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Landkreis Günzburg

09.01.2020

140 Kinder im Landkreis Günzburg leben bei Pflegeeltern

Mehr als 100 Kinder im Kreis leben bei Pflegefamilien.
Foto: Wüstneck/dpa

29 weitere Kinder im Landkreis Günzburg müssen wegen Missständen in Familien vom Jugendamt betreut werden.

Jugendhilfe ist teuer. „Aber Jugendhilfe wirkt“, erklärte Antonia Wieland, die Leiterin des Kreisjugendamtes, bei der gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Jugendhilfeausschuss. Rund 18,5 Millionen Euro wird das Amt für Kinder, Jugend und Familie in diesem Jahr ausgeben.

Abzüglich geplanter Einnahmen und Kostenerstattungen durch das Land muss der Landkreis knapp 15,2 Millionen aus eigener Tasche bezahlen. Das Geld aber ist gut angelegt – zum Wohle von Kindern, Jugendlichen und Familien.

Familiäre Missstände

Der „ständige Kinderschutz“ ist nach Angaben von Antonia Wieland eine der zentralen Aufgaben des Jugendamtes. 140 Kinder seien derzeit in Pflegefamilien untergebracht. Betreut werden ferner 29 Kinder, die aufgrund entsprechender familiärer Missstände „an Ort und Stelle in Obhut genommen werden mussten“, erklärte die Leiterin des Jugendamtes weiter.

Besonders teuer ist die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen, etwa den Heimen. Wo immer möglich, will das Jugendamt deshalb auf eine ambulante Betreuung umschwenken. Im Kreishaushalt für 2020 gehen in der Folge die geplanten Ausgaben für stationäre Einrichtungen um 1,28 Millionen auf knapp 6,5 Millionen Euro zurück.

Mehrausgaben in Höhe von etwa 270.000 Euro

Im Gegenzug steigen die Ausgaben für die ambulanten Hilfen um 770.000 Euro auf rund 5,1 Millionen. Alles in allem sind heuer im Bereich der Jugendhilfe Mehrausgaben von 272.000 Euro vorgesehen. „Ein sanfter Anstieg“, der dem in anderen schwäbischen und bayerischen Landkreisen entspreche, erklärte Antonia Wieland.

Für die sogenannten „flüchtlingsbedingten Jugendhilfemaßnahmen“ sind Ausgaben in Höhe von 1,05 Millionen vorgesehen, deutlich weniger als in den zurückliegenden Jahren. „Es kommen kaum noch unbegleitete jugendliche Flüchtlinge bei uns an“, erläuterte die Leiterin des Jugendamtes. Derzeit müssen nur noch 32 von ihnen im Landkreis betreut werden. Die Kosten werden, abgesehen von den Personalkosten, vom Land übernommen. Der Freistaat überweist heuer 1,26 Millionen – damit erzielt der Landkreis einmalig sogar einen Überschuss von gut 200.000 Euro.

Mutter-Kind-Maßnahmen fördert der Landkreis unter anderem ebenso wie die Jugendsozialarbeit an seinen weiterführenden Schulen, die Tagespflege, die Sozialpädagogische Familienhilfe oder Erziehungsbeistandschaften und Schulbegleiter. Zuschüsse gibt der Kreis über das Jugendamt auch an den Kinderschutzbund oder die Einrichtung ProArbeit in Günzburg. (kai)

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