Das Foto zeigt (von links) Schulleiter Martin Neumann, Ottmar Frimmel, Schüler Luca Pitzalis, Geldgeber Roland Sommer, Landrat Hubert Hafner, Schüler Patrik Richnow, die Lehrkräfte Christina Federle und Andreas Lang sowie Schüler Can Ahmet Aldirmaz.
Bild: Bernhard Weizengger

Günzburger Berufsschüler bauen für die ökologische Erschließung des interkommunalen Gewerbegebiets Brutkästen für heimische Vogelarten.

Nüchtern betrachtet ist es ein „Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Ottmar Frimmel, der Naturschutzbeauftragte des Landkreises zum Bau von 110 Nistkästen für heimische Vogelarten. Etwa 100 Mädchen und Buben, alle Schüler der Berufsschule Günzburg, sind am Naturschutzprojekt beteiligt. In diesen Kästen sollen künftig auf dem interkommunalen Gewerbegebiet Areal Pro in Leipheim Vögel eine neue Heimat finden.

Als Gesamtprojekt betrachtet sieht Frimmel zahlreiche positive Wirkungen auf Menschen und Umwelt: „Wir geben den Jugendlichen eine sinnvolle Arbeit und wecken gleichzeitig ihr Bewusstsein für den Naturschutz.“ So könnten weitere Bürger zum Mitmachen bewegt werden und sich in einer Art Schneeballsystem eine gute Idee ausbreiten. „Naturschutz kann man nur mit dem Herzen erreichen“, glaubt Ottmar Frimmel. Die Nistkästen sind ein Ersatz für immer weniger natürliche Nisthöhlen, die in alten Bäumen zu finden sind. Das oberste Ziel müsse daher die Erhaltung des alten Baumbestands sein.

Dem Rückgang heimischer Vogelarten gegensteuern

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt steuert die ökologische Erschließung des Areal Pro. Um dem Rückgang heimischer Vogelarten gegenzusteuern, werden 55 Nistkästen für Kleinmeisen (Blau-, Tannen-, Hauben- und Sumpfmeise) und Zaunkönig sowie 55 Kästen für größere Meisenarten (Kohlmeise), Kleiber, Trauerschnäpper, Haus- oder Feldsperling bis zur kommenden Brutsaison an geeigneten Stellen aufgehängt. Die Kästen werden an den Standorten nachhaltig betreut und auf ihre Wirkung untersucht, verspricht Frimmel.

Möglich geworden ist das Projekt durch eine großzügige Zustiftung an die Bürgerstiftung des Landkreises. Der in Krumbach aufgewachsene Roland Sommer möchte, dass mit den Zinserträgen auch in Zukunft Projekte des Artenschutzes gefördert werden. „Mir ist klar, dass dies nur ein kleiner Beitrag ist, den Artenrückgang im Landkreis zu bremsen“, sagt Sommer. Er hofft, dass die Bürger den Blick auf die Umwelt schärfen und versuchen, ihren Teil zum Erhalt der Natur beitragen.

„Wir müssen endlich mit unserem Ordnungswahn im Garten aufhören“, appelliert Ottmar Frimmel. Mut zu verwilderten Flächen – vor allem im Winter, damit auch Kleinstlebewesen den dringend benötigten Lebensraum und Nahrung finden. Der Garten sollte eben nicht laubfrei sein. „Man kann Ökologie sogar im Blumentopf betreiben“, sagt Frimmel.

Zusammenarbeit mit Asylbewerbern 

In der Schreiner-Jugendwerkstatt von Pro Arbeit wurden die Bausätze für die 110 Nistkästen vorgefertigt. Unter Anleitung der Lehrer Christina Federle und Andreas Lang galt es für die 30 Mädchen und 70 Buben verschiedener Klassen mit Asylbewerbern und Jungarbeitern, ihr handwerkliches Geschick zu schulen. Die Schüler der Klasse JGA 10b erlebten auch Freude beim Bau der Werkstücke: „Mir hat es viel Spaß gemacht, etwas für die Umwelt zu tun und den Vögeln einen guten Schlafplatz zu geben“, sagt Can Ahmet Aldirmaz. In Zweier- oder Dreierteams wurden die Wände zusammengenagelt und am Schluss die Dachpappe aufgebracht. So entstanden an zwei Werktagen mehrere ansehnliche Behausungen für die Meisen. In der kleinen Serienproduktion lernten die Schüler schnell, dass es mit Aufgabenteilung deutlich zügiger funktionierte.

Landrat Hubert Hafner freut sich über das mehrstufige Naturschutzprojekt. „Die Jugendlichen sind während ihrer beruflichen Orientierungsphase aktiv an einer sinnvollen Maßnahme dabei, die letztendlich allen Bürgern zugutekommt.“ Er dankt den Unterstützern und wünscht sich, dass viele Bürger dem Beispiel folgen und sich am Naturschutz beteiligen.

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